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Harte Zeiten für Pocket PC Fans... Buhlen doch fast jede Woche neue Geräte um die Gunst des Benutzers.
Ausgestattet mit Windows Mobile 2003 und seinen Geschwindigkeits- und Bedienungsvorteilen haben die meisten dazu
die gewohnte Ausstattung 64MB RAM, Bluetooth (oder WLAN), einen SD-Slot (teilweise plus einen CF-Slot).
Schon in Pocket PC 2002-Zeiten war der iPAQ 5450 da etwas besonderes: Die Integration von
WLAN und Bluetooth parallel machte ihn für stationären Betrieb (in einer WLAN-Infrastruktur) ebenso interessant
wie für den mobilen Einsatz (mit einem Bluetooth-Mobiltelefon). Im Vergleich zur Konkurrenz von Toshiba, die
entweder WLAN oder Bluetooth anbietet, ein signifikanter Vorteil für den professionellen Anwender.
Mit Erscheinen von Windows Mobile 2003 kam auch die Ankündigung, ein neues Modell dieser Reihe auf den Markt
zu bringen: Den iPAQ 5550.

Die Form des Geräts ist absolut gleich geblieben, das beinhaltet leider auch die Tatsache, dass der interne
Lautsprecher für viele Anwendungen (beispielsweise die Navigation) zu leise ist. Dies liegt daran, daß
sowohl WLAN- als auch BT-Modul als separate Komponenten konzipiert sind und so wenig Platz für einen größeren
(und damit lauteren) Lautsprecher bleibt.
Eine andere Entscheidung von HP führt zu hitzigen Diskussionen über Sinn und Unsinn: NEVO, seit dem iPAQ
39xx fester Bestandteil der Softwareausstattung, fehlt. Und detaillierter untersucht erscheint ein weiterer Punkt:
Die in diesem Zusammenhang bisher in den iPAQs der 39xx- und 54xx-Serie verwendete Consumer-IR-Schnittstelle, die
im Vergleich zur Standardversion eine deutlich höhere Reichweite hat, ist ebenfalls wieder verschwunden. Kein
Problem für Kurzstreckenkommunikation wie die Ausgabe auf einem Drucker oder Datenverbindungen mit einem Mobiltelefon,
aber für Applikationen wie der Fernbedienung entfernter Geräte untauglich. Persönlich habe ich diese
Funktion nie genutzt, so fehlt sie mir nicht, viele andere aber haben sich daran gewöhnt, statt vier Fernbedienungen
ihren iPAQ zu verwenden und sind darüber nicht sehr glücklich.
Nach den letzten von HP auf den Markt gebrachten Modellen werden iPAQ-Benutzer der 36xx- bis 38xx-Reihen froh sein,
daß im Gegensatz zum iPAQ 19xx und 22xx die existierenden Jackets wieder passen. Zu beachten ist allerdings
dabei, dass gerade bei den Spezial-Jackets auch der Treiber für Windows Mobile 2003 aktualisiert werden muss,
beim Wireless Pack (GSM/GPRS-Jacket) durchaus ein Problem, beim CF- und PC-Jacket und dem Flyjacket nicht.


Der Lieferumfang des iPAQ 5550 ist im Vergleich zum iPAQ 5450 fast gleich geblieben, eine duale serielle/USB-Dockungstation,
das Netzteil samt Adapter für den Direktanschluss, ein Ersatzstift, Outlook und ActiveSync (für Windows
Mobile 2003 nötig in der Version 3.7). Ebenfalls dabei: der Gutschein für das iPAQ Choice-Programm, der
dem Besitzer die Möglichkeit zur Auswahl verschiedener Programme von der iPAQ-Choice-Homepage erlaubt. Dies
wurde schon ab der 39xx-Serie so gemacht und ist eine deutlich bessere Lösung als vorgefertigte Software,
von der der Anwender für seine spezifischen Bedürfnisse nur einen Teil verwenden kann. Neu im Lieferumfang
ist die Gürteltasche, die HP dem 5550 anstelle des Basic Style Packs spendiert hat. Und wo ich letzteres immer
originalverpackt im Karton liegen ließ, ist die Tasche durchaus verwendbar: Mit festem Gürtelclip, Magnetverschluß
und Platz für zwei SD-Karten ist sie für mich in jedem Fall ein nutzbarer Mehrwert.

Und konsequent wurde ein weiterer Schritt gegangen, der die Stellung der iPAQ 5xxx-Reihe als High End-Geräte
manifestiert: Windows Mobile 2003 unterstützt zum ersten Mal Speichergrößen von mehr als 64MB,
und der iPAQ 5550 ist der erste Pocket PC, der serienmäßig 128MB RAM hat. Frühere Lösungen,
bei denen PDAs auf 128MB aufgerüstet werden konnten, ordneten dem System die zusätzlichen 64MB als virtuelle
Speicherkarte zu, beim iPAQ 5550 ist dies ein integrierter Speicherblock.

Der iPAQ 5450 hat integriert sowohl Bluetooth als auch Wireless LAN, unter anderem kenntlich an der Stummelantenne.
Statt der gewohnten einen langen Bluetooth-LED finden sich nun untereinander eine für das WLAN und eine für
Bluetooth, des Platzes wegen jetzt klein und rund. Die WLAN-Funktionalität umfasst die Standard-Funktionen
mit Verschlüsselung, Infrastruktur- und AdHoc-Modus, etc.
Im startmenü befindet sich jetzt direkt ein Ordner, in dem alle Wireless-Funktionen zusammengefasst sind.
Dort kann man unter anderem auch separat wählen, welche der Funktionen aktiv oder passic sein sollen. Dies
macht Sinn, denn gerade das WLAN benötigt massiv Akkukapazität, und z.B. in einem Flugzeug darf kein
Funksender betrieben werden. So würde man sowohl bei Nichtnutzung als auch bei Verbot einer Nutzung mit einem
Klick alle Sender abschalten.

Der Bluetooth-Manager ist im Gegensatz zu den alten iPAQs (ausgenommen der 5450) deutlich überarbeitet
worden, so kann man sich jetzt Verknüpfungen zu ausgewählten Diensten ausgewählter Geräte direkt
auf die erste Seite legen, alles ist übersichtlicher und intuitiver aufgebaut. Schnell sind alle Geräte,
die man ansprechen will, eingerichtet und gekoppelt, und schon kann es losgehen.
 
 
Bei Einschalten des Geräts wird automatisch ein Accesspoint oder anderer WLAN-Peer-to-Peer-Partner gesucht,
sollte dieser eine Verschlüsselung fordern, dann fragt der WLAN-Manager nach dem Passwort. Im Normalfall macht
man also eigentlich gar nichts, keine manuelle Konfiguration, kein Eingeben von SSID, Kanal, etc. "Simply
Plug and Play". Im bei Windows Mobile 2003 neu eingeführten Verbindungssymbol oben in der Titelleiste
kann man dann sehen, daß eine Verbindung zunm Internet/Netzwerk aufgebaut ist, und durch Anklicken erhält
man die Signalstärke. Subjektiv übrigens noch besser als beim 5450, an Stellen, wo ich mit diesem am
Rand der Versorgung war, ist der 5550 immer noch im grünen Bereich..

Wer übrigens eine Authentifizierung über die MAC-Adresse implementieren möchte, der sollte nicht
lange auf der Verpackung danach suchen... dort steht sie nämlich nicht. Erst der Bestandsmanager (in der Systemsteuerung)
fördert sie zu Tage.
 
Zubehör, Lautsprecher und Display
Netterweise hat man im Gegensatz zum Wechsel vom 36xx auf den 38xx darauf verzichtet, Änderungen an
den Anschlüssen vorzunehmen, somit sind sowohl Stecker als auch der Anschluß für die Jackets unverändert,
vorhandenes Zubehör also einsetzbar. Wie seine Vorgänger hat der iPAQ 5550 einen SD-Slot oben, CF muß
per Jacket erweitert werden.

Wer anhand des Fotos oben die Hoffnung hegt, daß man das Netzteil wieder ohne Adapter anschliessen kann,
der hat sich getäuscht... Unten links befindet sich nun der Kopfhöreranschluss. Und die Aufteilung des
Mikrofons in zwei Abnehmer ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass man anfangs von einer Erweiterung
des 5450 auf die 5650-Serie (GSM/GPRS) ausgegangen ist, eine Entwicklung, die mittlerweile überholt ist.
Die Dockingstation, die jetzt natürlich auf HP gelabelt ist, ist wie bei den Vorgängerserien sowohl für
den Anschluss an die serielle Schnittstelle als auch an USB vorgesehen. Neu dabei: Ein Aufladen ohne Netzteil mit
dem Strom der USB-Schnittstelle kann separat aktiviert werden. Dies ist in sofern bequem, da man sich das Netzteil
damit für Büro oder Reise lassen kann und es nicht angeschlossen haben muss.

Der iPAQ 5550 ist zum Zubehör seiner 38xx- und 39xx-Vorgänger kompatibel. Taschen jedoch kann man
in den meisten Fällen (da, wo sie iPAQ-spezifisch sind) aus zweierlei Gründen nicht verwenden: Zum einen
ist meist die Aussparung, die damals für den Kopfhörerstecker vorgesehen war, nicht groß genug,
damit die Antenne durchpasst, zum anderen haben die Taschen meist einen Verbindungssteg dort, wo der Finger für
den Fingerabdruckscanner hinübergezogen werden muss.
Katastrophal ist allerdings die Lautstärke des internen Lautsprechers. War bei den alten iPAQs eines der
hervorstechenden Merkmale, dass er fast schon zu laut war, so ist es beim 5450/5550 scheinbar jemandem eingefallen,
dies endlich zu beheben. Das Ergebnis: auf bei höchster Stufe ist der iPAQ z.B. im Auto nicht zu verstehen,
damit für Navigationssysteme zwar geeignet, für deren Sprachanweisungen nur bedingt. Die Tatsache, daß
dies trotz massiven Beschwerden der Benutzer beim 5450 bei der 5550er-Reihe immer noch nicht behoben ist, läßt
wenig Hoffnung zu, dieses Problem in den Griff zu bekommen...
Übrigens besitzt der iPAQ 5550 sowohl eine externe Lautstärkeregelung (der Recorder-Button ist durch
einen Wipp-Button ersetzt worden, der die Lautstärke angebt bzw. senkt. Witzigerweise sieht man dies bei offener
Lautstärkesteuerung nicht, erst, wenn man diese schliesst und direkt wieder öffnet...

Das Display wiederum ist immer noch das schärfste, kontrastreichste und am besten lesbare von allen bisher
getesteten Geräten. Wer es noch nicht gesehen hat, kann es auf den ersten Blick nicht glauben....
Biometrie
Eine der Neuigkeiten, die schon bei der Vorstellung des iPAQ 5450 für Überraschung sorgten, ist der Fingerabdruckscanner.
Biometrischer Zugangsschutz ist in den vergangenen Monaten immer wieder diskutiert worden, und ob nun ein solches
System absolut sicher ist, sei dahin gestellt. Nichts desto Trotz ist es etwas anderes, ein Passwort eingeben zu
müssen, wenn man den PDA einschaltet (war man auf Grund der Bequemlichkeit meist ausschaltet) oder einfach
nur den Finger drüberzuziehen und den Zugang mit dem Fingerabdruck zu erhalten.
Auch der iPAQ 5550 enthält einen Fingerabdruckscanner, der den Zugriff auf den PDA regeln kann (so man dies
eingeschaltet hat). Initial wird der Fingerabdruck mehrfach trainiert, bis das System zur Überzeugung gelangt
ist, dieser sei nun sicher erkennbar. Dazu wird der Finger über den Scanner (im Bild die kleine Leiste unter
dem Cursor-Kreuz) abgerollt, also so darüberbewegt, daß auch die Fingerspitzen abgetastet werden. Der
bzw. die Finger, die verwendet werden sollen, können frei ausgewählt werden. Standard sind die Zeigefinger
beider Hände, beliebige andere Finger kann man noch zusätzlich trainieren.
 
Einmal trainiert kann man den Fingerabdruck alleine oder in Verbindung mit einem zusätzlichen Passwort
als Hürde für die Verwendung des PDAs einsetzen. Wer nicht den richtigen Finger über den Scanner
bewegt, der kommt am Anfangsbild nicht vorbei und erhält so keinen Zugriff auf die Daten, die im PDA gespeichert
sind. Die Erkennung funktionierte im Test tadellos und fehlerfrei, wobei eben auch kein Versuch gemacht wurde,
den Scanner mit Folien, Gummifingern mit aufgetragenem Abdruck, etc. zu überlisten.
Stromversorgung

Mittlerweile bei den neuen Modellen zur lieben Gewohnheit gewordern: Der Wechselakku. Damit wird zum einen konsequent
ein Merkmal der HP Jornadas fortgeführt (der Akku erinnert auch ein wenig daran), zum anderen das Prinzip
der verschieden starken Wechselakkus, das ja schon mit den Expansion Packs plus eingeführt wurde, konsequent
fortgesetzt. Ein über 2000 mAh starker Akku ist bereits verfügbar, auch wenn dieser dann natürlich
dicker ist und den Formfaktor beeinflusst. Dem, der Power braucht, wird das herzlich egal sein....
Wer in einem Wireless LAN unterwegs ist und dies auch verwendet, der kann sich auf magere anderthalb Stunden Laufzeit
einrichten, ein Wert, der nicht wirklich zufrieden stellen kann. Aber auch bei komplett abgeschalteter Wireless-Funktionalität
liegt die Laufzeit im Durchschnitt unter der des iPAQ 39xx, ist aber noch akzeptabel. Mein Tipp: Über den
Wireless Manager alle Wireless-Funktionalität ausschalten, wenn man sie nicht braucht.
Performance
Der richtige Spaßfaktor ist aber einer, den man nicht in den Menüs findet: Die Geschwindigkeit. Hat
man unter Pocket PC 2002 als Benutzer eines PDAs mit XScale-Prozessor immer das Gefühl gehabt, man würde
einen Ferrari mit Fahrradreifen fahren (wegen der fehlenden Unterstützung des XScale), so hat man jetzt endlich
den Reifenwechsel geschafft. Spürbar ist der 5550 schneller, und dank Spv Benchmark ist dies auch nachhaltbar.
Hier eine Auswahl der Testergebnisse.
1.) Der CPU-Index: Dieser gibt die CPU-Geschwindigkeit an. Und man beachte bitte die Werte der PPC2002-Geräte!
Hier der klare Sieger der iPAQ 5550.

2.) Der Spb Benchmark Index, der verschiedene Werte zusammenfasst:

3.) Der File System Index, der die Geschwindigkeit der Zugriffe auf das interne Dateisystem angibt (NICHT! Speicherkarten!)

4.) Der Plattform Index, der die Performance der internen Applikationen mit aufnimmt.

Interessant und ein wenig verwunderlich, daß der 2210 im Vergleich in den meisten Tests (ausgenommen CPU)
besser abschneidet. Dies liegt vermutlich daran, daß für den 5550 kein komplettes Redesign gemacht wurde,
währenddessen der 2210/2215 ein komplett neues und auf Windows Mobile 2003 abgestimmtes Gerät ist. Im
Vergelich zum 55450 und 3970 allerdings hat der 5550 Quantensprünge in allen Bereichen gemacht.
Bugs
Kein neuer PDA ohne Macken: Nutzt man beim 5550 die Wireless Komponenten, dann findet man schnell zwei Dinge, die
nicht sauber sind: Zum einen kann es passieren, dass man den PDA ausschaltet, die Leuchten für WLAN und Bluetooth
aber anbleiben (und tatsächlich sogar die Verbindung bestehen bleibt!), nach Ein- und Ausschalten kann schonmal
die vorher aktivierte WLAN-Funktionalität von allein ausgeschaltet sein. Kleinigkeiten zwar, aber trotzdem
Sachen, die durch ein Bugfix behoben werden sollten.

Piel Frama Tasche für HP 5450

Vaja i-Volution IV für HP 5450

Vaja Vader iPAQ 5450
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