|
Die iPAQs sind seit langem die Flaggschiffe der neuen Generation von PDAs. Erweiterbar, mit einem Display, das
die Referenz des Marktes ist, einer Zubehörpalette, die breiter als die der Konkurrenz ist.
Allerdings gab es bisher keinen echten Einsteiger-PDA von Compaq/HP, das Preisniveau war im Vergleich immer relativ
hoch (was nicht heissen soll "zu teuer").
Nachdem im ersten Halbjahr des Jahres 2003 mit Dell, Acer, Yakumo, Viewsonic und anderen Herstellern eine wahre
Flut an Geräten im Bereich unter 400 Euro auf den Markt kam, liegt nun mit dem HP iPAQ 1915 (in England/den
USA iPAQ 1910) ein Gerät vor, das mit EUR 399,- empfohlenem Verkaufspreis genau in diese Preisklasse passt.

Ist der iPAQ 1915 nun ein echter iPAQ? Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass er nur ein Facelifting
erfahren hat, etwas kleiner, flacher und leichter ist. Mir Freude stellt man fest, dass der Anschluss unten am
Gerät der selbe wie bei allen iPAQs der 38xx/39xx und 5xxx-Serie ist, das vorhandene Zubehör also passen
würde und damit vom Fleck weg ein breites Zubehörangebot genutzt werden kann. Dies muss gerade bei den
Neueinsteigern auf dem Markt erst noch aufgebaut werden, ein nicht unerheblicher Vorteil für den iPAQ 1915.
Dies gilt allerdings nur für einen Teil der verfügbaren Zubehörteile: Tastaturen und GPS-Mäuse
von den anderen iPAQs lassen sich nicht nutzen, gerade bei Tastaturen würde zusätzlich noch die Tatsache
problematisch, dass der Stecker um 180 Grad gedreht ist. Die Aussagen, ob die nun an einer anderen Belegung liegt
oder tatsächlich daran, dass der 1915 von der Schnittstelle her keine seriellen Geräte unterstützt,
ist noch offen. Für das zuerst aufgekommene Gerücht spricht die Tatsache, dass HP auf der englischen
Website in den FAQs schreibt, der iPAQ 1910 (die englische Version des iPAQ 1915) könne kein serielles Zubehör
verwenden.


Erste Unsicherheiten gibt es bei der Hardware-Ausstattung: 64MB RAM sind bei den Einsteigergeräten nicht
unbedingt Standard, allerdings auch nicht die 16MB ROM, die der iPAQ 1915 an Bord hat. Und wer sich ein wenig mit
dem Thema beschäftigt hat, stutzt spätestens an dieser Stelle: Pocket PC 2002 benötigt bekanntermassen
24MB ROM, besonders beim Update auf Pocket PC 2002 bei den alten iPAQs zeigte sich dies, indem der fehlende Speicher
durch eine "Beschneidung" des Umfangs des Betriebssystems realisiert wurde. Die fehlenden Anwndungen
mussten dann ins RAM installiert werden. Der iPAQ 1915 löst dies, indem Anwendungen vor ihrer Ausführung
ins RAM kopiert werden. Der freie Speicherplatz reduziert sich somit auf gute 47MB. In der täglichen Anwendung
allerdings stört das weniger, als wenn man nur 32MB RAM hätte... ;-)) einige Programme (z.B. den Mediaplayer)
muss man zusätzlich manuell installieren, auch dies nimmt Speicherplatz im RAM in Anspruch, der normalerweise
im ROM wäre.

Durch die geringe Grösse ist der iPAQ 1915 schick und leicht (120 Gramm), optimal also in der Hosen- oder
Hemdtasche, dem TimeSystem oder der Brieftasche mitzuführen. Schon vor deutscher Markteinführung gab
es von den üblichen Verdächtigen Piel Frama, Vaja und Proporta Taschen bzw. ein Alucase, der Schutz des
Geräts ist damit garantiert, auch wenn im Lieferumfang keine Schutzhülle beiliegt. Die geringe Grösse
bringt allerdings auch mit sich, dass das bisher bei allen iPAQs konsequent kompatible Jacketkonzept nicht mehr
Anwendung findet. Man ist damit auf die integrierten Schnittstellen und Erweiterungssteckplätze angewiesen.

Der iPAQ 1915 kann mit seiner integrierten Infrarotschnittstelle Verbindung mit einem geeigneten Mobiltelefon
oder anderen Geräten aufnehmen. Im Gegensatz zum iPAQ 39xx und 54xx hat man nicht den stärkeren Consumer
IR, sondern die Standardnorm SIR verwendet. Die daraus resultierende unverstärkte Reichweite hat aber bei
der Anwendung mit Mobiltelefonen oder der Datenübertragung zu anderen PDAs keine Auswirkungen.
Der integrierte SD-Slot dient zur Speichererweiterung mit SD-Karten bis zu einer Kapazität von 512MB,
ist aber nicht IO-fähig, Applikationskarten können nicht werwendet werden.

Im Lieferumfang befinden sich neben dem Stift, dem iPAQ selbst, dem Netzteil samt Adapter und Handbüchern
samt der Outlook 2000/Activesync-CD ein USB-Sync-Kabel, eine Docking-Station gehört zum optionalen Zubehör.
Der iPAQ 1915 kann das seine Herkunft nicht verschweigen: Der Stift des O2XDA/T-Mobile MDA sieht dem des 1915 verblüffend
ähnlich, auch wenn er noch ein wenig größer ist. HTC lässt grüßen... Und noch ein
Design-Feature ist faszinierend: War der iPAQ 5450 der erste iPAQ mit HP-Label, aber vom Aussehen war er ein Compaq
iPAQ mit einem leichten Facelift. Beim iPAQ 1915 hat man nun das Design nicht nur überarbeitet, sondern massiv
modifiziert, und dabei ein Relikt aus den alten HP Jornada-Tagen übernommen: Die Erinnerungsleuchte mitten
über dem Display, die dem iPAQ 1915 auch als Ein/Ausschalter dient. Ein nettes Detail, was für mich so
ein wenig den weichen Übergang der Produktpaletten der ehemaligen Konkurrenten HP und Compaq in das fusionierte
Unternehmen symbolisiert.

HP hat dem iPAQ 1915 einen XScale 200MHz-Prozessor verpasst, der vor allem darauf ausgelegt ist, eine hohe Batterielaufzeit
zu gewährleisten. Rein subjektiv ist in der Verwendung der Standardapplikationen kein Unterschied in der Performance
zum einem 300MHz-Xscale festzustellen. Der 900 mAh LiION-Akku ist wechselbar, und wenn dieser gewechselt wird (was
explizit als Option angegeben wird), dann stellt ein NiMH-Akku sicher, dass die Daten erhalten bleiben.


Wer den iPAQ 1915 als mobilen MP3-Player nutzen möchte, der hat (ebenfalls eine Premiere bei einem iPAQ)
den Stereo-Ohrhörer direkt beiliegen. Über die Systemsteuerung kann für den Kopfhörerausgang
eine separate Höhen- und Bassanhebung eingstellt werden, letztere kann alternativ über einen Bass-Boost
("Super Bass-Einstellung") genutzt werden. Die Verwendung eines normalen Kopfhörers ist so adhoc
nicht möglich, da der Kopfhörerausgang statt der allgemein üblichen 3,5mm- eine bei den Phone Edition-Geräten
übliche 2,5mm-Buchse hat. Adapter dazu gibt es aber in gutsortierten Fachhandel. Auf der Companion CD des
iPAQ 1915 liegt der Media Player 8 bei, der nicht wie bei den anderen Geräten im ROM ist, sonder einmal installiert
werden muss.

Was den iPAQ 1915 so richtig glänzen lässt, ist einmal mehr das transflektive TFT Display. Klar, scharf,
kontrastreich, auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen gut zu lesen. Die Konkurrenz hat nichts vergleichbares
zu bieten...!

Zubehör

Tasche von Piel Frama

Tasche von Vaja Cases

handit/InnoPocket Alu Case
|