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Nach den diversen vor Markteinführung abgekündigten PDAs mit integriertem Telefon und der erfolgreichen
Marktreife des iPAQ 6340 schickt sich Hewlett Packard nun an, im Sommer 2005 ein weiteres Pocket PC Phone Edition-Gerät auf
den Markt zu bringen. Der als "Mobile Messenger" bezeichnete PDA bringt einiges an Besonderheiten mit
sich, ein Prototyp durfte sich unserem Vorabtest stellen:

Für das Messaging war es wichtig, eine Tastatur zu integrieren, was HP bereits mit dem iPAQ 4350 erfolgreich
umgesetzt hatte. Um den Formfaktor allerdings ein wenig gefälliger zu halten, wurde ein Feature von Windows
Mobile genutzt, das erst seit der Second Edition von Windows Mobile 2003 verfügbar ist: Die native Unterstützung
anderer Auflösungen als der Standardauflösung von 320*240. So ist der hw6500 der erste PDA auf dem Markt,
der ein sogenanntes "Square Screen", also ein quadratisches Display mit einer Auflösung von 240*240
Bildpunkten nutzt. Der so gesparte Platz (und die Tatsache, dass das Display "nur" eine Diagonale von
3 Zoll hat) führt dazu, dass der Mobile Messenger vom Aussehen her nicht auffällt. Wer jetzt "Treo"
sagt, beschreibt den visuellen Eindruck durchaus zutreffend!
In der Praxis bemerkt man die fehlenden Pixel immer dann, wenn viele Informationen dargestellt werden sollen, sei
es im Heute-Bildschirm, im Kalender, etc., eine Tatsache, an die man sich erst gewöhnen muss.

Mit 64MB RAM (von denen 58MB nutzbar sind) und einem freien ROM (iPAQ File Store) von knapp 8MB, dem 312MHz
Intel PXA-272-Prozessor gehört der hw6500 sicherlich nicht zur Gattung der Power-PDAs, aber dies war offensichtlich
auch nicht die Absicht von HP: für unterwegs ein kleines, kompaktes Gerät zu schaffen, dessen Hauptaugenmerk
Kommunikation ist, dieses Ziel hat HP ohne Frage erreicht. Wie gewohnt ist die Tastatur des hw6500 durch die relativ
dicken und somit gut spürbaren Tasten nach kurzer Gewöhnung sicher und schnell zu bedienen und schlägt
die des HTC Blue Angel (MDAIII, XDAIII, etc.) um Längen. SMS, MMS, Emails sind im Nu geschrieben, und die
Autokonfiguration des Geräts, die aus der eingelegten SIM-Karte die Betreibereinstellungen für die Datenverbindungen
automatisch erstellt tut ihr übriges für die leichte Nutzung.

Ebenfalls eine Premiere: Neben dem IO-fähigen SD-Slot hat der hw6500 einen zusätzlichen Slot für
miniSD-Karten, wie sie vermehrt bei Smartphones Verwendung finden. So können schnell zwischen Geräten
Daten ausgetauscht werden bzw. der SD-Slot für eine Applikationskarte verwendet werden und der miniSD-Slot
zur Speichererweiterung.
Das ist gut so, denn der Mobile Messenger hat neben seinen diversen Vorteilen auch einen Nachteil: Bluetooth ist
integriert, WLAN leider nicht. Die Anschaffung einer SD-WLAN-Karte macht also durchaus Sinn, wenn man kabellos
ins Internet möchte, ohne dies per GPRS oder CSD zu tun.

So richtig spannend aber ist das Gerät durch das integrierte AGPS. Alle bisherigen PDAs mit eingebautem
Satellitenempfänger fallen durch ihre offene, teilweise ausklappbare, teilweise feste Antenne auf. Beim hw6500
ist diese fest im Gehäuse integriert und somit komplett unsichtbar. Und noch mehr: Wird dieser Service angeboten,
dann wird der Empfang durch Daten des Mobilfunkbetreibers unterstützt, der aus den Zellinformationen unterstützende
angaben zu Position machen kann und somit einen schnelleren Fix und einen unempfindlicheren Empfang sicherstellen
kann, eben "Assisted GPS", weitere Infos finden sich beispielsweise hier.

Im Test war der normale GPS-Empfang mit dem TomTom Navigator und seiner GPS-Engine vollkommen problemlos und
ein Unterschied zu einem externen GPS nicht zu bemerken.
Zu guter Letzt hat HP dem hw6500 noch eine integrierte Digitalkamera mit 1.3 Megapixeln spendiert, die durch
einen "Blitz" (eine helle LED) unterstützt wird. Um den steigenden Ansprüchen von Firmen auf
kameralose Geräte (als Schutz gegen Wirtschaftsspionage) zu entsprechen, wird es mit dem hw6510 auch ein Gerät
ohne Kamera geben.

Der vorliegende Prototyp ist noch kein Release-Gerät, in sofern sind Aussagen über Stabilität,
Performance und Akkulebensdauer nicht verlässlich. Positiv in jedem Fall: Schon jetzt hält er in der
Normalanwendung gute zwei Tage mit einer Akkuladung durch und tritt damit in die Fußstapfen des 6340. Alles
in allem ist der Eindruck rundum positiv: Das Gerät hat eigentlich alles, was man unterwegs braucht, wer einen
WLAN-Hotspot nutzen will, der kann eine SD-WLAN-Karte mitnehmen (beispielsweise die Socket SD-WLAN funktioniert
problemlos). Im Gegensat zum MDAIII und seinen kompatiblem Geräten ist der hw6500 wohltuend klein und handlich.
Es bleibt zu hoffen, dass das quadratische Display in der Anpassung der Programme auf 2003SE berücksichtigt
wurde, um dem Anwender nervige Rollbalken zu ersparen.
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