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Neidisch schaut man als Windows-Smartphone-Benutzer höchstens auf das Design von Konkurrenzgeräten.
Das allerdnigs spätestens seit dem Erscheinen des Motorola RAZR V3 konsequent. Das muss auch HTC mitbekommen
haben, und so ist dieser Tage gleich eine mehrfache Premiere aus dem Haus des grössten Hertsellers von Windows
Mobile-Geräten auf den Markt gekommen. Das HTC StrTrk (der Verlust von Vokalen zeugt von dem Wunsch nach Vermeidung
von Ärger mit den Rechteinhabern der ähnlich klingenden SciFi-Serien), in Deutschland als QTek 8500 auf
dem Markt, ist zugleich das erste Clamshell (Klapptelefon) und das dünnste je von HTC gefertigte Mobiltelefon
mit Windows Mobile.
Nach einigen Tagen intensiver Nutzung kann ich aus meiner Begeisterung kaum einen Hehl machen, auch wenn nicht
alles eitel Sonnenschein ist.

Die Masse des Gerätes sind mit 99x51x16mm fast identisch zum RAZR, auch wenn das 8500 eine leicht rundere
Form hat. In der"Standardversion" ist en komplett schwarz, der jeweils obere Teil von Front und Rücken
besteht aus Metall, der jeweils untere Teil aus Plastik, die aussen liegenden Tasten ebenfalls aus Metall. Alles
in allem ein stimmiges Bild. Die anderen angekündigten Farbversionen haben die Plastikteile allerdings ebenfalls
in schwarz, was deren Gesamteindruck ein wenig unruhiger macht. In der Draufsicht des Gerätes findet sich
oben die Linse für die Kamera, darunter ein superscharfes externes Display, auf dem Plastikteil dann die Steuertasten
für den MediaPlayer, der Aussenlautsprecher und zwei LEDs (Netz und Bluetooth). Auf der linken Seite dann
die Tasten für die Lautstärke und eine Taste für die Sprachwahl, auf der rechten Seite die Taste
für die Kamera und der Anschluss für Zubehör.
Gerade letzterer ist allerdings ein gewisses Ärgernis: In den vergangenen Monaten konnte man sich darauf verlassen,
dass alle Geräte aus dem Hause HTC mit einem miniUSB-Anschluss ausgeliefert wurden, und damit Netzteile, Kfz-Ladekabel,
etc. austauschbar waren. Das 8500 kommt mit einem vollkommen proprietären Stecker, der sowohl für Netzteil
und Datenkabel als auch für die beiliegende Freisprecheinrichtung genutzt wird.

Eine separate Klinkenbuchse für ein Headset fehlt ebenfalls. Man mag schliessen, dass auf Grund der geringen
Dicke kein Platz für eine Standardbuchse war, allerdings hat Motorola vorgemacht, dass man diese unterbringen
kann, und sogar ein Adapter beigelegt. Während dies für den Neubesitzer recht egal ist, kann derjenige,
der bereits ein HTC-Gerät nutzt, sein Zubehör nicht mehr nutzen, und spezielles Zubehör für
das 8500 gibt es (noch) nicht.

Und wo wir gerade beim Thema Standardisierung sind: Hat man sich gerade daran gewöhnt, dass die SD-Karten
von den kleineren miniSDs abgelöst werden, so kann ein gewisser Frustfaktor nicht vermieden werden: Kleiner
muss es sein, darum verwendet das QTek 8500 microSDs (ehemals Transflash). Diese lassen sich ebenfalls per Adapter
auf normale SD-Grösse bringen, sind aber natürlich mit miniSD-Slots nicht kompatiblel. Vorbei scheinen
die Zeiten, als man seine Speicherkarten wild zwischen allen PDAs, Smartphones und Digicams austauschen konnte.
Einziger vorteil: die Preise sind moderat, so bekommt man eine 1GB microSD mittlerweile für unter 40 Euro.

Eines der Highlights des 8500 ist das 1,2 Zoll grosse Aussendisplay. Mit seiner Auflösung von 128x128 Pixeln
kann es die wichtigsten Informationen wie Akkustatus, Empfangsstärke, Datenverbindung und Zeit darstellen,
und bei einem eingehenden Anruf zeigt es Namen oder Nummer und, falls gespeichert, das Bild des Anrufers an und
lässt über die Hardwaretasten das Stummschalten bzw. das Ablehnen des Anrufes zu. Wurde ein Anruf verpasst,
sind eine Mail oder SMS eingegangen, dann wird dies ebenfalls dort signalisiert.

Nutzt man das 8500 aber als MP3-Player, dann entfaltet es sine volle Funktionalität: Titelinformationen
wir Trackname, Album/Interpret, Laufzeit, Lautstärke, all das passt in die Anzeige und ermöglich es dem
Nutzer, den Mediaplayer vollkommen ohne Aufklappen des Gerätes zu nutzen.
Das interne Display in QVGA-Auflösung (240*320) ist ebenso brilliant, und vor allem auch bei Einfall von Sonnenlicht
noch gut lesbar. Auf Grund der hohen Auflösung macht nicht nur die normale Arbeit mit dem Gerät, sondern
auch beispielsweise die Navigation einen Riesenspass.

Man mag im Hinblick auf die Kommunikationsmöglichkeiten des 8500 anmerken, dass es recht "altbacken"
ist: Weder UMTS noch WLAN sind integriert, bei ersterem entwickelt HTC noch am ersten 3G-Smartphone, mit dem QTek
8310 gibt es gerade mal ein Gerät, das in WLAN-Netzen arbeiten kann. Hier muss klar unterschieden werden,
was der Fokus der Benutzung ist: Für die Standalone-Anwendung reicht GPRS vollkommen aus (das QTek 8500 hat
sogar die schnellere Variante EDGE an Bord). Wer das Telefon primär als "intelligentes Modem" für
den mobilen Internet-Zugang per Notebook verwenden will, der sollte eher zu einer Datenkarte greifen, die dann
heutzutage sogar HSDPA beherrscht.
In der Summe: für ein Smartphone vollkommen in Ordnung, in der Anwendung wie gewohnt einfach zu konfigurieren
und von der Performance her gut.

Was mir ein wenig sorgen macht (was ich aber nicht als allgemeines Problem verifizieren kann): Im Testsetup
richtete das 8500 im lokalen WLAN reichlich Chaos an: Beide Rechner, die zum Test verwendet wurden, sind per WLAN
im Netz. Sobald das 8500 per Kabel angeschlossen wurde und ihm per Activesync auf der virtuellen Netzwerkverbindung
eine IP-Adresse zugewiesen wurde, verlor die WLAN-Verbindung des Rechners die IP-Adresse, und eine WLAN-Verbindung
war nicht mehr stabil etablierbar. Selbst nach Entfernen des 8500 blieb das Problem bestehen, nur ein Neustart
des Rechners brachte wieder die gewohnte Stabilität. zu beobachten dabei: Der Accesspoint (LANCOM 54g) stellte
immer wieder das WLAN-Modul ab, weil er Probleme im WLAN erkannte. Kein anderes Gerät mit Windows Mobile 5.0
und dem AKU2 hat bisher solche Probleme verursacht. Workaround: WLAN-Modul abstellen, Gerät syncen lassen/einrichten,
Rechner neu starten und dann das WLAN-Modul wieder einschalten. Mittlerweile allerdings hat sich herausgestellt,
dass dies ein Problem von WM5-Geräten an PCs, die per WPA verschlüsselt in einem WLAN sind, ist.

Das integrierte Bluetooth-Modul unterstützt neben den klassischen Profilen auch das A2DP-Profil und damit
die Wiedergabe von Hifi-Sound über entsprechende Headsets.
Wie von Pocket PCs mit dem AKU2 bekannt ist die Schaltzentrale für alle Kommunikationseinstellungen der Comm
Manager, ein zentraler Bildschirm, in dem alle Funksender und Sonderfunktionen ein- und ausgeschaltet werden können.
Da das QTek 8500 durch das AKU2 auch die Push-Funktionalität unterstützt, ist auch dies dort enthalten.
Und funktioniert tadellos: an meinem Exchange Server mit dem SP2 ist die Mail gerade verarbeitet, teilweise noch
nicht an die Clients repliziert, da meldet das 8500 bereits das Vorliegen einer neuen Mail. Wer braucht da noch
einen Blackberry? :-)

Die Performance des Geräts entspricht momentanen Standards. Der Texas Instruments OMAP 850-Prozessor mit
200MHz, 64MB ROM und 64MB RAM sind ausreichend, um ein flüssiges Arbeiten zu ermöglichen. Lediglich in
Fällen, wo viele Programme gleichzeitig offen sind, kam es im Test zu leichten Hängern, allerdings selten
und kurz genug, um den Gesamteindruck nicht signifikant zu trüben. Selbst der Mobile Navigator als Navigationssoftware
läuft flüssig und stabil, und ist durch Auflösung und Qualität des Displays eine Augenweide.
Nach mehreren Ladezyklen hält der 750mAh-Akku im Testsetup (starke Nutzung der PDA-Funktionen, moderates Telefonieren,
Push-Mail mit dauerhaft stehender GPRS-Verbindung) gute zwei Tage, in der normalen Anwendung des Ottnormalverbrauchers
also sicherlich noch einen Tag länger. Auch wenn es Mobiltelefone gibt: es reicht aus meiner Sicht mehr als
auch.
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