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Es gibt Zubehörteile, die testet man, weil sie gerade in aller Munde sind, aber so recht Lust dazu hat
man manchmal einfach nicht. Als mich das Angebot erreichte, die Parrot Boombox zu testen, war ich bedingt motiviert
und stimmte nur zögernd zu, Wer braucht schon eine riesige Box, die nicht portabel ist und einzig und alleine
dazu dient, über Bluetooth Audio wiederzugeben?
Alleine die Ankunft des Pakets verursachte leichte seismische Verwerfungen, als der Paketzusteller mit einer Sackkarre
kam und meine Frau das Paket kaum in den Flur gehoben bekam. "Was hast Du denn da bestellt? Ziegelsteine?!"
Nun finde ich persönlich 5,6 Kilogramm nicht so extrem schwer, aber zugegeben: Die Außenmasse und das
Gewicht in Kombination sind schon ein wenig unüblich.

Ausgepackt ist die Boombox 15x43x22,5 (HxBxT) cm groß. Vorne bedeckt eine Blende die beiden Breitbandlautsprecher
und den Subwoofer, hier sollte man beim Transport vorsichtig sein: Die Blende ist nur durch Magneten an der Box
befestigt und damit nicht fest. Oben auf dem einen knappen cm dicken Holzgehäuse befinden sich gerade mal
drei Bedienknöpfe. Mit dem einen wird die Kopplung mit Bluetooth-Geräten eingeleitet und die Box allgemein
in Bereitschaft gesetzt. Auf der Rückseite befindet sich der Netzanschluss, der Ein-/Ausschalter und ein Chincheingang,
mit denen beliebige analoge Audioquellen wie MP3-Player, CD- und DVD-Player, etc. angeschlossen werden können.
Nach all diesen technischen Details (und dem Eingeständnis, dass die Boombox alleine vom Aussehen schon etwas
hermacht) liegt das Hauptaugenmerk dieses Tests natürlich im Betrieb des Geräts. Ausschlaggebend für
den reibungslosen Musikgenuss ist das Vorhandensein des A2DP-Profils am sendenden Gerät, denn nur dieses ermöglich
Hifi-Audioübertragung. Wider der Hersteller-Angaben unterstützt die Boombox zusätzlich noch das
serielle Profil, damit können Softwareupdates über Bluetooth an die Box übertragen werden.

Die Kopplung mit einem XDA Nova funktionierte einwandfrei, nach Eingabe der Standard-PIN 0000 wurde die Boombox
als Audiogerät erkannt und der Klang direkt darauf umgeleitet. Alles noch nicht wirklich spannend…. Bis zu
dem Zeitpunkt, als die Wiedergabe einsetzte: Ich habe bereits mehrere Hifi-Bluetooth-Systeme getestet, sei es als
Headset oder als Adapter, am Ende eines Tests aber stand immer die Erkenntnis, dass vollmundige Werbesprüche
noch kein überzeugendes Produkt machen. Die Boombox allerdings ist eine wirklich rühmliche Ausnahme.
Korrigiert man die Lautstärke an der Box ein Stück nach oben, sodass man mit der internen Lautstärkeregelung
des PDAs entsprechenden Spielraum hat, dann entfaltet sich ein Klang, der eigentlich gar nicht aus so einer kleinen
Kiste stammen kann. Die Bässe sind fett und ausgewogen, die Höhen klar und transparent, der Klang dazwischen
passt sich ein. Ob Rock, Metal oder Jazz, alle wiedergegebenen Titel klangen hervorragend. Und vor allem eines
hat mich überzeugt: Ich habe bisher bei keinem Gerät so unterbrechungsfreien Musikgenuss gehabt wie bei
der Boombox. Bluetooth ist als Funkübertragungsstandard immer ein wenig anfällig gegen Störungen,
und damit muss man kleinere Aussetzer in Kauf nehmen, aber nicht bei der Boombox. Bei insgesamt 5 Stunden Test
war kein einziger Knackser oder Aussetzer zu hören, es sei denn, das wiedergebende Gerät hat sich mehr
als 6 Meter von der Box entfernt: So gross ist in der Praxis ungefähr die Reichweite, in der die Wiedergabe
bzw. Übertragung störungsfrei funktioniert.

Mit einem HTC Advantage (MDA Ameo) waren die Erfahrungen identisch. Ein wenig kniffliger wird es mit dem PC,
allerdings ist das eher ein Problem des Betriebssystems als das der Boombox: Auf meinen beiden Notebooks läuft
Windows Vista, leider hat Microsoft sich dazu entschlossen, das A2DP-Profil nicht im Standard beim MS-Bluetooth-Stack
mitzuliefern, sondern es den einzelnen Herstellern der BT-Hardware zu überlassen, es nachzuliefern. Bei meinem
Sony TX1HP konnte ich mit dem Standard-Stack wunderbar die PC-Software installieren, zum Firmware-Update connecten
und das mitgelieferte Parrot Audio Configuration Tool starten, bekam aber mangels A2DP-Profil keine Audioübertragung
hin. Nachdem Sony mittlerweile eine Vista-taugliche Version des Toshiba-Stacks online hat, war dies nach einem
Update kein Problem mehr: Auch die Übertragung des Tons des Fernsehbildes meiner Slingbox funktionierte wunderbar,
allerdings wollte jetzt die Parrot-Software nicht mehr laufen… zum Betrieb aber ein eher vernachlässigbares
Problem.
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