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Schlag auf Schlag: Kaum hat HP mit dem iPAQ 1710, 3715 und 4700 eine komplett neue Produktreihe auf den Markt
gebracht, da legt man mit der 2xxx-er Reihe direkt noch mal nach. Ganz offensichtlich steht bei diesen Geräten
im Vordergrund, einen Ersatz für den 2210 und den 5550 zu schaffen. Die Übersichtsdaten über die
Modelle finden sich hier, der folgende Test beschreibt in den Details das Spitzenmodell, den iPAQ 2750 plus die
den Modellen gleichen Eigenschaften.

Die 2xxx-Serie ist vom Design her deutlich runder als die restlichen 2004-er PDAs von HP. Hatte man besonders
beim iPAQ hx4700 schon das Gefühl, hier sei des Guten zu viel geleistet worden, so ist der iPAQ 2xxx vom Gehäuse
her wieder noch ein wenig runder als der 2210. Überhaupt der Vergleich zum iPAQ 2210: Es scheint, als habe
man hier das Design genommen und an den Stellen überarbeitet, an denen es Kritik gab: die Gummi-Seitenteile
des iPAQ 2210, die sich schnell abnutzten und leicht lösten, sind durch eine fest verbaute Gummileiste ersetzt
worden. Ob diese nun widerstandsfähiger ist, wird die Zeit zeigen, in jedem Fall fühlt sie sich gut an
und ist ein Schutz für den PDA, wenn er denn mal versehentlich fallen gelassen wird. Von der Form her gibt
es viele Parallelen, und auch die großzügige Ausstattung mit SD- und CF-Slot in einem so kleinen Gerät
würde übernommen.

Offensichtlich haben sich die HP-Designer dann allerdings noch an die vor der Fusion mit Compaq hauseigenen
HP Jornadas erinnert, die allesamt mit einem Klappdeckel ausgestattet waren. Hatte man beim iPAQ hx4700 bereits
statt einer Tasche die von der Seite zu entriegelnden und zu öffnenden Plexiglasabdeckung eingeführt,
so gilt beim iPAQ 2xxx "Back to the roots". Der iPAQ 2xxx ist im Standard mit einer abnehmbaren, transparenten
Klappe ausgestattet, die sich nach oben aufklappen lässt. Das Display is somit optimal geschützt, wenn
das Gerät transportiert wird, allerdings durch die Abdeckung der Bedientasten auch nicht mehr bedienbar. Nichts
desto Trotz: Was beim hx4700 eher störend empfunden wurde, ist beim 2xxx sowohl Designfaktor als auch Nutzen.
Viele Anwender, denen die Verwendung einer Tasche wegen der Klobigkeit immer ein Dorn im Auge war, werden sich
mit diesem Schutz begnügen.


Konsequent fortgesetzt wurden zum einen die Verwendung des seit dem iPAQ 38xx immer gleich gebliebenen Steckers
unten am Gerät, wodurch Sync-Kabel, GPS-Mäuse und vieles andere Zubehör weiterverwendbar sind, und
die seit den 2004er Modellen verwendete universelle Dockingstation, bei der nur die Frontblende ausgetauscht wird,
um den unterschiedlichen Gehäuseformen Rechnung zu tragen.
Geht man speziell auf den iPAQ 2750 ein, dann hat HP es geschafft, einen der zum Stand des Marktstarts leistungsfähigsten
PDAs auf den Markt zu bringen.

128MB RAM und 128MB ROM ergeben einen benutzernutzbaren internen Speicher von über 205MB, aufgeteilt in
RAM und den iPAQ File Store. Das sucht auf dem Markt seines Gleichen.
Der 1440 mAh-Akku sorgt für eine ordentliche Laufzeit, die allerdings bei Einsatz der Wireless-Sender (vor
allem WLAN) spürbar reduziert wird.
Mit dem 624MHz-Bulverde-Prozessor wird der schnellste momentan verbaute PDA-Prozessor verwendet, Multimediaanwendungen,
Spiele, Office-Applikationen, den iPAQ aus der Ruhe zu bringen wird schon schwer.

Der iPAQ 2750 hat sowohl WLAN (802.11b) also auch Bluetooth integriert, kann also im Standard sowohl mit Bluetooth-Geräten
kommunizieren, Mails per BT-Telefon abholen, etc., als auch in einer Wireless-Infrastruktur betrieben werden. HP
hat hier den ebenfalls von den anderen Modellen bekannten iPAQ Wireless Manager verwendet, der de Konfiguration
und das Ein- und Ausschalten der einzelnen Sender zum Kinderspiel macht.
Leider, man muss es sagen, leidet auch der iPAQ 2750 an der grassierenden Seuche der Bluetooth-Manager. Mein Verständnis
ist mittlerweile nahe Null, denn in den letzten Monaten gab es so gut wie keinen Pocket PC, der den Broadcom-Stack
verwendete und nicht dauernd irgendwelche abstrusen Fehlermeldungen zum besten gab. So auch der 2750: Besonders
in Verbindung mit den Sicherheitsfunktionen (siehe unten) geschieht es dauernd, dass der PDA beim Einschalten meldet
"Bluetooth konnte nich gestartet werden, da nicht genügend Treiber-Speicher zur Verfügung steht.
Bitte führen Sie einen Reset Ihrese Pocket PCs aus...." (wohlgemerkt: Die beiden Schreibfehler sind kein
Typo von mir, sondern 1:1 in der Meldung). Nach einem Softreset funktioniert alles wieder prima.

Und ganz parallel dazu: Wie beim iPAQ hx4700 und rx37xx ist der COM8:, der für das Ansprechen eines BT-GPS
gebraucht wird, ist nicht da. Abhilfe schafft wie beim 4700 der Bluetooth-Patch für den 4700. http://www.globalpositioningsystems.co.uk/page.php?page_id=7
Das problematische daran: Für den Einsteiger und den Normaluser ohne technischen Überblick sind dies
Probleme, die er nicht mal eben durch Logik lösen kann... und das verdirbt schnell den Spaß an einem
Gerät.
Zurück zum Positiven: im Normalbetrieb (und hier sprechen wir von dem, was HP zu verantworten hat) läuft
der iPAQ 2750 extrem stabil und schnell. Navigation mittels eines Bluetooth-GPS mit dem TomTom Navigator 3, dem
Navigon Mobile Navigator|4 ist unproblematisch und performant.
Auch die Verbindung mit einer Wireless-LAN-Infrastruktur ist durch den systeminternen "Zero Config"-Assistenten
problemlos. Ein verfügbares WLAN wird erkannt, das WEP-Kennwort abgefragt und der Benutzer legt fest, ob es
ihn mit dem Internet oder dem internen Netzwerk verbinden soll.
Das Display ist mal wieder ein Erlebnis: Leider hat HP darauf verzichtet, ein VGA-Display zu verbauen, dies ist
aber auch der einzige Kritikpunkt. Unter den QVGA-Displays gibt es trotz der Vielfalt der Geräte keines, das
auch nur ein annähernd gleichwertiges Display besitzt: Schärfe, Brillanz, Helligkeit und Kontrast suchen
ihresgleichen.
Der CF- und der SD-Slot liegen direkt hintereinander, nehmen damit wenig Platz weg. Der CF-Slot hat keinen Auswurfknopf,
dafür aber eine kleine Aussparung, so dass die Karte mit dem Fingernagel erfasst und herausgezogen werden
kann. In der Kombination der beiden Slots und der Wireless-Funktionen gibt es keine momentan verfügbare Anwendung
für Pocket PCs, die nicht verwendet werden kann.

Innerhalb der 2xxx-er Serie nur beim 2750 vorhanden: der biometrische Sensor für Fingerabdrücke. Nicht
erst nach diversen Artikeln in der Presse über die Sorglosigkeit, mit der Daten ungeschützt auf einem
PDA transportiert werden, hat HP diesen Bereich erkannt. Der Fingerabdruckscanner des iPAQ 54/5550 war zwar cool,
hat aber auf der einen Seite die Daten im Gerät unverschlüsselt gelassen und war auf der anderen Seite
immer wieder als zu fehleranfällig kritisiert worden. Beim iPAQ hx4700 wegelassen, präsentiert der iPAQ
2750 nun die überarbeitete Version des Hardware-Zugangsschutzes.

Wie beim iPAQ 4700 findet sich mit den HP ProtectTools eine Software-Suite, die den kompletten Zugangsschutz
regelt: Beim ersten Start wird ein Passwort verlangt, das für die Verschlüsselung der Daten verwendet
wird. Danach wird der Zugang zum Gerät durch eine PIN, ein Passwort oder den Fingerabdruck eingerichtet und
die entsprechenden Einstellungen vorgenommen. Als Sicherheit gegen das Vergessen des Passwortes muss zusätzlich
eine Frage ausgewählt werden und die passende Antwort definiert werden (z.B. was war in der Kindheit Ihr Lieblingstier,
etc.).

Bei der Verschlüsselung (wahlweise nach AES, Blowfish, Lite oder Triple DES) stehen zwei Varianten zur
Auswahl: Entweder wird der PDA bei jedem Ausschalten "heruntergefahren" und die Daten und festzulegende
Verzeichnisse im iPAQ werden verschlüsselt, oder die Verschlüsselung wird nach festgelegter Zeit beim
Einschalten des PDAs vorgenommen. Die erste Variante ist sicherer, die zweite hat den Vorteil, dass die Zeit, bis
die Eingabe des Passworts nötig ist, definierbar ist, man also nicht jedes mal wieder die Authentifizierung
vornehmen muss. Die Verschlüsselung kann nur durch authentifizierung wieder aufgehoben werden. Nach drei Fehlversuchen
und falscher Antwort auf die Sicherheitsfrage führt der 2750 einen Hardreset durch. Die Daten sind dann in
sofern sicher, das alles im Hauptspeicher gelöscht ist. Da die Sicherheitsfunktion danach aufgehoben wird,
sollte man nur darauf achten, keine sicherheitskritischen Daten im ROM liegen zu haben!
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