Lange Zeit hatte man eigentlich keine ernsthafte Alternative, mit einem iPAQ echte, professionelle Navigation im
Auto zu betreiben. Wie es dann aber oft ist, geben sich dann in kürzester Zeit ernstzunehmende Konkurrenten
die Klinke in die Hand.
In den Einzeltests konnten beide Konkurrenten unter Beweis stellen, dass sie durchaus mit festeingebauten und deutlich
teureren Navigationssystemen mithalten können, ihnen gar teilweise überlegen sind. Dieser Vergleich soll
nun noch einemal kurz Vor- und Nachteile beider Systeme gegenüberstellen.
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Kartenmaterial:
NavTech Kartenmaterial, sehr detailliert, aufgeteilt (für Deutschland) in 12 Segmente, die jeweils zwischen
44 und 72MB groß sind. Jedes Segment enthält die "Major Roads of Germany", also Bundesstraßen
und Autobahnen, damit ist eine Navigation im ganzen Bundesgebiet möglich. Sogenannte Points of Interest (POI)
sind zwar als Ziele verfügbar, werden aber nicht in der Karte angezeigt. Dafür ist die Kartendarstellung
im Navigationsmodus aber sehr detailliert.
Ebenfalls im Standard-Lieferumfang: Die "Major Roads of Europe" (MRE).
Zusätzlich verfügbar: Europa (EUR 149,-) und Nordamerika, dazu Einzelkarten der europäischen Länder
(D,A,CH,I,S,P,D, DK,SV,FIN,UK,IR, jeweils EUR 99,-) .
Vorteil:
Ohne großen Aufwand kann man sich den gewünschten Bereich auf das mobile
Gerät kopieren und im Prinzip in ganz Deutschland navigieren, mit den MRE in ganz Europa (City to City)
Nachteil:
In jedem Fall braucht man eine Speicherkarte, denn 44MB hat man (im besten Fall)
selten frei. |
Kartenmaterial:
Kartenmaterial der Firma TeleAtlas (wie auch in Festeinbau-Navis), Karten werden am PC erstellt: Entweder als
Route (Start-, Ziel- und beliebige Zwischenpunkte). In der berechneten Route wird um diese Punkte ein festzulegender
Radius an Karte plus ein festzulegender Korridor um die Route exportiert. Alternativ können auch Bereiche
exportiert werden, i.g. hat ganz Deutschland knapp 900MB. In der jeweiligen Karte werden auch die POI angezeigt:
Krankenhäuser, Tankstellen, Bahnstationen, etc.
Ab 2002 auch für Österreeich und die Schweiz verfügbar.
Vorteil:
Eine exportierte Route ist auch im Hauptspeicher des iPAQ zu halten, so ist z.B. die ca. 680km lange Route Krefeld->Bautzen
gerade mal 7,5 MB groß.
In der Karte werden auch die POI angezeigt.
Nachteil:
Die Kartendarstellung ist im Navigations- Modus recht karg. |
Routing:
In verschiedensten Variationen kann man sich das Ziel auswählen, verschiedene Kombinationen aus Ort, Straße,
PLZ, POI, Kreuzung sind möglich. Einmal eingegebene Ziele kann man pro Karte in ein Adressbuch legen und schnell
wieder aufrufen.
Die Zielführung ist detailliert, in allen durchgeführten Tests ist die Route akzeptabel. Wie bei allen
Navigations- Systemen kommt es aber auch bei Destinator vor, dass man mal unsinnig fahren soll.
Die Ansicht ist immer aufgeteilt in Karte und Richtungsanzeige. Parameter wie Entfernung, Ankunftszeit und Dauer
können hinzugefügt werden. Die Karte wird automatisch gezoomt, um sich der Geschwindigkeit des Fahrzeugs
anzupassen.
Das Rerouting nach Verlassen der Route ist genial schnell.
Vorteil:
Schnelle, zuverlässige Wegführung, Zielführung auf Hausnummernbasis
ist extrem genau.
Tabellarische Routenübersicht zur Grobübersicht der Route.
Nachteil:
Manchmal wäre eine größere Pfeildarstellung wünschenswert (für die nächste Version
angekündigt: automatische Umschaltung der Pfeildarstellung auf halbe Displaygröße vor Kreuzungen.) |
Routing:
Hat man einen Bereich einer Karte auf den iPAQ exportiert, dann kann man aus den vordefinierten Zielen wählen.
Vorsicht allerdings, wenn man diese nach PLZ eingegeben hat: 47807 (Krefeld) muss dann als "Fischeln"
(der Stadtteil) eingegeben werden. Einmal gewählte Ziele können in die persönlichen Ziele übernommen
werden und stehen schnell zur Verfügung.
Die Zielführung ist detailliert, in allen durchgeführten Tests ist die Route akzeptabel. Wie bei allen
Navigations- Systemen kommt es aber auch bei P1 vor, dass man mal unsinnig fahren soll.
Wunderschön ist die Umschaltung zwischen Karten- und Pfeilansicht (einfach durch Tippen auf das Display).
in der Pfeilansicht werden kritisch schnelle Wechsel ("in 100m links, dann in 40m rechts") auch in einer
Anweisung angezeigt.
Das Rerouting und auch die initiale Routenberechnung sind schnell.
Vorteil:
Schnell, zuverlässig, durch die Pfeilansicht auch mit kurzen Blicken zu erkennen.
Offline-Navigation möglich durch Eingabe von Start- und Zielpunkt.
Nachteil:
Hausnummern sind in vielen Fällen anders als in der Realität.
Keine tabellarische Routenübersicht |
Sprachführung:
Eine Frauenstimme, wie immer nicht wirklich erotisch, aber funktional. Die Anweisungen sind von der Intensität
und Häufigkeit in Ordnung.
Vorteil:
Beim Start von Destinator wird automatisch auf höchste Lautstärke geschaltet.
Nachteil:
In Autobahnkreuzen wäre ein Hinweis auf die Richtung bzw. Ausfahrt, die man
auf die andere Autobahn nehmen soll, hilfreich. |
Sprachführung:
Ebenfalls eine Frauenstimme, die die Anweisungen gibt. Schön bei Autobahnauffahrten "In 200 Metern
rechts, <dideldii> zur Autobahn".
Vorteil:
Etwas detaillierter als bei Destinator..
Nachteil:
Hat man die Sytsemlautstärke heruntergesetzt, muß man manuell ins System
gehen (P1 läuft im Fullscreen), um die Sprachanweisungen verstehen zu können. |
Autohalterung:
Noch keine.
Vorteil:
Man legt sich nicht im vorhinein fest, mit welchem Jacket man arbeiten möchte,
dies macht den Preis erst mal geringer.
Nachteil:
Zusatzinvestition nötig.
Beide Hersteller prüfen momentan alternative Halterungen! |
Autohalterung:
Für den nackten iPAQ.
Vorteil:
Formschöne Halterung im Lieferumfang.
Nachteil:
Momentan leider nur für den nackten iPAQ.Verwendet man ein Jacket in einer
Universalhalterung, dann hat man die Standardhalterung zusätzlich im Auto rumfliegen.
Beide Hersteller prüfen momentan alternative Halterungen! |
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DETAILTEST
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DETAILTEST
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Stellt sich nun die alles entscheidende Frage, welches der beiden Systeme man nehmen soll:
Und auch wenn ich wollte, eine eindeutige Entscheidung gibt es nicht. Am liebsten würde ich beide im Auto
lassen, um in den entsprechenden Situationen eben das in dem Moment bessere System aussuchen zu können. Die
einzige grobe Unterscheidung, die ich wählen würde: P1 ist eine geniale Lösung, wenn man ohne zusätzlich
Speicherkarte feste Routen fährt bzw. in einem kleinen Bereich navigiert (wo die Kartendaten in den Hauptspeicher
passen). Destinator ist extrem leistungsfähig, weil man mit dem kleinsten Kartensegment immer die wichtigsten
Straßen aus ganz Deutschland zur Verfügung hat, und wenn man (auf Grund eines Staus o.a. eine andere
Autobahn wählen muß, dann ist auch das kein Problem. Verläßt man bei P1 den am PC angegebenen
Korridor um die Strecke (Standard: 2km), dann ist die Navigation am Ende.
Unabdingbar ist Destinator, wenn man nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und ggf. soagar Nordamerika
unterwegs ist.
Wie auch immer: Das Wichtigste ist, daß beide Systeme auch bei intensiven Praxistests hervorragende Leistung
gezeigt haben, und man meiner Meinung nach mit dem Kauf jedes der beiden Systeme nichts falsch macht. |