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Der Markt der GPS-Empfänger ist ausgeschöpft. Wo man früher noch ein Heidengeld für einen
Empfänger ausgeben musste und wenig Auswahl hatte, so hat heute schon lange der Aldi-Effekt eingesetzt: Mehr
Produkte, als man überblicken kann, und viele davon sehr ähnlich. Der rechte Reiz kommt so auch dem Tester
abhanden, wenn er fast identische Geräte in leicht unterschiedlichen Gehäusen vor sich liegen hat und
versuchen muss, identische Aussagen in andere Worte zu packen. Und um so erfreulicher ist es, wenn er dann ein
Gerät findet, dass doch noch ein wenig anders als die anderen ist.
Das Thema der Datalogger, also der GPS-Empfänger mit integriertem Speicher, die Wegpunkte aufzeichnen und
später auswertbar machen, ist nicht mehr ganz neu: Das Royaltek RBT-3000 war lange Zeit trotz seiner Größe
ein sehr beliebtes Produkt, weil es alleine diese Funktionalität bot. Ob nun Motorradfahrer, die oft nicht
vordergründig ein Ziel erreichen wollen, sondern viel eher den Weg genießen und somit möglichst
malerisch fahren wollen, später die gefahrene Strecke für weitere Touren festhalten wollen oder Taxiunternehmen
(vollkommen wider jedes Datenschutzprinzip) ihre Fahrer überwachen wollen, die Anwendungsmöglichkeiten
sind vielfältig.

Was allerdings erst in der letzten Zeit "modern" wird, ist die Verknüpfung von aktuellen Positionen
und mit einer Digitalkamera geschossenen Bildern. Was das miteinander zu tun hat? Ganz einfach: Sie sind im Urlaub
und fahren mit einem Mietwagen durch die Landschaft. Die Digitalkamera ist immer dabei und steig im Einsatz, schließlich
muss man ja nicht mehr auf einen schnell verknipsten Film warten, sondern hat Speicherplatz ohne Ende. Spätestens,
wenn man zuhause die Bilder zeigt, gehen die Diskussionen los. "Und das war an der Costa Calma." "Nein,
das war in Morro Jable!" (wer noch nicht erkannt hat, dass ich Fuerteventura-Fan bin, dem sei es hiermit gesagt...
:-D). Da kann der nachurlaubliche Ehefrieden schnell dahin sein...

Rein technisch ist die Zuordnung von Bildern zu Positionen mittels eines Dataloggers denkbar einfach: in den
digitalen Informationen, die eine Kamera in den Bilddateien speichert, ist unter anderem auch ein Zeitstempel gespeichert.
Ebenso wird bei der Aufzeichnung der aktuellen Position im Datalogger-GPS neben den Längen- und Breitengrad
ebenfalls die Zeit hinterlegt.
In diesem Segment hatte QStarz mit dem BT-Q1000 ein Gerät auf den Markt gebracht, dass jetzt mit der Nachfolgeversion
(erkennbar an dem "P" im Namen für Platinum) seinen Nachfolger bekommen hat.
Was ist nun neu? Vor allem eines, was für die Datalogging-Anwendung einiges an Freude bringt: Die beiliegende
Software ist massiv überarbeitet worden und läuft nun auch einwandfrei unter Windows Vista. Kein anderes
Programm ist erst einmal nötig, denn der QSTarz GPS Travel Recorder liefert direkt den Zugriff auf Google-Karten
mit. Und die Bedienung ist kinderleicht: starten, einmalig Treiber für den Datalogger installieren, dann auf
"GPS Log lesen" klicken:

Sollten mehrere Logs gespeichert sein, dann werden diese in einer Liste angezeigt und man kann das richtige
auswählen:

Die Software selbst hat mich begeistert: Selten hat man im Standard-Lieferumfang eine solch umfassende Softwarelösung
dabei: Von der Anzeige der Positionsdaten in einer "einfachen" Karte, in der Satellitenansicht, unter
Beifügung der Geschwindigkeitsdaten, alles kann darin gemacht werden und so sit der zurückgelegte Weg
ohne grossen Aufwand visualisiert.

Zurück zur Zuordnung der Fotos zu geographischen Positionen: Führt man beide Informationen zusammen,
dann kann schnell die aktuelle Position zu der Zeit, zu der das betreffende Foto geschlossen wurde, bestimmt werden
und eine Anzeige der Position in entsprechenden Programmen (wie beispielsweise Google Earth) ist kein Problem.
Leider bieten nur wenige Kameras die Möglichkeit, ein direktes Geotagging vorzunehmen. Auch wenn im so genannten
EXIF-Header (dem digitalen Datencontainer, der alle Daten rund um das Foto enthält) Felder für die geographische
Position vorgesehen sind, diese zu füllen, bedarf entweder einer Kamera mit integriertem GPS (von denen es
nur wenige gibt) oder einer intelligenten Softwarelösung.

Der Weg zu geogetagten Fotos ist denkbar einfach: Man lädt die Fotos auf der einen Seite, die aus dem Datalogger
heruntergeladenen Positionsdaten auf der anderen Seite. Schon lässt sich zuordnen, wo man zum Zeitpunkt des
Fotos war und diese Position ebenfalls in die EXIF-Daten der Bilddatei schreiben. Gehen die Uhren auseinander (sprich:
ging die interne Uhr des Fotoapparates nicht richtig), so lässt sich dies ebenfall einstellen.
Ansonsten ist das BT-Q1000P ein - wie von QStarz gewöhnt - ansehnliches und funktionales Bluetooth-GPS. Von
seiner geringen Größe über den Formfaktor, das Zusammenspiel von mattem und glänzendem Schwarz
in der Farbgebung bis hin zum Lieferumfang, zu dem neben Netzteil, Kfz-Kabel und USB-Kabel zur Übertragung
der Datalogger-Daten auch eine Tasche gehört, in der das GPS auch unterwegs am Gürtel geschützt
aufbewahrt werden kann, und natürlich seinen "GPS-Qualitäten": knappe 30 Stunden hielt es im
Test durchgängig den Betrieb ohne Netzteil aufrecht, die Position wurde auch unter ungünstigen Bedingungen
(das Sommerwetter "Frühlingswetter" 2008: Regen und dicke Wolken) sehr stabil gehalten.
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