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Vergleich zum iPAQ hx4700
Fujitsu Siemens (FSC) hat nach zwischenzeitlicher Zurückhaltung mit dem Pocket LOOX 420 vor einigen Monaten
wieder auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem es in der Vergangenheit schon Kooperationen zwischen ASUS und FSC habe,
bei denen identische Hardware unter dem jeweils eigenen Firmennamen vertrieben wurde, und nach der Präsentation
eines Prototypen des ASUS A730 auf der Pocket PC Solutions Conference 2004 in Dresden, der einen FSC-Schriftzug
auf der Rückseite trug, konnte man vermeintlich auch beim LOOX 720 davon ausgehen. Irgendwo in der Zwischenzeit
scheint sich das aber zerschlagen zu haben, und im Oktober 2004 ist mir dem Pocket LOOX 720 ein eigenständiges
Gerät auf den Markt gekommen, das nicht dem ASUS A730 entspricht.

Die technischen Daten sind vielversprechend: Windows Mobile 2003SE, Intel PXA272 520MHz-Prozessor, ein VGA-Display
mit 640*480 Auflösung, 128MB RAM, weitere knappe 27MB des FileStore verfügbar (also insgesamt über
150MB interner Speicher für den Benutzer) Bluetooth, WLAN, SD- und CF-Slot und eine integrierte Megapixel-Digitalkamera
mit Blitz, das alles bei einer kompakten Grösse.
Auf den ersten Blick ähnelt der LOOX 720 vom Design her stark seinem "kleineren Bruder", dem LOOX
420. Das Gehäuse ist wenig grösser, die Formen nahezu identisch. Erst bei genauerer Betrachtung fallen
die Unterschiede auf: Der LOOX 720 hat sowohl einen SD- als auch einen CF-Slot auf ganz engem Raum integriert.
Wer gemeint hat, CF-GPS-Empfänger hätten bald keine Berechtigung mehr, der wird hier offensichtlich eines
besseren belehrt: bei HighEnd-PDAs gehen die Hersteller wieder dazu über (siehe auch der iPAQ hx4700), beide
Slots zu verwenden.

Der Lieferumfang umfasst eine schwere und damit stabil auf dem Tisch stehende Dockingstation, einen Ersatzstift,
eine einfache Tasche, das an die Dockingstation anzuschliessende, aber auch separat zu verwendende USB-Kabel und
das Netzteil, dazu ein Kurzhandbuch und die obligatorische MS Outlook/ActiveSync-CD.

Beim ersten Einschalten des Gerätes fällt als erstes die Displayqualität ins Auge... und da bin
ich mir extrem unschlüssig. Nachdem ich nun drei Wochen fast ausschliesslich den iPAQ hx4700 benutzt habe,
der für mich das beste momentan verfügbare Display hat, ist das VGA-Display des LOOX 720 für mich
persönlich eine herbe Enttäuschung. sicher, durch die hohe Auflösung ist alles schön rund und
glatt, aber im Vergleich ist es trübe und leicht gelbstichig. Die "externen" Reaktionen sind unterschiedlich:
Wer den LOOX alleine sieht und vorher nur PDAs mit QVGA (320*240) gesehen hat, der ist erst mal begeistert. Wer
den LOOX und den iPAQ hx4700 nebeneinander sieht, der tendiert bisher in allen Fällen zum iPAQ. Fazit: Vor
Kauf unbedingt selbst anschauen! die beiden Fotos unten geben einen kleinen Eindruck von den Schärfeunterschieden,
oben der LOOX, unten der iPAQ.


Das 3,6-Zoll-Display ist für die normale Anwendung in jedem Fall gross genug. Da nur wenige Applikationen
im Moment tatsächlich in 640*480 laufen, kann man durch Einstellen des Zoom-Faktors in diesen Programmen ganz
fein abstimmen, wie klein die Darstellung sein soll. Wer per SE_VGA seinen PDA komplett (also auch das System)
VGA-Modus umstellen will, der braucht gute Augen: die bisherigen VGA-PDAs (Toshiba e80x, iPAQ hx4700) haben alle
ein 4 Zoll-Display, dort ist die Grösse für normale Augen schon grenzwertig. bei dem von der Diagonale
nochmal 0,4 Zoll (knapp 1cm) kleineren Display des LOOX (und auch des ASUS) wird es schwierigm Details zu erkennen
und das System sicher durch den Stift zu bedienen. Das ist kein Kritikpunkt, denn Windows Mobile 2003SE nutzt die
hohe Auflösung ja nur auf eine genau definierte Weise, und dafür reichen auch 3,7 Zoll.

Seit jeher legt FSC Wert darauf, dass die PDAs soweit es geht mit einer Hand bedient werden können. Auf
der linken Seite sitzen dazu untereinander ein Jogdial (Drehrad) und eine Hardwaretaste, mit der das "FSC
SpeedMenu" aufgerufen werden kann, im Prinzip eine Art Startmenü, dass die wichtigen Anwendungen gruppiert
und sehr leicht mittels des Rades (Rollen zum Bewegen des Auswahlbalkens, Drücken zum auswählen) bedienbar
ist. Dafür hat sich der Aufnahmeknopf von der von den meisten PDAs gewohnten Stelle links nach rechts verschieben
lassen müssen, was nach kurzer Gewöhnung aber kein Problem ist.
Die Einrichtung von Bluetooth- und WLAN-Verbindungen wird einfach gemacht durch eine separate Anwendung namens
"Connectmobility E2C".

Diese schafft eine grafische Oberfläche, in der die gewünschte Verbindunsart (WLAN, Bluetooth, Infrarot,
ConnectCF-Card, etc.) und die gewünschte Applikation (Pocket Internet Explorer, Email, Messenger) angewählt
werden können und die Verbindung dann gestartet werden kann. Effektiv genutzt werden allerdings die Verbindungen
des Microsoft Connection Managers.
Eine der grossen Stärken des LOOx 720 ist der integrierte USB Host, der den Anschluss verschiedener
"normaler" USB-Geräte erlaubt. Dazu ist das USB-Kabel, das dem Gerät beiliegt, zweigeteilt:
vom Anschluss des LOOX ausgehend befindet sich ein einem Ende der normale USB-Stecker zum Anschluss an den PC,
am anderen Ende eine USB-Buchse.

Daran kann man zum Beispiel eine USB-Tastatur anschliessen, die allerdings unabhängig von ihrem Layout
und der Systemsprache des LOOX englische Tastenbelegung vermutet und weitermeldet. Viel interessanter aber: Die
Verwendung von USB-Speichermedien: Im Test bedurfte es nur eines Softreset des LOOX nach Anschluss, dass er verschiedene
USB 1.0 und 2.0 Speichersticks als externe Festplatten anerkannte und im Explorer darstellte. Auch USB-Festplatten
funktionieren, wobei diese eine externe Stromversorgung benötigen. Eine 60GB Acer-Festplatte, die ihre Stromversorgung
rein aus der USB bezieht, war nicht zum Laufen zu bewegen. Ebenfalls nicht zum Funktionieren zu bewegen sind USB-Kartenleser,
das allerdings war auf Grund der multiplen Laufwerke, die darin sind, nicht zu erwarten. Alles in allem aber eine
nützliche Funktion, um schnell Daten vom und zum PDA zu kopieren, ohne diesen an den PC anschliessen zu müssen.
Wenn ich mir etwas wünschen dürft, dann wäre das ein kürzeres Adapter, sodass man nicht immer
das lange und dadurch dicke Sync-Kabel mitnehmen muss.

Die integrierte Kamera des LOOX ist für mich einer der herberen Enttäuschungen. Ich hatte mir viel
versprochen, zumal man mit einer maximalen Auflösung von 1280*960 schon durchaus etwas anfangen können
sollte. Immer noch unter den Werten einer echten Digitalkamera, aber für einen Schnappschuss und die Einbindung
in ein Dokument vollkommen ausreichend.

Leider leidet die integrierte Kamera des LOOX 720 unter den selben Symptomen wie die des Motorola MPx220: Die
Bilder sind unscharf, farbverfälscht, kurz: Unbrauchbar. Und nochmal zur Klarstellung: Mir ist durchaus klar,
was ich von einer Telefon- oder PDA-Kamera erwarten darf: Nicht zu viel. Aber definitiv mehr, als sie liefert!
Unten finden sich zwei Beispielbilder, Klick darauf lädt die Originalgrösse. Besonders interessant: das
Vergleichbild des MDAIII (darunter), das direkt nach dem des LOOX 720 vom selben Motiv aus der selben Position
bei selben Lichtverhältnissen geschossen wurde. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.
LOOX720:

MDAIII:

Auch der Blitz schadet mehr, als er hilft: Nahe Objekte werden hoffnungslos überhellt, für weiter
entfernte reicht er kaum. Man muss also sehr genau aufpassen, wie weit das zu fotografierende Objekt entfernt ist,
um nicht komplett über- oder unterbelichtete Aufnahmen zu erhalten. Eines wird für mich in dem Zusammenhang
langsam klar: Auflösung ist nicht alles. Wenn die tatsächliche Qualität der 1.3MPix-Kameras so bleibt,
dann nehme ich lieber eine gute 640*480-Kamera als eine schlechte 1.3MPix.
Faszinierend finde ich, dass der Akku tatsächlich "hot-swappable" ist: Ist der 1640mAh-Akku am Ende,
dann kann dieser natürlich ausgetauscht werden. Während andere PDAs nach dem kurzen Moment, wo sie keinen
Akku haben, einen Softreset machen, stört das den LOOX 720 gar nicht. Man schaltet ihn ein, und er ist an
der selben Stelle im System bzw. Programm, wo man den Akku rausgenommen hat.
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