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Das Warten auf ein vernünftiges und günstiges Navigationssystem für
den iPAQ war lang, und der Weg über die Tegarons und Routeplanner Millenniums dieser Welt beschwerlich und
manchmal arg frustrierend. Dabei ist die Grundidee doch so einfach: Wenn man einen PDA mit hoher Rechenleistung
wie den Compaq iPAQ besitzt, und dazu noch eine wohldefinierte Schnittstelle nach außen hat, warum soll man
dann nicht eine professionelle Navigation hinbekommen?
Endlich scheint mit dem Destinator-System eine Lösung auf dem Markt
zu sein, die zugleich kostengünstig und leistungsstark ist.

Nachdem die Unbillen des Posttransports überwunden sind und das Testsystem
auf meinem Tisch liegt, hier ein erster Eindruck. Fairerweise habe ich das System auf ein paar längeren Fahrten
ausführlich getestet, bevor ich mein endgültiges Urteil abgegeben habe.
Im Lieferumfang: Die GPS-Maus, die einen 12-Kanal-GPS-Receiver enthält, das
kombinierte Stromkabel, das sowohl den iPAQ als auch die GPS-Maus mit Strom versorgt und den und ebenfalls die
Datenverbindung herstellt, ein Aufbewahrungsbeutel und die CD mit der Deutschlandkarte.
Die Inbetriebnahme (26.10.01/21:00h)
Nach einer wie erwartet problemlosen Softwareinstallation und der
Übertragung der relevanten Karten (Deutschland teilt sich in 13 Kartenabschnitte, die zwischen 44 und 72MB
groß sind) galt der erste Blick dem Empfang der Positionsdaten der Satelliten. Zwei Dinge fallen dabei ins
Auge: Obwohl das System einen Cold Boot machen mußte (da es noch nie in der hiesigen Gegend war, muss es
die Satelliten neu erkennen) war es in unglaublich kurzer Zeit online. Dazu kommt, dass Destinator die beste Darstellung
des Satellitenempfangs hat, die ich bisher gesehen habe:

Die erste Fahrt (26.10.01/22:05h)
Seit der Fahrschule war eine Nachtfahrt nicht mehr so aufregend. Die
Karte für Krefeld (Nordrhein-Westfalen South) installiert, im Auto die Position holen lassen und den Weg einmal
quer durch die Stadt geplant. Ratzfatz ist die Route da (objektiv im Vergleich schneller als bei meinem Festeinbau-Navi
von VDO-Dayton!). Gut, dann fahrn´mer mal. schon direkt nach dem Losfahren weist mich meine elektronische
Begleiterin darauf hin, dass ich in 500 Metern links abbiegen muss. "Links abbiegen, in 500 Metern".
Das wiederholt sie in regelmäßigen Abständen mit der entsprechenden Entfernungsangabe.

Die Kartendarstellung ist gut, sicherlich nicht so detailliert wie bei CityMaps,
aber eben dem Maß an Aufmerksamkeit angemessen, den man einer Karte während der Fahrt schenken kann.
Und dann der Härtetest, wie er in der Realität immer wieder stattfindet.
Ich ignoriere sie. Warum soll ich hier geradeaus fahren, wenn es rechts ab doch auch schön aussieht (auch
wenn es mich meinem Ziel nicht unbedingt näher bringt)? Genau einen Straßenzug läßt mich
mein elektronischer Beifahrer in dem Glauben, ich käme mit meiner Eigenmächtigkeit durch, dann hat sie
die neue Route parat. Und die ist (ungewollt) arg gemein. Mitten durch Seitenstraßen (gemeinhin als "Schleichweg"
bezeichnet) und mit sehr schnell aufeinanderfolgenden Rechts-Links-Kombinationen. Aber: selbst ohne Zuhilfenahme
des Displays sicher und korrekt!
Hilfreich auch die Umschaltung von Tag- und Nachtmodus:

Alles in allem ist die Darstellung ein wenig blasser und nicht so farbenfroh,
aber deutlich angenehmer für die im Dunkel empfindlicheren Augen.
Die erste längere Fahrt (27.10.01/18:00h)
Um nicht, wie andere Tester-Kollegen, einen Ehekrach zu riskieren,
ist die Fahrt zu Freunden (ca. 60km) willkommen, bietet sie doch die Möglichkeit, das nützliche mit dem
sowieso nötigen zu verbinden. Start und Ziel befinden sich im selben Kartenausschnitt, in sofern sind keine
weiteren Schritte nötig als bei der ersten Fahrt gestern. Allerdings komme ich so langsam auf den Gedanken,
vielleicht doch mal das Adreßbuch zu nutzen... Dies läßt sich im Zieleingabe-Bildschirm aufrufen
und bietet Platz für häufig verwendete Adressen. Man spart sich bei weiteren Wegplanungen dann die Neueingabe
und Ort, Straße und Hausnummer, wählt stattdessen nur aus dem Adreßbuch den entsprechenden Eintrag
aus.
Im Gegensatz zur ersten Fahrt diesmal auf dem Beifahrersitz, bleibt Zeit, auf Details zu achten: Da fällt
mir plötzlich ins Auge, daß der Zoom auf den Kartenbildschirm sich ändert. Und richtig: bei Geschwindigkeiten
unter ca. 60km/h ist der Maßstab 100m, bis ca. 120 km/h ist er 200m, darüber 400m. Mit Diesel-Familienkutsche
kam ich leider nicht deutlich über die letzte Grenze, vielleicht kann mir ein SLK-Fahrer mal sagen, ob bei
über 250 km/h das Zoom-Level nochmal steigt? ;-))) Mal ernsthaft: Diese Funktion ist ungemein hilfreich: Fährt
man schnell, dann würde bei kleinem Maßstab der Kartenausschnitt dauernd wechseln, und eine derartige
Detailtiefe ist absolut nicht nötig. Nachteilig vor allem: die fehlende Übersicht (z.B. schon länger
vorher zu sehen, wann eine Ausfahrt kommt). Auf der anderen Seite ist es im Stadtverkehr geradezu unabdingbar,
möglichst detailliert zu sehen, wo man gerade abfahren muß, weil kleinere Straßen einfach näher
zusammenliegen als Autobahnabfahrten.
Die Auto-Zoom-Funktion ist optional, man kann auf Wunsch auch mit einem festen Zoom-Level fahren bzw. mit eingeschaltetem
Autozoom manuell heran- oder wegzoomen.

Ansonsten bestätigt sich der erste Eindruck: Das Kartenmaterial ist sehr
gut und aktuell, auch in Bereichen, in denen die Verkehrsführung gerade geändert wurde, wird der richtige
Weg angezeigt. Entscheidet man sich aus Gewöhnung mal für eine andere Strecke als der Destinator vorschlägt,
folgt die Neuplanung kurzfristig und sehr schnell.
Die erste Fahrt über Kartenabschnitte hinaus (29.10.01, 16:30)
Gut, da wird es schon ein wenig kniffliger. Zum Tragen kommt das Konzept, daß in
jedem Kartensegment auch alle größeren Straßen von ganz Deutschland enthalten sind. Prinzipiell
gibt es zwei Wege, eine Route, die über mehr als einen Kartenabschnitt führt, zu planen:
1.) man plant aus der Detail-Karte des Startorts heraus in den Zielort (was eine detaillierte Führung vom
Startort zur entsprechenden Autobahn bedeutet). In diesem Fall kann man dann nur den Ort selbst als Ziel angeben
(bzw. eine der größeren Straßen in diesem Ort). Dies macht am Zielort einen kurzen Stopp nötig,
um die Detailkarte aufzurufen und im Detail den Weg zum Ziel zu planen.
2.) man ruft die Karte des Zielgebiets auf, wählt das Ziel (aus Adreßbuch bzw. unter Eingabe von Ort
und Straße) und startet die Navigation. Da in jedem Kartensegment alle größeren Straßen
in Deutschland gespeichert sind, bekommt man auch aus Randgebieten eine Richtungs- und Entfernungsangabe, auf welche
größere Straße man muß, hat man diese einmal errreicht, dann wird man bis zum Ziel detailliert
geroutet.

Vor allem für Navigation aus einem bekannten Gebiet heraus ist die zweite
Möglichkeit angenehm. Sie hat vor allem auch den Vorteil, dass man im schlimmsten Fall nicht mal das Kartensegment
des Startgebiets installiert haben muss und so Speicherplatz sparen kann.
Während der Fahrt auch der erste Tunnel: Die GPS-Navigation ist darauf ausgelegt, dass der Empfänger
freie Sicht auf den Himmel hat und die Signale der Satelliten frei empfangen kann. Ein Tunnel da per definitionem
eher weniger hilfreich... "Normale" Navigationssysteme (die allerdings beim drei- bis fünffachen
des Destinator-Preises liegen), haben dagegen im Navigationsrechner einen Gyro (Kompass) und sind mit Tacho und
Schaltung des Fahrzeugs verbunden, können also Phasen ohne Satellitenempfang überbrücken. Rein GPS-basierende
Sytsme wie Destinator setzen dagegen die Positionsangabe kurzfristig aus, um nach dem Tunnel sofort wieder aufzusetzen.
Vollkommen unproblematisch also. Zur Kontrolle ist übrigens der Empfangsanzeiger unten rechts im Display recht
hilfreich, zweigt er doch normalerweise die Anzahl der empfangenen Satelliten an (und wird knallrot, wenn kein
Empfang möglich ist).
Und dann der ungeplante Ernstfall. Ich wundere mich gerade noch, dass meine CD
so eigenartig klingt und scheinbar die Bässe von Dream Theater die Fahreigenschaften so stark beeinflussen,
da stellt sich heraus, das beides von einem platten Reifen kommt. Nachdem ich mich gerade noch zu einer Autobahntankstelle
retten kann und dort den Reifen gewechselt bekomme, stehe ich vor einem Problem: Höchstgeschwindigkeit 80
Stundenkilometer, der Ersatzreifen ist ein Notrad. Also nicht wirklich geeignet für die Autobahn. Um aus der
Not eine Tugend zu machen, wähle ich als Routenkriterium zurück nach Hause "Kürzeste Fahrtstrecke",
in der Hoffnung, daß "kurz" meist "wenig über Autobahn" heisst. Richtig! Nachdem
Destinator zwar ob der Nähe zur Autobahn erst eine Strecke über die A52 plante, überlegt das System
sich recht fix nach verlassen der Autobahn einen Weg durch Düsseldorf hindurch. Detailliert, klar und sicher.
Zu guter Letzt noch eine witzige Kleinigkeit: Der Aufzeichnungsmodus. Destinator
zeichnet auf Wunsch eine komplette Fahrt auf, die dann so wieder abspielbar ist, als würde man die Strecke
erneut fahren, incl. aller Anweisungen.

Damit man nicht endlos darauf wartet, an die entsprechende interessante Stelle
zu kommen, kann man über einen Slider vorspulen bzw. die Wiedergabegeschwindigkeit bis um den Faktor 3 erhöhen.
"Die Quadratur des Kreises" oder "Der erste Kreisverkehr"
(07.11.01)
Ein Horrorszenario für jeden der Gegend unkundigen Fahrer: Der Kreisverkehr. Wo raus? Welche Spur? Und warum?
Heute dann der erste Test des Destinator in einem Kreisverkehr mit 6 Ausfahrten. Ergebnis: Problemlos.
 
Die Ansage "Im Kreisverkehr dritte Ausfahrt" war vollkommen korrekt
und auch ohne Blick auf die Karte befolgbar. Einziges Manko: Einen Screenshot zur rechten Zeit machen... ;-)))
Nach mehreren Fahrten sowohl in unbekanntem als auch in bekanntem Terrain steht
eins fest: Destinator muss sich nicht hinter einem "professionellen" (sprich: festeingebauten) Navigationssystem
verstecken, im Gegenteil! In vielen Punkten ist es der Konkurrenz einfach über (Geschwindigkeit der Ortung
und der Neuplanung, Preis, etc.).
"Destinator Jam" oder "Stau bis zum Speicherüberlauf"
(09.11.01)
Ein schöner Test: Einmal quer durch die Republik von Krefeld nach Bautzen. Natürlich auch die optimale
Gelegenheit, Navigationssysteme zu testen. Und kurz gesagt: Destinator hat wieder mit Bravour bestanden. Vor allem,
da ich endlich mal mutig war und Destnator (statt meinem CarIn) geglaubt habe. Siehe da, die Stecke war mit Destinator
kürzer, weil ein Teilabschnitt der A14 gerade relativ neu war und beim Material meines Festeinbau Navis noch
nicht existierte. Ich fuhr also herrlich auf einer Autobahn, während CarIn meldete "Bitte fahren Sie
eine eingezeichnete Strasse an!". Destinator hatte Karten- und Streckendaten so aktuell, dass es keinerlei
Probleme gab.
Einziger Knackpunkt: Die Staus... Das unten abgebildete Autobahnkreuz (kurz vor
Chemnitz) habe ich ungefähr zwei Stunden bewundern dürfen, da ein auf der rechten Spur liegengebliebener
Bus den Verkehr total zum Erliegen brachte.

Aber als wäre das nicht schlimm genug, kamen die Verkehrssplaner kurz HINTER
Chemnitz auf die kluge Idee, die A4 einfach mal zu sperren, um Bauarbeiten durchführen zu können. Und
das an einem Freitag abend um Mitternacht bei dickstem Verkehr. Hätte ich die Route von Destinator auszeichnen
lassen, wäre der Speicher garantiert übergelaufen.
Eine Sache, die ich aber noch schätzen gelernt habe: Die Routenzusammenfassung
mitdetaillierten angaben, wann man wo abbiegen muss bzw. wie lang die einzelnen Streckenabschnitte sind:
Frühling, Sonne, Strand und Meer: Das 38xx-System
und die Europa-Karte (03.02.02)
Alles kam zusammen: Das erste für den iPAQ 38xx verfügbare System und die Europa-Karte, beides zusammen
auf dem Weg nach Holland. Und dank meiner Benelux-CD im Festeinbau-Navi auch der Vergleich damit.
Destinator läuft auf dem mit PocketPC 2002 ausgestatteten iPAQ 3870 ebenso
stabil wie auf dem 36xx. Einzig beim Abziehen der GPS-Maus im Betrieb des Systems hängt sich die Applikation
auf und verlangt einen Soft-Reset, anders als unter CE 3.0, aber sonst keinerlei Probleme. Was immer wieder auffällt,
ist die Detailgenauigkeit und Exaktheit der Navigation: Beim Fahren auf einer Strandstraße und (wissentlich)
falschem Abbiegen fordert das System lautstark, man solle wenden. Die Stellen, die dazu angegeben werden, sind
exakt Pannenbuchten, also ein Straßendetail, das so winzig ist, daß es "normale" Systeme
nicht mal gespeichert haben. Schaut man sich dazu noch an, daß alle Systeme momentan starke Probleme mit
der verminderten Genauigkeit der Satellitendaten haben, so ist es immer wieder faszinierend, daß die Entfernungsangaben
trotzdem im weitaus größten Teil der Fälle bis auf fünf bis zehn Meter genau sind.
In der Abbildung unten: die Anzeige von Destinator und der Blick auf die reale Situation:
 
Destinator zum Selberbauen: Das neue System (16.02.02)
Und weiter geht es. Als erster Hersteller hat Destinator erkannt, das der Wechsel des PDAs nicht so unbedingt der
seltenste Fall ist. Stellt sich das Problem, daß jeder PDA spezifische Ladespannungen und -Stecker hat, und
der Anschluß an der seriellen Port ebenfalls gerätespezifisch ist. In einer Besprechung mit Destinator
Ende letzten Jahres erwägte man verschiedene Varianten, und die von mir präferierte wurde nun umgesetzt
(was nicht heißen soll, ich wäre schuld... ;-))): Die GPS-Maus, die teuerste Komponente, ist für
alle Systeme einheitlich. Im Gegensatz zum ersten System ist sie nun einzeln und am Ende mit einem standard-RJ45-Stecker
versehen (im Bild links). Das PDA-spezifische Kabel (im Bild rechts) hat am einen Ende den 12-Volt-Ladestecker
samt Elektronik, am anderen Ende den PDA-Spezifischen Anschluß. Es ist austauschbar, und wird in der Zukunft
einzeln angeboten werden. Wer seinen PDA wechselt, der braucht nur das deutlich kostengünstigere PDA-Kabel
austauschen und kein neues System kaufen.

Grund genug, mit dem "neuen" Destinator und dem bei mir auch ziemlich
neuen HP Jornada 568 mal wieder eine Nachtfahrt zu unternehmen.Fazit: neues System, alte Zuverlässigkeit.
Und wenn mir morgen danach ist, meinen 3660 mitzunehmen, dann stöpsele ich halt das PDA-Kabel um... ;-)))

Umbau des Systems vom iPAQ 36xx auf den iPAQ 38xx
Wer ein iPAQ 36xx-Destinator-System hat, der wird dankbar auf die Seite von Torsten Schlegel schauen:
Der baut nämlich das System von 36xx auf 38xx um, und das für einen im Gesamtzusammenhang fairen Preis
von EUR 50,-!!! Einzig das Thema "Garantieverlust" sollte man beachten.
Adaptierung von 36xx-Systemen auf iPAQ 38xx

Gomadic Adapter iPAQ 36xx auf 38xx

Der große Vergleich zu Distefora
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