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Zugegeben: Bluetooth-Freisprecheinrichtungen sind seit der Einführung der Technik eigentlich eine der Standard-Anwendungen
in Verbindung mit einem Telefon, in sofern per se "langweilig". Aus dieser Sichtweise lässt sich
kaum schlüssig darlegen, warum die französische Firma Parrot sich mit ihren Freisprecheinrichtungen einer solchen Beliebtheit erfreut. Genauere Betrachtung
des Modells CK3300 beispielsweise offenbart schnell, dass es sich hier um ein Multitalent handelt.
Normale Freisprecheinrichtungen haben im Vergleich zu einem fest eingebauten Autotelefon vor allem einen Nachteil:
Ist das Telefon nicht gerade sichtbar montiert, dann fehlen Bedienelemente und vor allem das Display. Will man
nur bestimmte Anrufe entgegen nehmen, dann benötigt man die übertragene Rufnummer des Anrufers. Auch
die Wahl von Kontakten im Telefon funktioniert zwar meist über das Hilfsmittel der Sprachwahl, hat man aber
einen Kontakt nicht mit einer solchen versehen, dann muss man doch das Telefon in die Hand nehmen und diesen manuell
heraussuchen und dann wählen.
Die CK3300 löst dies elegant, in dem sie als Bedienelement nicht nur zwei Tasten zur Rufannahme und -Beendigung
besitzt, sondern eine komplette Steuereinheit inkl. grafischem Display.

Ist das Telefon einmal gekoppelt, dann erkennt die Parrot es schon beim Einschalten und zeigt bei den gängigen
Handytypen dessen Namen, die Akku- und Signalstärke an, also all das, was auf dem Handydisplay sichtbar ist.
Und noch viel wichtiger: beim ersten Anschluss wird automatisch das Telefonbuch vom Telefon auf die Freisprecheinrichtung
synchronisiert. Alle Kontakte stehen innerhalb von kurzer Zeit direkt über die Steuereinheit der Parrot zur
Verfügung und können durch Drehen des Einstellrades nach Buchstaben (oder als komplette Liste) abgerufen
und verwendet werden, ohne, dass das Telefon in die Hand genommen werden muss. Eine Sprachwahl ist natürlich
auch direkt möglich.
Wichtig für Fahrzeuge, die von mehreren Personen genutzt werden: Das Telefonbuch ist mit der Bluetooth-Partnerschaft
verknüpft, nur, wenn das entsprechende Telefon mit der Parrot verbunden ist, kann man darauf zugreifen.
Bei Pocket PCs mit Telefon und Windows Smartphones funktioniert das Ganze ein wenig anders: eine automatische Synchronisation
findet nicht statt, stattdessen können aber per Bluetooth vom Endgerät Kontakte an die Freisprecheinrichtung
gesendet werden, die dann genau so zur Verfügung stehen. Im Display der Freisprecheinrichtung steht dann lediglich
der Bluetooth-Name des Geräts und "Netz ok", wenn es Empfang hat.
In beiden Fällen wird aber im Unterschied zu anderen Herstellern bei einem eingehenden Ruf die Nummer ins
Display übertragen, und in Fällen, wo zu dieser Nummer ein Kontakt gespeichert ist, auch gleich der Name
angezeigt.
Benutzer von unterschiedlichen Endgeräten (oder schnell wechselnden Endgeräten) sollten aufpassen: Die
Parrot CK3300 kann nur fünf Partnerschaften verwalten, beim Versuch, ein sechstes Gerät zu koppeln kommt
dann die Fehlermeldung "Kopplung fehlgeschlagen". Lösung dazu schafft das Löschen einer nicht
mehr benötigten Partnerschaft.

Spannend wird die CK3300 aber vor allem, weil sie als bisher einzige Freisprecheinrichtung ein GPS integriert
hat. Der Gedanke ist so einfach wie genial: Wenn schon ein Bluetooth-Sender im Auto sitzt und Kabel an die Autoelektronik
verlegt werden müssen, dann kann auch gleich ein Kabel mehr verlegt werden und mit einer GPS-Antenne die Voraussetzung
zur Navigation geschaffen werden. Ob Smartphone oder PDA: mittlerweile gehört Bluetooth in den mobilen Geräten
zum Standard, und um sich Kabelgewirr im Auto zu sparen, gehen viele Anwender für die Zwecke der Navigation
von der GPS-Maus weg zur Bluetooth-Maus, die ebenfalls per Funk die Position an das angeschlossene Endgerät
meldet.
Somit bietet die CK3300 zwei parallel funktionierende Bluetooth-Dienste an: Den GPS-Dienst (der einfach ein
serieller Dienst ist, sich hier NMEA over Bluetooth nennt) plus den Dienst für die Freisprecheinrichtung (Headset/Handsfree).
Im optimalen Fall (mit Symbian-Handies) funktioniert dies so parallel, dass auch die Sprachanweisungen des Navigationssystems
über Bluetooth über die Autolautsprecher kommen. Aber auch bei Nutzung von zwei separaten Endgeräten
für die Navigation und das Telefonieren (PDA und Telefon) funktioniert es: die Navigation auf dem PDA läuft
ununterbrochen weiter, während man mit dem Telefon über die Parrot telefoniert.
Der Empfang ist ordentlich, die Position beim Neustart bzw. Verbindungsverlust schnell bestimmt, und sie funktioniert
mit den gängigen Navigationssystemen wie Destinator, TomTom, Route66 und auch Navigon (was heisst, dass der
Empfänger auch das VTG-Signal liefert).

Alles in allem also eine komplette, runde Lösung.
Und wenn man schon alles per Bluetooth macht, dann ist auch ein Update der Firmware kein Problem. Auf der Parrot-Seite
kann eine kleine Applikation für den PC heruntergeladen werden, mit der die dort ebenfalls liegenden Firmwareupdates
per Bluetooth in die Parrot gespielt werden können. Dies empfiehlt sich, beim Testgerät war beispielsweise
mit der Standard-Firmware kein paralleles Telefonieren und Navigieren möglich, bei einem Gespräch wurde
die Navigation unterbrochen und nach Beendigung des Rufs wieder freigegeben, nach dem Update funktioniert beides
parallel.
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