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Als sich Dell als einer der großen Computerhersteller anschickte, PDAs zu fertigen, waren die Meinungen
geteilt, und viele vermuteten einen weiteren Fall eines Herstellers, der ohne Ahnung und Erfolg den Einstieg wagte
und schnell wieder die Segel strich. Mitnichten. Mit dem Axim X5, X3 und X30 wurden Serien aufgelegt, die sich
von Modellreihe zu Modellreihe stetig verbesserten und bald einen nicht unerheblichen Erfolg vorzuweisen hatten.
Sicherlich nicht unbeeinflusst von der Modellpolitik (in einer Serie vom minimalistischen Einsteigergerät
bis hin zum satt ausgestatteten Profigerät) und den bisher extrem moderaten Preisen.
Mit dem X50 ist jetzt die aktuellste Serie auf den Markt gekommen, und das Spitzenmodell X50V ist der erste Dell
mit einem VGA-Display und zugleich der teuerste Axim aller Zeiten.

Wer bei den X3x-Serien, die alle auf dem gleichen Grunddesign beruhten, wenig Begeisterung für die Designaspekte
aufbringen konnte, der findet mit dem X50 eine komplett überarbeitete Form vor. Vergessen sind die vorstehenden
Antennen mit blauen Blinklichtern für die Wireless-Sender, vorbei ist das platte 08/15-Design des Gehäuses.
Der Axim X50 kommt in edlem, schwarzen, mit silbernen Seitenteilen abgesetztem Chassis daher, vom Eindruck her
könnte er der große Bruder des T-Mobile SDA Smartphones sein. Ein integrierter CF- und SD-Slot machen
den X50 leicht dicker als seine Vorgänger, halten ihn aber trotzdem immer noch hemdtaschen-tauglich.

Der X50V hat en 3,7 Zoll Farbdisplay, das mit 640*480 in VGA-Auflösung läuft. Wie immer bei Windows
Mobile 2003 SE erkennt man dieses nur daran, dass die Darstellung deutlich glatter und feiner ist als bei einem
QVGA-Display, das System allerdings unterstützt keine "echt" höheren Auflösungen wie es
bei einem PC oder Notebook der Fall ist. Verwendet man Zusatztools wie SE_VGA, dann läuft das Display zu Höchstform auf. Natürlich kann es nicht mit
dem des iPAQ hx4700 mithalten, im Vergleich zu den anderen VGA-PDAs bewegt es sich aber im oberen Bereich im Hinblick
auf Schärfe, Kontrast und Klarheit.

Was allerdings eigenartigerweise nicht wirklich gut gelöst ist. Das Display ist weit weniger empfindlich
auf Stiftberührungen als das aller anderen Pocket PCs, die ich bisher getestet habe. Das bedeutet zum einen
(zumindest am Anfang) immer wieder Verluste von Zeichen bei der Eingabe, auf der anderen Seite eine deutlich höhere
physische Belastung des Displays, um genau das zu vermeiden. Dies ist offensichtlich kein Einzelfall meines Geräts,
sondern wird von vielen Anwendern berichtet.

Wie einige andere Hersteller ist Dell beim Spitzenmodell dazu übergegangen, 64MB RAM und 128MB ROM zu verwenden
und damit einen großen Teil des benutzerverfügbaren Speichers im ROM zu lagern. Der Vorteil: Auch bei
einem Hardreset oder einem unbeabsichtigten Speicherverlust durch einen leeren Akku sind die Daten dort sicher.
Auch wenn es an dieser Lösung immer wieder Kritik gibt, knapp 150MB sind knapp 150MB interner Speicher, egal,
wo sie nun liegen.

Was Dell allerdings nicht wirklich verstanden hat, ist der Stromverbrauch eines PDAs mit einem solchen Display.
Der 1100 mAh-Akku ist von den Vergleichsmodellen der kleinste (gleichauf mit dem des Asus A730), und bei volleingeschaltetem
WLAN kommt man mit knapp zwei Stunden Betriebszeit schnell an dessen Grenzen, und ich kann mich nicht davon trennen,
unterwegs immer ein mulmiges Gefühl zu haben. Natürlich hält sich die Laufzeit bei entsprechenden
Stromspar-Einstellungen mit knapp vier Stunden noch in akzeptablen Grenzen, von einem High-Class-PDA sollte man
aber anderes erwarten können. Und als Alternative zusätzlich den optionalen 2200mAh-Akku zu kaufen ist
nicht unbedingt eine echte Alternative.
Wo man vom Design beim Gerät her zugelegt hat, hat man bei der Dockingstation nachgelassen: Waren früher
die Stationen hochglänzend, edel und mit blau beleuchtetem Schriftzug, so muss der Anwender beim X50 damit
leben, ein 08/15-Design auf dem Schreibtisch stehen zu haben. Auch das ist keine wirklich bedeutende Einschränkung,
aber schon ein wenig traurig.

Von der Power her ist der X50V allerdings eine Klasse für sich. Um dies der 624MHz Bulverde-Prozessor gehört
zum Zeitpunkt des Tests zu den schnellsten Prozessoren in mobilen Geräten, und der Intel 2700G Graphic Companion
Chip (3D Grafik-Beschleuniger mit 16MB eigenem Speicher), der in Kombination mit dem Prozessor für eine deutliche
Beschleuningung von 2D- und 3D-Effekten sorgt, tut sein übriges. Dell hat dem Axim X50V eine eigene CD beilgelegt,
auf der sich die 3D-Spiele StuntCar Extreme (Autorennen) und Enigmo (Geschicklichkeitsspiel) befinden. Beide laufen
in VGA-Auflösung und in 3D, und dies zu betrachten ist wirklich ein Erlebnis. Natürlich ruckelt es an
der einen oder anderen Stelle auch schon mal, vor allem in Abhängigkeit von den sonst noch laufenden Applikationen.
Vergleich man die Darstellung aber mit mobilen Spielekonsolen, dann können diese sich warm anziehen.
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