Testbericht:
Brother MW-100

Es tut gut, wenn ein Hersteller mitdenkt. War beim Sipix Pocket Printer A6 noch zu bemängeln, dass er zum einen ein unkomfortables Papierhandling hatte, zum anderen nicht wirklich die durchdachteste Software, so hat sich Brother nun aufgemacht, ein wirklich durchdachtes Produkt auf den Markt zu bringen, mit dem der mobile Mensch mit PDA oder Notebook mal eben schnell seine Informationen auf Papier bringt, ohne gleich einen schweren Drucker mit Kabelage und Stromversorgung mitnehmen zu müssen.

Der Brother MW-100 ist mit Maßen von 100 x 17,5 x 160 mm (B x H x T) und einem Gewicht von 300 Gramm (bei eingelegtem Akku und voller Papiercassette) bequem in der Aktentasche zu transportieren, die integrierte wiederaufladbare Lithium- Ionen-Batterie mit 740 mAh reicht locker für das Bedrucken eines ganzen Papiermagazins (das 50 Blatt fasst) mit normaler Druckdichte, während Brother für die für Druckseiten als Standard angenommene 7% Seitenschwärzung gar von mindestens 100 Blatt spricht. Das Druckformat des MW-100 ist A7 (bedruckbare Fläche 69 x 100 mm). Hier muss man sich überlegen, ob dies genügt (die Software kann so eingestellt werden, dass Seiten auf die Druckseite eingepasst werden). Die mobile Anwendung als solche besteht meist aus dem Drucken von Notizen, Aufgaben, Terminen, Kontakten, etc., also durchaus Informationen, die sich auf dem kleinen Format darstellen lassen.

Angesteuert wird der MW-100 über Pocket PC/Pocket PC 2002 durch die Infrarotschnittstelle, die sich an der Seite des Geräts befindet. Durchdacht, Teil 1: Brother hat dem MW-100 eine ganze Fülle von Programmen beigelegt. So ist z.B. jeder einzelne Drucktyp (also Aufgaben, Bilder, der Bildschirm, Email, Kalender, Kontakte, Notizen und die Zwischenablage) ein eigenes Programm mit eigenen, anwendungsspezifischen Funktionen. Bei den Terminen beispielsweise kann der Zeitraum ausgewählt werden, in dem gedruckt werden soll (von einem Anfangstermin bis zu einem Endtermin, so kann man z.B: die Termine einer ganzen Woche drucken).

Dazu liegt dem MW-100 eine für Brother modifizierte Version von PrintPocketCE bei, die nur mit dem MW-100 läuft. Wer die Software bereits hat, kann sich bei Fieldsoftware ein kostenloses Update herunterladen, das dann auch den MW-100 in der Liste der verfügbaren Drucker hat.


Für die Anbindung ans Notebook liegt ein USB-Kabel bei. Der "Spotsnap Snapper" ist eine kleine Applikation, mit der vom Bildschirm Bereiche markiert und gedruckt werden können, damit wird auf die Größe des möglichen Ausdrucks Rücksicht genommen (einen kompletten Screenshot auf A7 zu drucken wäre nicht wirklich sinnvoll). Über den normalen Druckertreiber kann dann wie gewohnt gedruckt werden (auch wenn es schon eines guten Auges bedarf, um eine auf A7 gedruckte A4-Seite lesen zu können, aber es geht!).

Durchdacht, Teil 2: Einer der großen Nachteile der mobilen Drucker ist die Handhabung des Papiers. Es ist nicht wirklich komfortabel, mit einer Thermopapier-Rolle zu hantieren oder einzelne Blätter manuell einlegen zumüssen. Brother hat sich auch hier etwas einfallen lassen:

Alle verfügbaren Medien sind so verpackt, dass die Außenverpackung quasi ein Papiermagazin bildet. So kann zum einen ein ganzer Block (beim Standardpapier z.B. 50 Blatt) eingelegt werden, zum anderen kann auch das Medium problemlos auf die u.a. verfügbaren Aufkleber gewechselt werden, indem man das Magazin herausnimmt und beiseite legt.

Ist der MW-100 nun die Ultima Ratio für denjenigen, der einen mobilen Drucker sucht? Der Preis (für den man schon einen ausgewachsenen Laserdrucker oder Photo-Tintenstrahldrucker bekommt) wird sicherlich den einen oder anderen Interessenten abschrecken, ebenso wie die mit dem Format A7 recht geringe Seitengröße. Auf der anderen Seite ist der MW-100 schnell (4 Seiten pro Minute im Durchschnitt), hat eine hervorragende Druckqualität, kann als winziges Paket beim PDA oder Notebook mitgenommen werden und ist mit Software und Ausstattung sehr wohl durchdacht. Die Entscheidung wird immer vom Anwender und dem Anwendungsfall abhängen. Für mich jedenfalls ist der MW-100 schnell zum ständigen Begleiter geworden.Würde man noch Bluetooth integrieren, dann wäre ich rundum glücklich... ;-)))

PREIS: EUR 399,-
FAZIT: Teuer, aber funktional, durchdacht und schick.


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