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Die Wege des Schicksals sind häufig verschlungen... und so hat es einige Zeit gedauert, bis ich mich an
den T-Mobile MDA gewagt habe... und könnte mich heute ärgern. Der MDA ist das direkte Konkurrenzgerät
zum O2 XDA, mit dem Unterschied, dass er von T-Mobile vertrieben wird und vom Aussehen her ein wenig anders ist.
In jedem Fall kann er seine Herkunft (HTC, die unter anderem auch den Compaq iPAQ fertigen und ebenfalls für
die Herstellung des XDA verantwortlich sind) nicht verleugnen.

Im Gegensatz zur ersten Version des XDA wird der MDA in Deutschland ohne SIMLock vertrieben, ist also mit einer
beliebigen SIM-Karte nutzbar. Aus vielerlei Gründen empfiehlt sich die Verwendung einer D1-Karte, denn die
Autokonfiguration und die AddOns sind auf dieses Netz ausgelegt. Und wenn man sich die connect-Netztests ansieht,
dann ist das ja auch nicht wirklich eine schlechte Wahl...
Der Lieferumfang:
Im Karton befinden sich der MDA, eine USB-Dockingstation, das Netzteil, ein Stromadapter, das das Netzteil auf
den Anschlußstecker des XDA adaptiert, die Microsoft ActiveSync/Outlook-CD, ein Ersatzstift, eine Tasche
mit Gürtelclip und eine Freisprecheinrichtung, die gleichzeitig als Stereo-Kopfhörer dient.
Wie beim XDA ist der Anschlußstecker identisch zum iPAQ 38xx, die Belegung ist aber vollkommen anders.
Auch der Netzteilanschluß ist ein anderer, sodaß man nicht einfach eine iPAQ-Stromversorgung mit dem
Adapter am XDA verweden kann. Schade... auf der anderen Seite gilt hier, wie bei allem anderen Zubehör auch:
XDA und MDA sind identisch, und daher ist die Menge der für diese beiden Geräte erhältlichen

In jedem Fall fällt positiv auf, daß sowohl der MDA als auch das Zubehör von extrem hoher Qualität
sind. Der Stift ist keine billige Plastikausführung, sondern aus Metall, der MDA vorne aus der selben metallisierten
Oberfläche wie der iPAQ, da wackelt und knarzt nichts.Kritiker bemängeln die blaue Plastik-Rückseite,
Ästhetiker freuen sich über die Abwechslung im Metall-Einerlei.
Der MDA selbst kann seine Verwandschaft zum iPAQ nicht verhehlen. Er ist ein wenig runder, Hardwaretasten sind
aufgeteilt, zwei unten, zwei oben. Die unteren sind die Rufannahme-/Rufende-Tasten, wie man sie vom Handy kennt,
die beiden oberen mit Kalender und Kontakten belegt (was sich natürlich in den Einstellungen ändern läßt).
Die von normalen PDAs gewohnte Voicerecorder-Taste wird beim MDA für die Schnelleinstellung der Lautstärke
verwendet. Diese ändert sich mit jedem Druck der Taste über die verschiedenen Lautstärkestufe, aus,
nur Vibration und wieder von vorne. Sehr bequem, wenn man in ein Meeting geht, man braucht den PDA nicht mehr einschalten
und in die Lautstärkeeinstellungen zu gehen.
Drückt man bei einem Gespräch die grüne Hörertaste etwas länger, dann schaltet sich der
Lautsprecher ein und man kann bequem aus der Entfernung mithören.

Das Betriebssystem und die Telefonieschnittstelle:
Der MDA ist mit der Pocket PC 2002 Phone Edition ausgestattet. Im Vorfeld hatte dieses "neue Betriebssystem"
für Diskussionen in den Foren geführt, ob man es für bestehende Geräte nachrüsten könnte.
Interessant also, welche Änderungen zum normalen Pocket PC 2002 integriert sind. Die folgenden Beobachtungen
sind mit Vorsicht zu sehen, denn es ist ohne Vergleichsgerät nicht festlegbar, was PocketPC 2002 Phone Edition-typisch
ist und was gerätespezifisch ist.
Auf den ersten Blick fallen diese nicht so stark auf. Im Startmenü gibt es einen Punkt "Telefon",
der das WählPad aufruft. Dieses ist nicht ganz so, wie man es z.B. von Running Voice gewohnt ist: Die Anzeige
der Netzstärke und des Netzbetreibers versteckt sich ein wenig in der Startleiste, wo ein Sendemast und Balken
die Signalqualität und durch Klicken auf dieses Symbol den Netzbetreiber anzeigt. Dort, wo man es erwarten
würde, nämlich über den Zifferntasten, erscheint nur während eines Gesprächs die aktuell
gewählte Nummer (dann inkl. Netzbetreiber), im Standby nur die zuletzt gewählte Nummer. Ein wenig gewöhnungsbedürftig,
aber erträglich. Man kann sich eine Liste mit Kurzwahlnummern einblenden lassen, die Liste der zuletzt gewählten/angenommenen/verpaßten
Anrufe, etc.
Durch Drücken einer der Hardware-Hörertasten wird die Telefonschnittstelle aufgerufen, ansonsten ist
sie auch über das Startmenü verfügbar.

Was absolut genial ist, ist die Verwendung des Flash-Speichers. Der MDA bietet zwar nicht wie iPAQ und Jornada
die Möglichkeit, diesen nicht flüchtigen Speicher als Speicherkarte im Explorer zu verwenden, aber er
erweitert die Datensicherungs-Möglichkeiten: Neben der Sicherung der Kontakte und Termine im Flash-ROM (wie
die anderen PDAs es auch erlauben) können auch die Wählverbindungen und Inbox-Einstellungen dort gesichert
werden. Heißt konkret: macht der PDA einen Hardreset (aus welchem Grund auch immer), dann hat man alle Informationen,
die zur Verwendung nötig sind, auf Wunsch noch verfügbar: Adressen&Telefonnummern, Termine und die
Wählverbindungen ins Internet und WAP, per GSM und GPRS inkl. aller Postfächer des Posteingangs.
Die Kompatibilität:
Man sollte davon ausgehen, daß alle Applikationen, die auf einem Pocket PC 2002-Gerät laufen, auch auf
einem Pocket PC 2002 Phone Edition-Gerät laufen, und in den meisten Fällen stimmt dies auch.
Was am MDA wirklich schön ist: Er konfiguriert sich vollkommen automatisch (für das T-Mobile/D1-Netz).
Startet man die Autokonfiguration (als Eintrag in der Systemsteuerung), dann kann man auswählen, in welchem
T-Mobile-Netz man sich befindet, die Einstellungen (also Wählverbindungen, SMS-Zentrale, etc.) werden automatisch
eingerichtet. Verwendet den MDA in einem anderen Netz, dann kann man diese Wählverbindungen als Basis für
die Einstellungen des eigenen Netzbereibers nehmen. Ein Wechsel funktioniert prima, wenn man die DNS-Server, Rufnummern
und IP-Adressen des Netzbetreibers kennt. Diese stehen meist auf den Homepages bzw. sind über die Hotlines
zu erfragen.

Pros und Cons:
Ich kann immer wieder nur verwundert feststellen, daß der MDA sich innerhalb kürzester Zeit in mein
Herz geschlichen hat. Er ist formschön, durch die Integration von PDA und Telefon unglaublich funktional und
effektiv. Auch die Verarbeitung, die Qualität von Stift und Freisprecheinrichtung (sowohl Verarbeitung als
auch Funktion) sind außer Diskussion. Vergleicht man Größe, Gwicht und Aussehen mit einem iPAQ
samt Wireless Pack, dann gewinnt der XDA meiner Meinung nach mit Abstand.
Negativfaktor ist in jedem Fall der Speicher: 32MB reichen zwar für die Standardanwendungen aus, wer sich
aber einmal an die 64MB der normalen Pocket PC 2002-Geräte gewöhnt hat, der merkt schnell, daß
er an allen Ecken und Enden sparen muß.
Vollkommen unverständlich ist für mich die Tatsache, daß System- und Klingellautstärke
gekoppelt sind. Wenn das Telefon klingelt, will ich es meist lautestmöglich haben, um es nicht unterwegs zu
überhören. Damit werden aber automatisch auch die Systemklänge so laut, daß man kaum wagt,
den PDA zu verwenden, wenn jemand daneben steht. Programme wie Running Voice haben vorgemacht, daß man sehr
wohl die beiden Lautstärken auseinanderziehen kann.
Und letztlich der Vergleich zwischen dem MDA und dem XDA: Es wird sicherlich immer eine Gewissensentscheidung
sein, welches der beiden Geräte man vorzieht. Nach einiger Zeit mit dem XDA bin ich mittlerweile überzeugter
und zufriedener Nutzer des MDA. Das Design gefällt mir besser, die 32MB Speicher sind nicht wirklich eine
Einschränkung, wenn man ihn nicht extrem intensiv nutzt, und die Unterstützung durch Patches und Erweiterungen
ist bei T-Mobile in jedem Fall um Längen besser. Und diese Meinung scheint nicht nur bei mir so zu sein, schaut
man sich z.B. das Abschneiden des MDA beim Europe
Pocket PC Award 2003 an, wo er mit Abstand in der Usergunst gewonnen hat.

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