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Lange angekündigt und immer wieder verschoben: Der Fujitsu-Siemens LOOX T830 (und sein bis auf die Kamera
identischer kleiner Bruder T810) war von Anfang an als einer der innovativsten und funktionsreichsten PDAs angekündigt,
und vorweggenommen: Auch zum Zeitpunkt seines Erscheinens hat dies Gültigkeit: Der T8x0 ist der erste und
momentan einzige PDA, der Telefon, GPRS, UMTS, WiFi 802.11g, Bluetooth, einen SiRFIII-GPS-Empfänger und eine
Tastatur integriert hat. Nein, wir reden hier von keinem Notebook, sondern immer noch von einem Pocket PC… : Die
Zahl der Features bedeutet allerdings auch, dass der T8x0 kein kleines Gerät ist. Und auch das vorweggenommen:
Platzbedarf in allen Ehren, aber der LOOX T8x0 ist ein grober, eckiger, hässlicher Klotz geworden, der auf
den ersten Blick ein Uraltgerät vermuten lässt und den mehr als überzeugenden Leistungsdaten keinerlei
Rechnung trägt.

Genug gemeckert: Auf den ersten Blick lässt der LOOX T830 bereits seine Herkunft erkennen. Die klassische
Kombination aus Silber und Anthrazit, die eckigen Tasten, die abgeschrägten Ecken, all das ist mehr oder minder
typisch für Fujitsu-Siemens-Geräte. Was allerdings erfreulicherweise nicht typisch ist, das Leben vor
allem für denjenigen vereinfacht, der öfter mal den PDA wechselt: Auch FSC ist vom proprietären
Stecker für die Stromversorgung und den Sync abgegangen und verwendet den bei HTC-Geräten allgegenwärtigen
miniUSB-Stecker. Damit ist kein Warten auf spezielles Zubehör nötig, sondern es kann auf den breiten
Markt der vorhandenen Geräte zugegriffen werden.
Neben dem Sync-Stecker befindet sich ein Anschluss für eine externe GPS-Antenne, wenn der LOOX mal so betrieben
werden soll, dass er keinen Empfang über die interne Antenne hat.
Auf der rechten Seite befindet sich der SD-Slot. Nein, ich habe kein "mini" oder "micro" vergessen:
Tatsächlich hat FSC einen echten, vollwertigen SD-Slot verbaut. Dies hat für alle Anwender Vorteile:
Wer noch normale SD-Karten hat, der kann sie verwenden, wer bereits eine mini- oder microSD-Karte hat, der kann
sie mittels den Karten meistens beiliegendem Adapter auch in diesem Slot nutzen. Darüber befindet sich die
Hardwaretaste für die Sprachnotizen (die natürlich frei umbelegt werden kann). Auf der linken Seite befindet
sich das Scrollrad, mit dem durch Menüs und Optionen navigiert werden kann.
Auf der Oberseite befindet sich unter einer aufschiebbaren Abdeckung die Kamera für die Videotelefonie, die
"richtige" Digitalkamera mit 2 Megapixeln Auflösung befindet sich auf der Rückseite.

Von den aktuellen PDAs mit Tastatur ist der T830 der einzige, der die Umlaute nicht in einem Symbolmenü
versteckt hat, sondern physisch auf der Tastatur liegen hat, auch wenn nicht alle ohne Umschalttaste zu erreichen
sind. Das steigert die Tippgeschwindigkeit der ansonsten eher mäßigen Tastatur. Ohne den Grund genauer
benennen zu können, komme ich mit einem XDA Cosmo oder dem Palm Treo 750v deutlich besser klar, das mag aber
auch am durch Größe und Gewicht etwas ungünstigeren Schwerpunkt des LOOX liegen.

Der integrierte SiRFIII-GPS-Empfänger leistet ordentliche Arbeit. Das von FSC mitgelieferte Tool (im Standard
befindet sich keine Navigationssoftware im Lieferumfang) zeigt die Position der Satelliten in einer virtuellen
Himmelssicht, die Position, Qualitätswerte des Empfangs, eine Mininavigation (Festlegen von Wegpunkten und
die Anzeige der Richtung dorthin) ist ebenfalls möglich. Im Zusammenspiel mit dem Mobile Navigator|5 und 6
und dem TomTom Navigator 6 funktioniert sie ebenfalls ordentlich, und die Rechenpower des LOOX erlaubt eine stabile
und nahezu ruckelfreie Navigation (was natürlich von der Zahl der laufenden Prozesse und der verwendeten Software
abhängt). Einzig die Zeit bis zum Fix ist signifikant länger als bei einem externen GPS bzw. vergleichbaren
Geräten mit internem GPS. Dies mag daran liegen, dass das GPS-Modul aus Stromspargründen nur bei Verwendung
durch eine Software eingeschaltet wird und somit einen Kaltstart durchführt. Erkennen kann man die Nutzung
des Receivers übrigens an einer grünen LED oben links, die dann zu blinken beginnt.

Für Datenverbindungen unterstützt der T8x0 GPRS und UMTS (ohne HSDPA) und findet sich in verschiedenen
Netzen (getestet vodafone und T-Mobile) schnell und unproblematisch zurecht. Unschön allerdings: In den neuen
Versionen von Windows Mobile 5.0 wird eine UMTS-Verbindung nicht mehr durch ein "U", sondern durch "3G"
an der Anzeige der Verbindungsstärke angezeigt, und hier ist zumindest bei der Release-Version des ROMs gepatzt
worden: Ist der LOOX per GPRS online, dann zeigt er ein Quadrat mit dem "G" an und an der Anzeige der
Verbindungsstärke ebenfalls ein "G". Geht er in das UMTS-Netz, dann ändert sich das Quadrat
in "3G", an der Anzeige der Verbindungsstärke allerdings bleibt das "G" bestehen (beim
HTC Trinity beispielsweise ändert sich auch das zu einem "3G"). Die grundsätzliche Unsicherheit,
ob man nun wirklich eine UMTS-Verbindung verwendet, kann nur durch das spürbare schnellere Laden von Seiten
verifiziert werden.
Ebenfalls bedingt schön: Der LOOX verwendet nicht den bei Windows Mobile eigentlich standardmäßig
integrierten Connection Manager, sondern ein proprietäres Tool. Dieses ist zwar grafisch nett animiert, erlaubt
aber beispielsweise keinen Zugriff auf Funktionen wie Email-Push, die Datenverbindung, etc., und kann nicht einzeln
im Startmenü aufgerufen werden und so z.B. auf eine Hardwaretaste gelegt werden, sondern muss immer umständlich
durch Klick auf die Titelleiste/die Anzeige der Verbindungsstärke und dann "Einstellungen" annavigiert
werden.
Das beiseite gelassen funktioniert sowohl die geräteinterne Einwahl als auch die über ein Notebook per
Bluetooth oder Kabel (Modemtreiber liegt bei) problemlos.

Der LOOX T8x0 verwendet wie die meisten anderen Geräte mit einer integrierten Tastatur ein Square Screen,
also einen 240*240 Bildpunkte auflösenden Bildschirm. Dieses "Beschneiden" der Auflösung um
80 Bildpunkte ist nötig, um das Gerät nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Leider zeigt sich
auch hier wieder ein für mich FSC-typisches Problem. Das Display ist nicht schlecht, aber es ist im Vergleich
zu vielen anderen Geräten leicht milchig und von der Schärfe her unterdurchschnittlich. Man kann es problemlos
lesen, auch beim Einsatz im Auto unter wechselnden Lichtbedingungen, aber es könnte durchaus besser sein.
Ganz allgemein ist das Rechteck-Format natürlich gewöhnungsbedürftig. Man wird, wenn man den Heute-Bildschirm
als Informationsquelle nutzt, viel häufiger scrollen müssen als bei einem normalen PDA, diese Einschränkung
haben aber die anderen Geräte dieser Art ebenfalls. Und am Ende setzt auch hier recht schnell ein gewisser
Gewöhnungseffekt ein, der dies in den Hintergrund drängt.
Der integrierte Akku hält einen guten Tag im Normalbetrieb, dies kann aber vor allem bei kurzzeitiger Verwendung
des GPS oder einem längeren Telefonat durchaus knapp werden. Ohne besondere Zusatzanwendung ist es mir mehrfach
passiert, dass ich nach 12 Stunden bereits die Akkuwarnung bekam. Ich bin niemand, der Standbyzeiten eines normalen
Mobiletelefons erwartet, aber die Unabhängigkeit für einen normalen Arbeitstag brauche ich schon...
Punkten kann die LOOX T-Serie mit der Softwareausstattung, auch das ist typisch für Fujitsu-Siemens. Viele
kleine Tools, das FSC Speed Menu, etc. sind bereits vorinstalliert, und für die benutzerindividuelle Erweiterung
liegt ein Gutschein für den FSC-eigenen Softwareshop bei.
Ebenfalls sehr positiv zu bewerten: im Egensatz zu vielen anderen Geräten hat der T8x0 eine Dockingstation
im Lieferumfang.
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