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iPAQ hx4700

Vergleich zum iPAQ hx4700
Test des Extended Akku

Der iPAQ 4700 ist das neue Flaggschiff und Highend-Modell der von HP. Mit einem 624MHz Bulverde-Prozessor, 64MB RAM und 128MB ROM (von dem knapp 90 MB dem Benutzer als iPAQ File Store frei zur Verfügung steht), Bluetooth und WLAN, einem transflektiven 4 Zoll-VGA Display mit einer maximalen Auflösung von 640*480 und integriertem CF- und SD-Slot bleibt wenig an Wünschen offen.

Im Lieferumfang ist HP (vor allem, wenn man den Preis des Geräts in Betracht zieht) spartanisch geworden: Das Netzteil, die Dockingstation, der 1800mAh-Akku und Gerät plus die Kurzanleitungen und die CD mit Outlook und Activesync. Weder eine einfache Tasche noch der sonst übliche Ersatzstift liegen dem Gerät bei. Als Ersatz für erstere ist der hx4700 mit einer transparenten Plastikklappe ausgestattet, die das Display schützt und mit einem kleinen Magneten am Magnesiumgehäuse des PDAs "einrastet". Ein Schutz des PDAs zum Transport in der Tasche ist das aber nicht.

Die Dockingstation ist vom Grundsatz her für alle neuen iPAQs geeignet. Wie gewohnt unterscheiden sich die Stecker unten am iPAQ nicht zwischen den Modellen, und so hat HP eine Basisstation konzipiert, bei der nur die Schale, in die der PDA platziert wird, ausgetauscht werden muss.
Grosszügiger ist die Softwareausstattung: Neben Systemtools wie dem Bluetooth-Manager, dem HP Mobile Printing, dem iPAQ Backup (was wieder eine umgelabelte Version von Sprite Backup ist), etc. finden sich Vollversionen von Pocket Informant (dem Infotool rund um Termine, das in VGA-Auflösung läuft), Dockware (Kalender, der als Bildschirmschoner mit definierbaren Fotos läuft) und dem ClearVue PDF- und Powerpoint-Viewer. Zusätzlich steht wieder ein iPAQ-Choice-Gutschein für den kostenlosen Erweb einiger wählbarer Programme zur verfügung.

Die Verarbeitung des Geräts ist HP-typisch hervorragend. Man kann sich über das Design streiten, aber das Magnesium-Gehäuse wirkt äusserlich hochwertig und das Gerät ist, vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sowohl ein SD- als auch ein CF-Slot integriert ist, wohltuend dünn. Die Hardwaretasten werden durch kleine Erhöhungen auf der Fläche, wo sich das Touchpad befindet, realisiert, da fehlt zwar ein wenig der Chrom-Look der früheren iPAQs, aber der Funktionalität tut dies keinen Abbruch.

Oben links befindet sich eine Kombination von drei LEDs, die der Reihe nach den Wireless Status (leider nicht unterschieden nach BT und WLAN), den Ladestatus und Terminalarme anzeigen. Die LEDs sind relativ klein und somit ein Stück unauffälliger als beispielsweise die der 38xx/39xx-Serie. Einziger echter Designfehler: Der CF-Slot hat keinen Auswurfmechanismus. Für normale CF-Karten, die hinten meist eine Erhöhung haben, an der man sie mit dem Fingernagel herausziehen kann, kein Problem. Wer eine Microdive bestreiben will, der sieht sich plötzlich einem Problem gegenübergestellt: Pragmatische, aber natürlich keinesfalls zufriedenstellende Lösung: Ein Stück Tesafilm an der Microdrive, an dem man sie herauszieht.

Der iPAQ hx4700 ist der erste iPAQ mit einem 4 Zoll-Display, wie es als erster Pocket PC der Toshiba e800 hatte. Nach einigen Irrungen und Wirrungen mit unscharfen oder gelbstichigen Displays vergangener iPAQs hat HP beim iPAQ 4700 wieder zu gewohnter Qualität zurück gefunden. Ich habe in all den Jahren bisher kein Display gesehen, dass es von Schärfe, Helligkeit und Kontrast mit dem des iPAQ 4700 aufnehmen kann.
Es ist irgendwo einfach immer wieder schade, dass Windows Mobile 2003 SE zwar die VGA-Auflösung (640*480) unterstützt, aber im System nicht so deutlich darstellt. Alles wirkt hochwertiger (teilweise wie gemalt), weil eben pro QVGA-Pixel vier VGA-Pixel verwendet werden. Den Effekt, wie man ihn vom PC kennt, dass die Anzeige deutlich kleiner wird und so mehr an Informationen dargestellt wird, hat man nur in wenigen Anwendungen im Standard. Die SChriftgrösse ist verkleinerbar, was beispielsweise im Posteinfang Auswirkungen hat, in Word und Excel können Inhalte auch bei kleinem Zoomfaktor noch gut gelesen werden. Richtig schade wird das, wenn man sich den Pocket Internet Explorer anschaut: Gerade das Internet-Surfen sollte ja durch die höhere Auflösung gerade zu einer echten erfahrung werden... und auch hier wird die Ansicht nicht kleiner, und ein "Herauszoomen" ist auch nicht möglich. Da kann HP nichts für, denn dies sind Limitierungen im System, und Microsoft hat nicht zu Unrecht mehr Wert darauf gelegt, dass Windows Mobile 2003SE auch auf QVGA-Geräten läuft. Gut, dass es findige Entwickler gibt, die dieses Problem angegangen sind: Mit SE_VGA gibt es ein kostenloses Programm, dass nach einem Softreset das komplette System in den VGA-Modus schaltet und bei Bedarf ebenfalls wieder zurück. Mit der Zeit wird man schnell die Anwendungen herausfinden, wo die hohe Auflösung Sinn macht (eben zum Beispiel das Internet), bei anderen ist die kleine Darstellung oft eher hinderlich. Nachfolgend ein unveränderter Screenshot des Internet Explorers in VGA:


Im Bereich der Connectivity setzt HP ganz auf Komfort. Wie schon beim 6340 werden alle Wireless-funktionen über "iPAQ Wireless" geregelt, eine Applikation, die als Oberfläche dient und für die detaillierten Einstellungen dann in die entsprechenden Systemprogramme führt.
Das Einrichten eines Bluetooth-Telefons war bisher immer noch mit vertretbarem, aber für den Laien nicht unbedingt leicht zu leistendem Aufwand verbunden. HP hat sich beim iPAQ hx4700 der Expertise von BVRP bedient und mit dem BT Phone Manager ein eigenes Tool an Bord gepackt.

Im Fall, dass man ein Standard-Telefon von Nokia, SonyEricsson, etc. sein Eigen nennt, wird dieses benutzergeführt gekoppelt, nach Angabe des Netzbetreibers wird automatisch eine GPRS-Verbindung mit den richtigen Parametern für Telefon und Betreiber definiert und eine "Fallback" genannte Wählverbindung findet sich gleich auch noch. Einfach und effektiv. Hat man ein "exotischeres" Telefon (wie beispielsweise ein MS Smarthone wie die SPVs), dann geht allerdings trotzdem nichts an einem manuellen Eingriff vorbei.
Für die Standardanwendungen, das Einbuchen in ein WLAN (das durch das Zero-Config-Tool von Windows Mobile nur einen Klick und die Eingabe des Passwortes für die verschlüsselung erfordert) und das Koppeln und konfigurieren eines BT-Telefons benötigt man weder Handbuch noch besonderes Wissen.


Nachdem der hx4700 nun auch die Nachfolge des iPAQ 5550 als Business-PDA antritt, hat HP deutlichen Wert auf die Sicherheitsaspekte gelegt. Nicht erst nach diversen Artikeln in der Presse über die Sorglosigkeit, mit der Daten ungeschützt auf einem PDA transportiert werden, hat HP diesen Bereich erkannt. Der Fingerabdruckscanner des iPAQ 54/5550 war zwar cool, hat aber auf der einen Seite die Daten im Gerät unverschlüsselt gelassen und war auf der anderen Seite immer wieder als zu fehleranfällig kritisiert worden.
Im iPAQ 4700 findet sich mit den HP ProtectTools eine Software-Suite, die im standard installiert genau dieses Thema adressiert:


Beim ersten Start wird ein Passwort verlangt, das für die Verschlüsselung der Daten verwendet wird. Danach wird der Zugang zum Gerät durch eine PIN oder ein Passwort eingerichtet und die entsprechenden Einstellungen vorgenommen. Als Sicherheit gegen das Vergessen des Passwortes muss zusätzlich eine Frage ausgewählt werden und die passende Antwort definiert werden (z.B. was war in der Kindheit Ihr Lieblingstier, etc.).

Bei der Verschlüsselung (wahlweise nach AES, Blowfish, Lite oder Triple DES) stehen zwei Varianten zur Auswahl: Entweder wird der PDA bei jedem ausschalten "heruntergefahren" und die Daten und festzulegende Verzeichnisse im iPAQ werden verschlüsselt, oder die Verschlüsselung wird nach festgelegter Zeit beim Einschalten des PDAs vorgenommen. Die erste Variante ist sicherer, die zweite hat den Vorteil, dass die Zeit, bis die Eingabe des Passworts nötig ist, definierbar ist, man also nicht jedesmal wieder das Passwort eingeben muss.Die Verschlüsselung kann nur durch Eingabe des Passwortes wieder aufgehoben werden. Gibt man das dreimal falsch ein, und kann auch die Sicherheitsfrage nicht beantwortet, dann führt der hx4700 einen Hardreset durch. Die Daten sind dann in sofern sicher, das alles im Hauptspeicher gelöscht ist. Da die Sicherheitsfunktion danach aufgehoben wird, sollte man nur darauf achten, keine sicherheitskritischen Daten im ROM liegen zu haben!
Im Endeffekt ist diese Funktion auch für den Normalanwender, der keine extrem geheimen Informationen mit sich herumträgt, eine Beruhigung. Wird der PDA einmal gestohlen, dann sind zumindest die persönlichen Daten in Sicherheit.

Eine der revolutionären Neuerungen des iPAQ hx4700 ist das integrierte Touchpad. Kein anderer PDA hat neben der normalen Stiftbedienung die Möglichkeit, quasi mit einer Maus bedient zu werden.
Das Touchpad kann auf zwei Arten verwendet werden:

1. Der Navigationsmodus
Im Navigationsmodus ist kein Mauszeiger sichtbar, sondern das Pad funktioniert, wie man es von den Steuerkreuzen der normalen PDAs gewohnt ist. Die Erhebungen links, rechts, oben und unten auf dem Pad werden als Richtungstasten genutzt, ein Klick in die Mitte der Fläche gilt als Auswahl. Die Zahl der Zeilen, die beim Drüberstreichen gescrollt werden soll, ist frei definierbar.

2. Der Cursormodus
Sicherlich der interessantere der beiden: Hat man ihn eingeschaltet, dann wird ein frei beweglicher Mauszeiger auf dem Display angezeigt, der durch das Streichen mit dem Finger über das Touchpad bewegt wird. Wer schon mal mit einem Notebook mit Touchpad gearbeitet hat, kommt intuitiv damit klar, für alle anderen ist eine Gewöhnungsphase einzukalkulieren. Der grosse Vorteil dieser Lösung ist mit Sicherheit die Bedienung des Geräts, ohne die Abdeckung öffnen zu müssen. Für alle allerdings hakelig: Durch zwei Klicks in die Mitte eines Objektes kann dies danach bewegt werden. Das trifft beispielsweise Scrollbalken, mit denen durch längere Seiten gerollt wird. Die richtige Position in der Mitte zu treffen, gleichzeitig die Mitte des Pads zu treffen bedarf meist mehrerer Versuche und ist mit dem Stift einfacher.
Nicht jeder Anwender wird sich damit anfreunden, aber durch die Auswahlmöglichkeit ist dies kein Problem.

Ist der iPAQ hx4700 nun der erwartete Über-PDA? Die Meinungen werden auseinander gehen. Alleine das Gehäuse und die Grösse werden sicherlich einige Nutzer eher in Richtung ASUS A730, LOOX 720 oder Dell Axim X50 tendieren lassen. Und letztlich wird es die Display-Grösse sein, die entscheidend ist: Momentan gibt es keinen PDA, der parallel eine so gute Ausstattung und Qualität hat und ein 4-Zoll-Display.
Die Kombination aus SD- und CF-Slot ist extrem flexiblel, das Touchpad eine nützliche Innovation, und die Koexistenz von Bluetooth und WLAN für den, der es braucht, wichtig. Einzig die Tatsache, dass ein so neues und ausgestattetes Gerät immer noch nur dem Wifi 802.11b (statt dem neuen, schnelleren 802.11g-Standard) genügt, wirft einen kleinen Schatten darauf.
Alles in allem ist der 4700 aus meiner Sicht der beste der HighClass-PDAs. Wer aber weniger an Ausstattung benötigt, der sollte sich auf Grund des Preises auch mal bei der Konkurrenz umschauen.

PREIS: EUR 654,- bei cylife.de
FAZIT: PDA der Oberklasse mit allem an Bord, was das Herz begehrt (Telefon ausgenommen).




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