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Lange hat man darauf warten müssen, einen iPAQ mit integriertem Telefon zu finden. Der damalige HP Jornada
928 hat nie den Markt gesehen, der angekündigte iPAQ 5650 ebenfalls nicht, und lange glaubte man auch nicht
daran, dass mit dem iPAQ 63xx tatsächlich eni Gerät auf den Markt kommen würde... Und doch ist es
so. Seit Anfang November gibt es das Gerät endlich auch in Deutschland. Nachdem ich im April bereits ein US-Gerät
testen konnte (siehe Testbericht), habe ich den Test auf das deutsche Gerät angepasst.

Vom Grundeindruck ist der iPAQ 6340 ein Mitglied der 22xxer-Serie. Für die Wireless-Funktionen hat er eine
Antenne (wie damals der MDA1). Für viele mag das ein Argument dagegen sein, ich finde es für einen PDA
mit integriertem Telefon vollkommen angemessen. Das schöne am 6340: Im Gegensatz zu anderen PDAs können
alle Wireless-Funktionen parallel verwendet werden. Während im WLAN Mails abgefragt werden, kann über
die GSM/GPRS-Einheit über ein Bluetooth-Headset telefoniert werden. Über eine integrierte Oberfläche
lassen sich alle Funktionen Ein- bzw Ausschalten und konfigurieren.

Das System ist absolut stabil. Mit seinem 168MHz-Prozessor, den 64 MB (leider tatsächlich nicht 128MB,
wie man es vom MDA2 kennt) hat das System sowohl den Betrieb der Wireless-Komponenten als auch der normalen Applikationen
voll im Griff. Die Navigation mit dem TomTom Navigator 3 parallel zu einem Telefonat war ebenso kein Problem wie
das Abfragen von Mails beim Anhören von MP3-Dateien.

Oben rechts am Gerät sind drei LEDs, die (von links nach rechts) den WLAN-Status (Orange=ein, aber kein
Connect, grün=ein und Connect), Bluetooth (blau blinkend) und den GSM-Empfang (ebenfalls grünblinked
angeben). Im Gegensatz zu den iPAQs der 3xxx nud 5xxx Serie sind die LEDs so dezent, dass man auch bei kompletter
Nutzung nicht in einem Lichtermeer sitzt.

Setzt man als Basis die 22xx-er Serie an, dann hat der CF-Slot der Wireless-Hardware weichen müssen. Der
6340 besitzt "nur" einen SD/IO-Slot, für die meisten Anwendungen reicht dies aber: WLAN und Bluetooth
muss man nicht nachrüsten, und ein GPS kann über Bluetooth betrieben werden.

Dem 6340 lagen im Testsystem neben der Dockingstation und dem Handbuch/der CD eine portable Freisprecheinrichtung,
eine Holstertasche und vor allem eine Daumentastatur bei. Im Gegensattz zum MDA3, der unter der Schiebemechanik
eine Tastatur sitzen haben wird, hat HP aus dem Nutzungsverhalten geschlossen, dass das Schreiben von Texten nur
immer mal wieder stattfinden wird, und damit eine abnehmbare und zugleich in der Nicht-Nutzungsphase leichtere
Lösung geschaffen.


Die Tastatur ist an die für die anderen Modelle vefügbare Thumb-Keyboard-Lösung angepasst, kann
über die blaue Umschalttaste Umlaute auch in Deutsche umwandeln und hat zusätzlich noch die durch sie
verdeckten Hardware-Tasten (u.a. Rufannahme, etc.). Das Tippgefühl ist nach kurzer Gewöhnungsphase extrem
angenehm, steht dem des iPAQ 4355 nicht nach. Ob die Lösung optimal ist, muss jeder
Anwender selber entscheiden. Für mich, der ich schnelle "mal eben"-Mails sowieso mit Stift und Buchstabenerkenner
schreibe, ist die Tastatur die willkommene Ergänzung für die längeren Mails unterwegs. Leider ist
sie im Gegensatz zu obigemn Gerät und zum MDAIII nicht beleuchtet, was in schlechten Lichtverhältnissen
nicht optimal ist.

Integriert im 6340 ist die vom Mobiletelefon bekannte, aber bisher auf PPCPE-Geräten gerne ignorierte Profil-Funktion,
also die Definition von Klingellautstärke, Alarmen, Vibration, etc. für einzelne Anwendungen (draussen,
wo alles lauter sein muss, in einem Meeting, wo alles möglichst stumm sein sollte, etc.). HP hat mit HP Profiles
allerdings dazu noch die kompletten Wireless-Funktionen aufgenommen. So kann beispielsweise ein Profil definiert
werden, was für zuhause gilt: Bluetooth aus, WLAN ein mit der Konfiguration des heimischen Access-Points,
Klingeltöne an, etc.

Faszinierend auch die Akkulaufzeit: Im Testzeitraum, wo der PDA dauernd an war, telefoniert wurde, im WLAN gesurft
wurde, etc., hielt der Akku zwei komplette Tage durch, und das ist mehr, als die Konkurrenz heutzutage zu bieten
hat, unter anderem ein Ergebnis des langsameren, damit Strom sparenderen Prozessors.
Kleiner Wermuthstropfen: Der iPAQ 6340 hat keine serielle Schnittstelle, dies schliesst leider die Verwendung
von GPS-Mäusen und seriellen Tastaturen aus....
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