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Lange angekündigt, und Ende 2002 zumindest in der englischen Version auf dem Markt: Das SonyEricsson Smartphone P800. Ausgestattet mit allen wichtigen Leistungsmerkmalen, wie HSCSD, GPRS, WAP, MMS, SMS, Bluetooth, Infrarot, integrierter Digitalkamera, Touchscreen, Memorystick-Slot, etc., schickt es sich an, den Microsoft-basierenden Smartphones Konkurrenz zu machen.
Das vorliegende Gerät ist ein internationales Seriengerät, d.h. ist im Releasestand, aber mit englischer Software, die mittlerweile auf Deutsch geflasht ist. Damit entspricht es dem deutschen Seriengerät. Die beiliegende PC-Software allerdings ist ebenfalls in Deutsch verfügbar. Da finden sich dann der Treiber, der die Verbindung zum Desktop herstellt und die Synchronisation einleitet, der DFÜ-Netzwerkassistent, der durch die Einrichtung von Wählverbindungen führt, und der Modemtreiber. Mein absolutes Lieblingsprogramm allerdings ist der Sony Ericsson Image Editor. Der geht nämlich hin und ermöglich das Zuschneiden und Übertragen von Bildern so, daß sie von der Dateigröße möglichst klein sind und dazu noch exakt auf das Display des P800 abgestimmt sind. So lassen sich Digitalfotos so zuschneiden, daß sie als Kontaktbilder bei Anrufen angezeigt werden, und sind, auch wenn sie wie bei mir von einer 5 MPix-Kamera kommen, gerade mal durchschnittlich 20KB groß.
Wie beim R380 ist das Display im zugeklappten Zustand nur teilweise sichtbar, die Telefontasten in der Klappe drücken auf den darunterliegenden Teil durch und erlaube so die Wahl von Telefonnummern. Die Klappe kann wahlweise abgenommen werden und durch eine beliegende Abdeckung ersetzt werden. Das Display übernimmt dann gleichzeitig die Beleuchtung der Tasten, indem es durch die transparent blaue Abdeckung hindurchscheint.
Sieht gewöhnungsbedürftig aus, ist aber in jedem Fall funktional und angemessen. Wem die echte Tastatur zu viel ist, und wer stattdessen lieber die (so oder so im Display angezeigte) virtuelle Tastatur nutzen möchte, der kann dies ohne Probleme tun. Mit wenigen Handgriffen ist die Klappe abmontiert und der untere Teil des Telefons ausgetauscht. Der Vorteil unbestreitbar: ca. 3mm der dicke des Telefons kann man sich sparen. Allerdings ist das Risiko, daß das Display mit deutlich höherem Risiko Kratzern ausgesetzt ist. Ich habe mir eine meiner Brando-Displayschutzfolien zugeschnitten, um auch die durch die Stiftbedienung kaum auszuschließenden kleinen Kratzer zu verhindern. Ein ähnliches Vorgehen würde auch dabei helfen.
Überhaupt, das Display: Mit seinen 4096 Farben schließt es zur Konkurrenz auf, kann aber noch nicht mit einem PocketPC mithalten. Dafür ist es reflektiv, und damit im Gegensatz zu dem des kleinen Bruders, dem T68/T68i auch gut in der Sonne zu lesen.Für die Darstellung von Bildern eignet es sich sehr gut, das erste Mal habe ich das Gefühl, das Bild eines Anrufers auch tatsächlich erkennen zu können... ;-))) Was es in jedem Fall tut, ist wie bei einem PDA deutlich Strom ziehen. Dazu hat man ein zweistufiges Verfahren gewählt: Ein Bildschirmschoner soll das Einbrennen der immer im Betrieb dargestellten Informationen (Netzbetreiber, Signalstärke, GPRS, etc.) verhindern. Danach kann ein Standbymodus eingestellt werden, der das Display komplett anschaltet. Das empfiehlt sich unbedingt. Habe ich doch aus Eitelkeit die Funktion abgeschaltet und mich am hüpfenden SonyEricsson-Ball als Bildschirmschoner erfreut (wie ungemein wichtig!), so war nach 20 Stunden in normaler Benutzung (einige SMS empfangen, ein paar mal Mails abgefragt, mehrere kurze Telefonate geführt und den Organizer genutzt) der Akku fast am Ende. Im selben Nutzungsprofil mit eingeschaltetem Standbymodus liegt der Akku dann noch bei 85%....
Wenn es um Einstellungen geht, dann ist man mit dem Menü, das über das Jogdial links am Telefon bedient wird, prima bedient. Es ist übersichtlich, gut lesbar, thematisch so geordnet, das man ohne langes Suchen direkt die gesuchten Punkte findet.
Die im Standardlieferumfang befindliche Dockingstation ist sowohl Ladeschale als auch USB-Sync-Kabel in einem und nimmt den seitlich im Gerät verankerten Stift auf. Drei Ersatzstifte liegen bei. Wie soll man diese beschreiben? Viel zu kruz, um sie als "echte" Stift zu akzeptieren, aber so designed, daß man sie nach kurzer Gewöhnungszeit mit Zeigefinger und Daumen recht sicher verwendet. Auch wenn sie nur eingehakt werden, durch die Tatsache, daß sie glatt zum Gehäuse abschließen, habe ich bisher noch nicht ein einziges Mal einen Stift versehentlich gelöst und verloren. Neben dem Antippen von Optionen ist mit dem Jotter auch eine leistungsfähige Schrifterkennung für Einzelbuchstaben dabei, man kann also recht schnell eine Mail oder Nitiz schreiben.
Als Premiere liegt dem P800 ein 16MB MemoryStick bei, aber eben schon die neue "Duo"-Version (klein wie eine SD-Karte). Das Adapter auf den Standard-Memorystick ist ebenfalls dabei. Großer Nachteil der Lösung: 16MB sind nicht wirklich ausreichend, um IRGENDETWAS damit zu machen, und leider ist der Duo-Stick noch so neu, daß es die angekündigten Versionen bis 128MB noch nicht gibt. Wäre man nicht Teil des Sony-Konzerns, dann hätte man natürlich auch eine SD.Karte verwenden können, aber so... ;-))) Im Bild rechts oben ist der Auslöser der Kamera, darunter der Shortcut zum Internet/WAP.
Integriert im Rücken des Geräts ist eine Digitalkamera, die bis zu 640*480 Auflösung schafft, die Bilder können sowohl per MMS oder Email verschickt als auch am PC verarbeitet werden. Diese allerdings ist für mich mit die größte Enttäuschung des ganzen Pakets. Vorweggenommen: Verglichen mit den Kameras des GD87 oder 7650 ist sie ok, aber wenn man bedenkt, daß SonyEricsson mit der MCA-20 und -25 eine der besten Digitalkameras für Mobiltelefone hat, dann ist es absolut unverständlich, daß diese Qualität nicht in das P800 übernommen werden konnte. Trotz der vielen Einstellmöglichkeiten sind die Bilder innen meist zu dunkel., hellt man sie auf, dann sind sie (wie Fotos draußen) oft überzeichnet. Nichts desto Trotz reicht die Qualität für MMS oder den Schnappschuß zwischendrin. Eine "echte" Digitalkamera allerdings darf man nicht erwarten.
Auch beim Zubehör hat SonyEricsson sich nicht lumpen lassen: Der MemoryStick, das Adapter, eine Stereo-Freisprecheinrichtung, eine Tasche, die USB-Syncstation, drei Ersatzstifte, eine CD mit der Sync-Software, eine CD mit Multimedia-Files (Videos, Spiele, Bilder, Sounds, etc.). Auch hier hätte ich mir, ohne mäkelig klingen zu wollen, ein wenig mehr Mitdenken gewünscht: Die Tasche ist schick, aber ein Gürtelclip oder eine Schlaufe wären wichtig gewesen. Und der sowieso recht leise Klang der polyphonen Klingeltöne wird durch die fehlende Aussparung nochmal gedämpft. Und beim Headset: Liebe Ericsson´er: Ihr habt es vielfach vorgemacht, daß man an der Klammer auch eine kleine Befestigung für die Ohrhörer integrieren kann, warum nicht auch hier?!
Überhaupt: Die polyphonen Klingeltöne: Genial, weil man eine beliebige MIDI-Sequenz nehmen kann und diese als Klingeltn verwenden kann, mit bis zu 16 Stimmen. Da macht es Spaß, die aktuellesten Hits dabei zu haben, und diese den einzelnen Kontakte zuzuordnen, wie es gerade passt. Leider kann man es fast vergessen, beim in einer Jacket befindlichen Telefon auch bei höchster Lautstärke das Klingeln zu hören. Der Vibration sei Dank... allerdings ein allgemeines Problem der Multimedia-Handies, allein das Sharp GX10 klingelt RICHTIG laut. Der WAP-Browser erlaubt sowohl WML- als auch HTML-Seiten, also mobiles und normales Internet. Wer die Unterscheidung machen will, daß WAP-Seiten nur mit GPRS, Web-Seiten mit einer Wählverbindung aufgerufen werden sollen, der kann die Verbindung im Lesezeichen speichern. Durch die Möglichkeit, über HSCSD auch High-Speed-Verbindungen nutzen zu können, ist auch der Aufbau einer komplexen Seite in akzeptabler Geschwindigkeit möglich. Was nervt: Ich frage oft Mails per WAP ab. Das funktioniert mit den meisten Handies ohne Probleme auch mit dem kleinen Display. Beim P800 muß man zwingend die Klappe öffnen, um in den Browser zu kommen. Unangenehm vor allem, wenn man es unauffällig (so z.B. unter den scharfen Augen der besten Ehefrau von allen) machen möchte. Und man kann nicht einstellen, daß eine Verbindung z.B. nach Abfrage von Mails per POP3 beendet werden soll, nur, nach wie vielen Minuten Leerlauf automatisch beendet wird. Bei einer Wählverbindung nicht wirklich kostenoptimal.
Die Organizer-Funktionen sind über jeden Zweifel erhaben. Der Abgleich geht durch USB schnell und reibungslos, die Felder aus Outlook werden entsprechend sauber übertragen, und damit hat man seine Termine, Kontakte, Aufgaben und Notizen immer dabei. Mit den 12MB Speicher hat man (im Gegensatz zum S55) genügend Reserve. Zusammengefasst: Was der O2 XDA als Organizer mit Handy-Funktion ist, ist das P800 als Handy mit Organizerfunktion.
Es ist ein Telefon, alleine vom Äußeren, aber durch die vielfältigen Applikationen und das Touch-Screen
ist es eben auch ein sehr leistungsfähiger Organizer. PSILoc-Software (u.a. das Tool, mit dem die Screenshots gemacht sind) |
| PREIS: EUR 889,- ohne Vertrag |
| FAZIT: Ein echtes Smartphone, aber trotzdem ein SonyEricsson |

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