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Wer meine Seite schon eine Zeit lang verfolgt, der weiss, dass ich ein großer Fan von Navigon und deren
Mobile Navigator bin. Mittlerweile ist die neue Version 6.0 auf dem Markt, und ich habe mich mit meinem Review
zurückgehalten. Warum? Ich bin schon länger mit den ersten Betaversionen gefahren, und war trotz einer
gewissen Begeisterung über die Funktionalität und die grafische Repräsentation unsicher, wie ich
diesen Test formulieren sollte. Um so dankbarer war ich, als MartinHölling, lord_gundolf(at)gmx.de, http://www.rr-stammtischsh.de, mich fragte, ob er einen Test schreiben sollte, und nach der
Durchsicht des Manuskriptes fand ich viele meiner Kritikpunkte bestätigt. Diesmal aber eben aus Sicht eines
unvoreingenommenen Users:

Von vielen gepriesen, genießt Navigon Mobile Navigator einen guten Ruf sowohl in der Community der Pocket
PC-User, als auch bei den Pocket Navigation Assistant-Usern. Aber hat die Software das verdient? Wird sie den Anforderungen
und Erwartungen gerecht? Ich werde hier versuchen, als unvoreingenommener User, die Software vorzustellen.
Getestet wurde der Navigon Mobile Navigator 6 auf einem IPAQ HX2790b, Windows Mobile 5. Bei dem GPS-Empfänger
handelt es sich um die Navigon Triciever GPS-Maus. Es war kein TMC-Modul in der Maus und die sie war nur mit einem
Kabel verbunden. Über die Benutzerfreundlichkeit für Bluetooth-Empfänger kann ich also nichts sagen.
Getestet wurde die Software im nördlichen Grenzgebiet der Bundesrepublik Deutschland und im südlichen
Teil des Dänischen Königreichs.
Installation:
Die gestaltet sich wirklich außerordentlich unkompliziert, beim Navigon Mobile Navigator 6. Mini-SD oder
SD-Karte in das Gerät und fertig… zumindest fast! Darüber ärgere ich mich allerdings sehr! Ich will
selbst entscheiden wo ich Programme installiere und wo ich Kartenmaterial ablege! Bislang war der SD-Kartenslot
nämlich für Musik und Filme reserviert. Für die Navigationssoftware bzw. das Kartenmaterial verwendete
ich ein sehr schnelles MicroDrive. Hier hätte Navigon durchaus zwei Installationsmethoden anbieten können!
Einmal für den unerfahrenen Benutzer und einmal für den Erfahrenen, der nur ungern bevormundet wird!
Natürlich hätte ich die Installationsdateien auf das MicroDrive spielen können, jedoch scheidet
externer Speicher für Software aus Geschwindigkeitsgründen aus! Leider läßt mir Navigon keine
Wahl.
Design:
Wer lange mit dem Navigon Mobile Navigator 5 gearbeitet hat, wird von dem neuen Design überrascht sein! Wenn
man nicht wüßte, daß es sich um die neue Version des Navigon Mobile Navigator handelt, würde
man die Software nicht an Hand des Interfaces wiedererkennen. Navigon hat hier viel Wert auf neues Design gelegt.
Alles ist ein wenig runder und freundlicher. Wie hier auf den folgenden Screenshots zu sehen ist.

Schon das Titelbild ist ein völlig anderes. Es erscheint einige Sekunden, nachdem man die Verknüpfung
des Navigon Mobile Navigator 6 gedrückt hat, und ist dann schön animiert. Der gelbe Streifen im unteren
Teil des Bildes und das Navigon Emblem sind die bewegten Objekte. Während man darauf wartet, daß die
Software betriebsbereit ist, dreht sich das Navigon Emblem freundlich weiter. Je nach Hardware, guckt man sich
das Titelbild länger oder sogar noch länger an!
Wenn man dann vom Titelbild weggekommen ist, sieht man zu allererst dieses Bild. Hier sollte man allerdings nicht
ungeduldig auf die ausgegrauten Tasten drücken, denn dann schließt sich das Programm wieder.
 
Das Programm wartet nämlich darauf, daß man den Warnhinweis bestätigt!
Nachdem man dies getan hat, kann es eigentlich losgehen. Bis ich dort hinkam dauerte es jedoch eine glatte Minute,
die einem im Auto durchaus lang vorkommt!
Menüs:
Navigon hat bei der Entwicklung auf größere Übersichtlichkeit großen Wert gelegt. Das ist
auch wirklich gut gelungen! Der gesuchte Punkt ist eigentlich sehr schnell zu finden, auch wenn man keine Erfahrung
mit Navigationssoftware hat. Die Zielsuche und Eingabe haben die gewohnte Navigon-Übersichtlichkeit.

Wenn sich der gesuchte Punkt nicht unter den vier Buttons befindet, klickt man auf den kleinen Reiter am unteren
Bildschirmrand und findet in der Regel was man sucht (Bild links). Da man bei der ersten Benutzung die Software
konfiguriert, wählt man natürlich "Einstellungen". Das sieht dann so aus (Bild rechts):
 
Hier kommt man hin, wenn man auf "Grundeinstellungen" tippt. Hier ist das ganze sehr Anwenderfreundlich
geworden, jedoch werden dem Erfahrenen Benutzer einige Einstellungsmöglichkeiten fehlen!
Die Menüs reagieren jedoch schnell und flüssig auf die Eingaben des Benutzers, sowohl im animierten sowie
im nicht-animierten Modus.

Von der Kartenansicht wird ein ehemaliger Navigon Mobile Navigator 5 Benutzer allerdings enttäuscht sein.
Große Veränderungen gibt es nicht und leider sind die Straßen im Standard wieder nicht farblich
gekennzeichnet, wenn man von den roten Rändern absieht, die eine Bundesautobahn von einer Bundesstraße
oder Landstraße unterscheiden. Man kann hier darauf hoffen, daß Navigon, wie in der vorangegangenen
Version einen Patch heraus bringt, der, mit Hilfe von kleineren Extradateien im Kartenverzeichnis, die Übersichtlichkeit
der Karte erhöht!
Allerdings hat die 3D-Ansicht jetzt ein paar Wölkchen bekommen, die den Himmel, der im Navigon Mobile Navigator
5 noch völlig ungetrübt und schön blau anzusehen war, ein wenig realer aussehen lassen! Zum Glück
werfen diese Wolken keinen Schatten auf die Karte…

Zielführung und Navigation:
Hier kann man dem Navigon Mobile Navigator 6 durchaus ein Lob aussprechen. Die Hinweise und Ankündigungen
kommen sehr früh und präzise. Wenn sich die Straßen dort befinden wo der Navigon Mobile Navigator
6 glaubt daß sie liegen, verfährt man sich nur schwer! Zu bemängeln ist allerdings, daß die
Kartendarstellung nicht so flüssig ist wie im Navigon Mobile Navigator 5! Besonders wenn der gefahrene Teil
einer Route hinter dem Cursor gelöscht wird, hat man ein Standbild von in etwa einer halben Sekunde. Auch
Abbiegemanöver sind ein wenig abgehackt, obwohl sie genauso behandelt werden wie im Navigon Mobile Navigator
5! Immer noch geht das Programm davon aus, daß man der Route folgt, auch wenn man falsch abbiegt. In diesem
Fall folgt der Cursor erst einmal der Route und bemerkt erst ca. nach 10m, daß man der Route nicht gefolgt
ist. Dann erfolgt aber sehr zügig die Neuberechnung der Route.
Kartenmaterial:
Hier enttäuscht Navigon die seit langem nach aktualisiertem Material hechelnden User mit Karten aus dem vierten
Quartal 2005. Allein an einem Testtag fand ich, ohne nach Fehlern gesucht zu haben, drei Fehler, die einen Ortsunkundigen
durchaus in Schwierigkeiten hätte bringen können!
Hier zwei grobe Fehler in der Karte, sowohl in Deutschland als auch in Dänemark:

Der Kreisverkehr, der auf diesem Bild sehr gut zu erkennen ist, wurde vor mindestens zwei Jahren fertiggestellt.
Die Pläne existieren aber schon weitaus länger und anderen Navigationssoftwareherstellern ist es gelungen
ihn schon vor der Fertigstellung korrekt in ihr Material aufzunehmen.
Wenn man allerdings jetzt die 47 aus Richtung West nach Ost fährt, um dann auf die E45, die später, südlich
der Grenze, zu der A7 wird, in Richtung Süd zu kommen, ist die Anweisung des Navigon Mobile Navigator 6 "Den
Kreisverkehr an der ersten Ausfahrt verlassen!" Wenn man sich die Karte anschaut, erscheint das auch als einzige
logische Möglichkeit. Ein wenig störend dabei ist nur, daß, wenn man den Kreisverkehr wirklich
an der ersten Ausfahrt verläßt, man in den schönen Ort Hammelev kommt! Von dort wird man wieder
auf die 47, in Richtung Kreisverkehr geschickt, um den dann wieder an der ersten Ausfahrt zu verlassen. Meine Damen
und Herren; es ist ein Teufelskreis! Zum Glück ist die Beschilderung in weiten Teilen Europas ja so gut, daß
man in diesem Fall durchaus ohne Navi auf die Autobahn findet. Wie man sich allerdings als Ortsunkundiger bei einem
ähnlichen Fehler in einer Großstadt verhalten soll, ist mir schier schleierhaft. Da müßte
man dann auf alte Methoden zurückgreifen; nämlich freundliche Passanten fragen oder sich mit einer Papierkarte
auf dem Lenkrad rumärgern.

Der hier gezeigte Kartenausschnitt zeigt die Straße "An der Friedenskirche" in Flensburg/Weiche.
Er wird hier als durchgängige Straße angezeigt und vom Navigon Mobile Navigator 6 durchaus als Wendemöglichkeit
empfohlen und auch dem entsprechend bei der Neuberechnung einer Route verwendet. Diese Straße ist aber leider
nur für Fußgänger durchGÄNGIG! Für einen Ortsunkundigen nun weniger dramatisch, aber
von einer Software, die gerade auf den Markt gekommen ist, und das nun dazu noch von einem namhaften Anbieter,
ist eindeutig mehr zu erwarten! (Anmerkung AE: Das ist allerdings eine Sache von NAVTEQ als Kartenanbieter und
nicht von Navigon...)
Bei dem dritten und letzten Bild handelt es sich um eine Wohnsiedlung in Jarplund - Weding. Erschlossen wurde dieses
Gebiet vor etwa 15 Jahren. Die Straße, die hier unter dem Kreuz liegt, heißt in der Karte noch Baggerwald.
Sie heißt aber in Wirklichkeit schon seit mindestens 10 Jahren Kirkwrahe und hat, davon mal abgesehen, ihren
verlauf geändert! Auch hier gilt, daß es zwar kein gravierender Fehler ist, weil man eben doch an sein
Ziel kommt, von einem Anbieter wie Navigon jedoch mehr zu erwarten ist!

Natürlich handelt es sich bei den hier gezeigten Beispielen um Einzelfälle. Jedoch ist davon auszugehen,
daß sich diese Einzelfälle, in einem längeren Test häufen und durchaus zu einem Ärgernis
werden, welche man mit dem Kauf einer Navigationssoftware vermeiden wollte!
Fazit:
Abschließend ist zu sagen, daß Navigon wieder mal eine Software herausgegeben hat, die einen meistens
ans Ziel bringt. Jedoch hebt sich der Navigon Mobile Navigator 6, im Gegensatz zu seinen Vorgängerversionen,
in keiner Weise mehr von anderen Programmen, die der Navigation dienen, ab. Leider hat man in der aktuellen Version
6 mehr Wert auf das "Bonbon-Design" gelegt, als auf die praktische Anwendung im Auto in einer fremden
Stadt. Dadurch wird mit dem Navigon Mobile Navigator 6 leider nur knapp das Mittelmaß erreicht.
Einzig und allein die Menüführung erinnert in ihrer Übersichtlichkeit für den nicht versierten
Anwender, an alte Navigon Standards. Aber auch hier wurden deutlich Abstriche gemacht. In der Version fünf
des Navigon Mobile Navigator wurde das besser gelöst, indem man zwischen einem erweiterten und einem einfachen
Benutzermodus hin und her schalten konnte, und somit beide Kategorien von Benutzern zufrieden gestellt hatte.
Die im Abschnitt "Kartenmaterial" behandelten Fehler sind selbstverständlich nicht von Navigon verschuldet,
da Navigon seine Karten natürlich nicht selbst erstellt. Allerdings hätte man von seitens Navigon, in
der Gewißheit, daß die Kunden Qualität erwarten, neueres Kartenmaterial verwenden bzw. kaufen
müssen.
Des weiteren sind die langen Ladezeiten beim Start des Programms zu bemängeln! Hier hätte man auf schöne
Animationen und "Bonbon-Design" verzichten können, um so die, eventuell schwache, Hardware zu entlasten
und die Anwendung insgesamt schneller arbeiten zu lassen. So wirkt es, als ob Navigon durch ein besseres Layout
über die riesigen Schwächen der Software hinwegtäuschen wollte, frei nach dem Motto "Außen
hui, innen Pfui!"
Leider können die neuen Features, wie der Lane Assistant und die Einblendung von speziellen Informationen
bei Grenzübertritt nicht über die Unzulänglichkeiten des Navigon Mobile Navigator 6 hinwegtäuschen!
 
 

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World of PPC-Fazit und Ergänzungen:
Für mich kristallisieren sich zwei hauptsächliche Kritikpunkte heraus: Gerade, wenn eine neue Version
eines Navigationssystems auf den Markt kommt, dann ist die Motivation zum Umstieg nicht nur in den neuen Funktionen
begründet, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auch in der aktuellen Kartenmaterial, das diesem normalerweise
beiliegt. Hier hat Navigon - vorsichtig formuliert - einen eher ungewöhnlichen Weg eingeschlagen. Bei einem
Release zum Jahreswechsel 2006/2007 sind Karten vom Q4/2005 einfach zu alt. Die Wahrheit im tatsächlichen
Fahr-Alltag liegt sicherlich zwischen den von den Kartenherstellen propagierten Tausenden von Strassen, die sich
jedes Jahr ändern, und denen, die man selber auf den normalen Fahrtstrecken merkt. Nichts desto Trotz ist
das ein Nachteil zur Konkurrenz, die teilweise (wie TomTom) sogar relativ günstige Kartenupdates selbst für
ältere Systeme anbieten. Allerdings: Auf vielen Fahrten bin ich selbst mit zwei PDAs gefahren, auf dem einen
mit dem MN|6, auf dem anderen mit dem TomTom Navigator 6, und habe dabei in meiner Umgebung viele Stellen gefunden,
die bereits Jahre geändert sind und in beiden Systemen noch den alten Stand haben, was das Ganze ein Stück
relativiert. Hinzu kommt im direkten Vergleich, dass der MN|6 eine unvergleichbare Detailliertheit der Darstellung
hat. Am Beispiel des Düsseldorfer Flughafens zeigt er jede noch so kleine Servicestrasse an, während
der TTN6 gerade mal einige wenige Striche anzeigt.
 
 
Das zweite Ärgernis ist die Performance. Ich habe über die Zeit mit insgesamt 6 verschiedenen PDAs
getestet (O2 XDA Orbit, Palm Treo 750v, iPAQ rx5935, HTC P3600, FSC LOOX T830 und dem MDA Compact), und die Performance
ist extrem unterschiedlich... und lässt sich nicht am Prozessor festmachen. Geräte mit internem GPS sind
von der Zahl der Positionsupdates und damit der "Flüssigkeit" der Darstellung immer langsamer als
solche, die mit einem externen Empfänger betrieben sind.
Auch hier haben Paralleltests zwischen dem MN|6 und dem TTN6 die Enttäuschung relativiert. Der MN|6 ist nicht
mehr so flüssig wie der MN|5 es war, kann es aber durchaus mit dem TTN6 aufnehmen. Je nach Betrachtungsweise
also nicht schlecht, aber eben nicht mehr so gut wie gewohnt.

Viele neue Funktionen (wie der integrierte Radarwarner, die Lane Info, die bei mehrspurigen Strassen anzeigt,
auf welchen Spuren man sich einordnen muss) sind willkommene Erweiterungen, die den MN|6 nicht vollends zur Enttäuschung
werden lassen. Es bleibt nur zu hoffen, dass mit einer sicherlich irgendwann kommenden MN|7-Version der Vorsprung
wieder ausgebaut wird.
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