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Nach dem ausführlichen Test von Destinator soll hier das zweite professionelle Navigationssystem für den Einsatz im Auto ebenso
detailliert getestet werden: das Distefora
P1. Dieser Test wurde nach Erscheinen der neuen P1-Version (die Vorabversion
lag uns am 23.11.01 vor) erweitert und überarbeitet. Nachdem bei der Berechnung von größeren Strecken
unter einigen Betriebssystemen Probleme auftraten, hat Distefora umgehend reagiert und eine überarbeitete
Version auf den Markt gebracht. (*)
Nachdem das System heute angekommen ist, ein erster Eindruck:

Im Lieferumfang: GPS-Empfänger, CarCradle für den nackten iPAQ inkl.
Ladestecker und Adaptierung auf einen 9-pol-Stecker für den Receiver. Dazu das Kartenmaterial für Deutschland
auf einer CDROM. Dieses stammt von TeleAtlas, einem der zwei großen Anbieter von Kartenmaterial für
Navigationssysteme (BMW, Philips, VDO Dayton, etc.)
Die erste Fahrt (08.11.2001, 21:30)
Der Fluch der Termine: Für den Spaß im Leben bleibt meist
nur wenig Zeit, und die spät am Tag. Auch hier die erste Fahrt eine Nachtfahrt, was aber für einen ersten
Eindruck ziemlich egal ist. Was im Vergleich zu Destinator direkt auffällt: Wie bei einem Festeinbau-Navigationssystem
lässt sich die Ansicht zwischen einer Kartenansicht und einer großen Pfeilansicht umschalten. Gerade
in Phasen, in denen man schnell zwei Richtungswechsel vornehmen muss (im Beispiel unten in 100m nach rechts, dann
in 40 Metern nach links) ist die Pfeilansicht deutlich hilfreicher als eine Karte:
 
Auch hier die Strecke mit der "Dreistigkeit" versehen, einfach mal anders
zu fahren, als P1 es vorschlägt, und das Ergebnis überzeugt: Blitzschnelle Umplanung, und die Auswahl
der Route ist intelligent und bequem.
Die erste längere Fahrt (11.11.2001, 11:00)
Interessant bei P1 ist, dass man in zwei Modi eine Route planen kann.
Zum einen durch den von anderen Systemen bekannten "normalen" Navigationsmodus, der online stattfindet.
Heißt: Der Startpunkt bestimmt sich durch die aktuelle Position, die das GPS liefert, der Zielpunkt wird
eingegeben. Lässt man sich dann durch die Funktion "In Karte anzeigen" die entsprechende Kartendarstellung
geben, dann hat man eine detaillierte Karte mit Straßennahmen, Points of Interest, etc.

Die farbigen Markierungen zeigen verschiedene Straßengrößen an,
durch kleine Pfeile wird die Fahrtrichtung in Einbahnstrassen, etc. dargestellt. Ungeheuer detailliert und genau,
man merkt dem Kartenmaterial deutlich die Herkunft und Expertise von TeleAtlas an.
Viel Fragen kamen zum Thema "Warum ist die Kartendarstellung bei der Navigation
so karg?". Einfache Antwort: Wenn das Fahrzeug unterwegs ist, hat man keine Zeit für Beschriftungen.
Die Darstellung muss so einfach und klar wie möglich sein. Aus diesem Grund stellt P1 nur die "Striche"
der Straßen dar, dazu die wichtigen Points of Interest (POI), wie Tankstellen, Bahnhöfe, Krankenhäuser,
etc. plus unten rechts wahlweise Rest-Dauer der Fahrt, Fahrstrecke und Ankunftszeit. Eben genau die Informationen,
die man während der Fahrt schnell braucht:

Während der Fahrt erkennt man mit einem Blick, wo man abbiegen muss. Die
Menüleiste rechts im Bild oben (die normalerweise ausgeblendet ist) läßt schnell einen Zoom auf
die Gesamtstrecke, heran- und wegzoomen und die Nordorientierung der Karte zu (normalerweise in Fahrtrichtung).
Ebenfalls funktional und schnell.
Die Anzeige der Satellitendaten dagegen ist ZU einfach gehalten:

Aber auch hier muss man sich wieder vor Augen führen, dass man diese Funtkion
seltenst braucht, gerade mal im Notfall, wenn man sein Position melden will, und dafür sind die Daten vollkommen
ausreichend.
Nach dem Update (24.11.2001)
Wie regelmäßige Leser sicherlich gemerkt haben, ist dieser
Testbericht zwischenzeitlich unterbrochen worden, was an der Verfügbarkeit eines Updates lag. Auch bei mir
war die Verärgerung und die Unsicherheit groß, als ich das Update in den Händen hielt, und damit
die Ausgangsvoraussetzungen, gegen Destinator zu bestehen, sicherlich recht schlecht.
Und trotzdem: Nachdem ich mittlerweile diverse Stunden mit P1 verbracht habe,
bin ich auch davon begeistert. Das Kartenmaterial ist ungemein genau, auch neuere Änderungen in der Straßenführung
sind berücksichtigt. Wer sich darüber ärgert, daß die Kartendarstellung im Navigationsmodus
karg ist, der sollte auf der anderen Seite betrachten, daß man während der Fahrt sowieso keine Zeit
hat, detailliert auf die Karte zu schauen. Was mich vollkommen begeistert, ist die Anzeige der Points of Interest
(POI).

Aktuelle Situation: Ich fahre vor mich hin, als mich das wütende Blinken
eine Leuchtdiode an einen in spätestens 100 km nötigen Tankstopp erinnert. In einer solchen Situation
kommt irgendwann der Moment, an dem man nervös wird. Wo ist denn nun eine Tankstelle? Und wenn man sie von
der Autobahn sieht, wie kommt man dann hin? Alles kein Problem, denn Tankstellen gehören zu den Points of
Interest, die (wenn man diese Option aktiviert hat) angezeigt werden. Ein leichtes, die nächste Tankstelle
zu finden!
Wunderschön wir das Kartenmaterial, wenn man in dieÜbersicht geht (also
ein wenig weiter wegzoomt). Da erkennt man nämlich, daß man TeleAtlas-Material verwendet:

Und meines Erachtens die ganz große Stärke von P1: Die Offline-Navigation.
Im Gegensatz zu den anderen Systemen ist P1 auch ohne GPS einsetzbar, indem man innerhalb der Kartengrenzen Start-
und Zielpunkt angibt. So kann man mal eben eine Route vorplanen, ohne gleich den GPS-Empfänger angeschlossen
haben zu müssen.
Hilfreich für Wechsler vom iPAQ 36xx auf den 38xx:

Gomadic Adapter iPAQ 36xx auf 38xx
Der große Vergleich zu Destinator
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