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Ein Tablet PC ist eine feine Sache. Keine Tastatur, die man rumschleppt, Text gibt man auf dem Bildschirm in
Handschrift ein bzw. tippt auf einer virtuellen Tastatur. Irgendwann allerdings stellt man fest, daß das
ganze anstrengend ist, und sucht nach einer Lösung, die gleichwohl portabel und flexibel wie ein Tablet PC
und komfortabel wie eine Tastatur ist.
Und zwangsläufig führt der Weg dann zu einer Texterkennung. Der iPAQ User kennt mittlerweile die von
IBM entwickelte ViaVoice-Technologie, die als Pocket PC-Software einigen iPAQs beilag.
linguatec bietet mit der linguatec Voice Pro
10 USB-Edition ein Paket an, das allen Ansprüchen mehr als genügt.
Es werden auf Anhieb 1 Mio. Wörter und Ausdrücke sowie rund 100.000 Fachbegriffe aus den Bereichen
Recht, Wirtschaft und Computer & IT erkannt. Das Vokabular kann um einen persönlichen Wortschatz von weiteren
64.000 Wörtern erweitert werden. Im Lieferumfang der USB-Edition ist dazu das USB-Headset Labtec Axis-711,
das durch Digitalfilter eine deutlich verbesserte Spracherkennungsqualität bietet, als normale analoge Headsets
dies leisten können. Am Kabel befindet sich eine kleine Box, mit der die Lautstärke geregelt werden kann
bzw. das Mikrofon stummgeschaltet werden kann. Wichtig dann, wenn man zwischendurch "normal" sprechen
will, ohne daß dies ins Diktat mit aufgenommen wird. Der Tragekomfort des Headsets ist sehr gut, zumal es
an beiden Seiten frei eingestellt werden kann. Das Mikrofon ist frei biegbar, kann also auch entsprechend eingerichtet
werden.

Diktiert wird entweder in das beiliegende Speak Pad (ein ans WordPad erinnerndes Tool) oder aber in Word bzw.
eine offene Anwendung. Dies läßt sich über die Navigationszentrale (eine der Office-Leiste ähnlichen
Leiste am oberen Bildschirmrand) auswählen bzw. direkt durch Sprachbefehl anwählen.
Im Lieferzustand ist die Qualität der Erkennung schon recht gut. Richtig interessant aber wird es, wenn man
zusätzlich die Trainingsfunktion des Systems nutzt. Dazu werden vier "Geschichten" bereitgestellt,
die man vorliest und anhand derer das System die Aussprache, Betonung und Sprechweise lernt. Tipp: die Auszüge
aus der Schatzinsel sind viel interessanter zu lesen als die Ausführungen über den Sinn und Hintergrund
von Spracherkennungsprogrammen... ;-)))
Auch während des Betriebs ruht sich das System nicht auf seinen Lorbeeren aus: Hat es einen Begriff falsch
erkannt, dann kann durch den Sprachbefehl "Korrekturfenster öffnen" ein kleines Fenster aufgerufen
werden, das das Wort unter dem Cursor und die Alternativen zu dem aktuell erkannten zeigt. Mit Befehlen wie "3
Auswählen" wählt man eine der angebotenen Alternativen, mit "Dies in Großschrift"
ändert man z.B. den kleinen Anfangsbuchstaben in einen großen, etc. Mit diesen Korrekturen verfeinert
man die Erkennung Stück für Stück weiter.
Und wenn man dann den Text fertig hat, dann lässt man Via Voice ihn nochmal durchsuchen, um die Erkennung
anpassen zu lassen. Und so wird es Stück für Stück immer weiter personalisiert und verbessert.

Schon nach der ersten Installation ist der Erkennungsgrad unglaublich hoch. Und auch für einen Schnellsprecher
wie mich bedeutet die Verwendung dieses Systems nicht, plötzlich langsam reden zu müssen, sondern auch
in der normalen Sprachgeschwindigkeit kommt die Erkennung problemlos mit.
Die Fehlerkorrektur sollte übrigens am Ende gemacht werden, sonst kommt man zu sehr raus. Und ob man die Korrekturen
per Sprachanweisung macht oder nachher per Tastatur, die Geschwindigkeit, in der ein Text erfasst ist, ist signifikant
höher als bei einer Stifteingabe oder schnellem Tippen auf einer Tastatur.
Kann man sich eigentlich nur fragen, warum ein solches System nicht direkt bei den Tablet PCs beiliegt?
Und ganz abgesehen davon: durch den kinderleichten Anschluss an den USB-Port ist es an jedem PC sinnvoll und hilfreich.
Und der Preis von EUR 199,- inkl. des hochwertigen Headsets ist dafür mehr als angemessen.
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