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Ich gebe zu, daß ich immer wieder neidisch vor den Palms gestanden habe (ja, Frank, ich weiß, "Friends
don´t let friends buy Palm"... ;-)), wenn es um die Anwendung des iPAQ als mobilen Stadtplan ging. Natürlich
ist die Lösung mit CF-Jacket und einer CF-Karte wie der Pretec auch nicht schlecht, aber dabei stellt sich
immer das Problem des begrenzten Speicherplatzes.
Mit dem NavMan GPS 3000 der Neuseeländer Navman ist jetzt ein echtes GPS-Jacket auf den Markt gekommen, das sogar noch einen CF-Slot
enthält.
Der erste Eindruck sagt "Compaq!", denn das Jacket sieht original wie ein iPAQ-Jacket aus, nur daß
es eine Stummelantenne hinten hat. Tatsächlich aber hat Compaq das NavMan für das "eigene"
Navigationssystem verwendet, aber nichts desto Trotz ist es eine Eigenentwicklung der Neuseeländer. Der CF-Slot
ist in der Mitte des Jackets mit seitlichem Zugang angeordnet. Interessanterweise wird es nicht einfach so anerkannt,
sondern muß durch einen mitgelieferten Treiber installiertt werden. Dies ist kein Problem, für uns Ungeduldige,
die alles erstmal ausprobieren müssen, ohne ein Handbuch zu lesen, spart die Kenntnis dieser Tatsache einiges
an Frust... ;-)))

NavMan ist gedacht als "All-in-a-box"-Lösung, d.h. alles an Hard- und Software, was man braucht,
ist dabei. Als da wären: Das Jacket, Stadtplan- und Routen-Software (nämlich TomToms CityMaps und Routeplanner
Millennium, nur heißen die bei NavMan Smartpath City und Smartpath Trip), Schwanenhals mit superfestem Saugnapf
für die Scheibe, Autoladekabel.
Allerdings hat die Umbenennung der Software auch einen technischen Hintergrund: NavMan ist sowohl für die
36xx/37xx-iPAQs als auch für die 38xx-iPAQs geeignet. Da beim 3870 der "Standard-GPS-COM-Port" COM4
durch den Bluetooth-Chip blockiert ist, mußte ein eigener Treiber entwickelt werden. Dieser legt das GPS-Signal
des Jackets auf den virtuellen COM-Port 5. Beide Programme funktionieren damit einwandfrei (und sind genial). Was
aktuell nicht machbar ist, ist die Verwendung einer beliebigen anderen Navigationssoftware (MS PocketStreets, RoadCompantion,
etc.). Nach Aussagen des Produktmanagements allerdings ist man u.a. im Gespräch mit Destinator und anderen
Herstellern, die den NavMan unterstützen wollen. Um es noch einmal klar auszudrücken: NavMan läuft
NUR mit der beiligenden Software, weder mit dem OziExplorer noch mit anderen auf dem Markt angebotenen Navigationslösungen.
Sobald die Hersteller der anderen Programme zustimmen, mittels eines von Navman angebotenen SDK Navman in ihrer
Software zu unterstützen, ist dies kein Problem, momentan aber schon!

Ist dies eine Einschränkung? Meiner Meinung nach nicht! Dadurch, daß NavMan definitiv die besten
Programme mitliefert, die im Bereich der mobilen Navigation existieren, kann man die selbe Software benutzen, die
man auch mit einem CF-GPS verwenden würde. Durch den zusätzlichen CF-Slot hat man die Freiheit, massig
Kartenmaterial mitzunehmen und damit entsprechend flexibel navigieren zu können. Zusätzlich dazu wird
durch die Aufnahme der Autohalterung und des Ladekabels der Schritt zum flexibel im Auto verwendbaren Navigationssystems
vorgenommen, was aber eben auch vollkommen unabhängig von jedweder Stromversorgung eine 12 Volt-Steckdose
funktioniert.
Einer der wenigen Schwachpunkte des Systems ist das Fehlen eines internen Akkus. Ein iPAQ 36xx schafft unter Verwendung
einer IBM Microdrive gerade mal eine Stunde Navigation, da alles an Stromversorgung vom iPAQ übernommen wird.
Der Einsatz eines externen Akkupacks ist also empfehlenswert. Wer einen 38xx verwendet, braucht sich darum keine
Sorgen zu machen, denn das Adapter von existierenden Akkupacks für die 36xx-Serie auf den 38xx ist beim iPAQ
im Lieferumfang (die Netzteile aller iPAQs sind identisch!)
Nachdem immer wieder kritische Nachfragen kommen: Wer ein AUTO-Navigationssystem haben möchte, der ist
mit NavMan nicht wirklich gut beraten, vor allem, wenn man sich denkt, dass für gerade mal EUR 100,- mehr
Destinator zu haben ist. Die Software hat keine Sprachausgabe, Navigation muß
immer mit "Blick" stattfinden (wie ich es, ehrlich gesagt, sogar lieber mache). Als Fußgänger-Routing
mit gelegentlichem Autoeinsatz aber ist NavMan meiner Meinung nach nicht zu schlagen.
Reklamationen, daß NavMan wackelig sei, die Antennenabdeckung abfiele, der Empfang bescheiden bis gar
nicht sei, kann ich nicht nachvollziehen! Ich bin auf Grund mehrerer Nachfragen heute (8.12.01) mit Navman ca.
200km gefahren (die Fahrten lagen natürlich sowieso an). Fazit:
Regenfeuchte Scheibe: Saugnapf hält. Himmel bewölkt, NavMan leicht hinten am Seitenfenster (also Worst
Case für den Satellitenempfang): Voller Empfang, keine Probleme.
Außen gefrorene Scheibe: Saugnapf hält. Montage gleiche Stelle, keinerlei Empfangsprobleme.
Meine Testsysteme: Ein pickepackevoller iPAQ 3660 und ein fast jungfräulicher iPAQ 3850, zwischendurch auch
ein upgedateter 3630. Alle Systeme hatten keinerlei Probleme. Wichtig ist in jedem Fall, vor Installation der Software
bei einem ROM kleiner als 1.77A das Update (bei der Software dabei) durchzuführen.
MEIN Fazit: Besser als alle CF- oder PC-Cards, und eine sehr gute Lösung, wenn man nicht dauernd Kfz-Navigation
machen möchte (wegen der fehlenden Sprachausgabe).
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