Testbericht:
T-Mobile SDA

Tutorial: Entfernen der T-Mobile-Brandings

Als die ersten Gerüchte über den Schritt von Microsoft auf den Markt der Smartphones die Runde machten, waren Häme und Spott gleichermaßen zu hören und lesen. Die Marktmacht des Symbian-Kartells, die ewig beschworene Instabilität von Windows als Betriebssystem und die Tatsache, dass nun nach PDAs und Spielekonsolen ein weiterer PC-fremder Bereich durch den Riesen aus Redmond in Angriff genommen werden sollte taten ihr übriges. Als 2003 T-Mobile kurz vor dem geplanten Termin die Markteinführung des „SDA“ (damals das HTC Tanager/SPV E100) verschoben, fühlten sich viele Kritiker bestätigt. Jetzt, mehr als ein Jahr später, sieht die Situation plötzlich ganz anders aus: Die Zahl der Geräte mit Windows Mobile als Betriebssystem und integriertem Telefon wächst immer weiter an. Grund genug, einen ausführlichen Blick auf die neuen Geräte zu werfen.


Man muss unterscheiden: Die Pocket PC Phone Edition-Geräte (PPCPE) sind PDAs mit einem Touchscreen, die neben den „normalen“ Funktionen noch eine GSM/GPRS-Einheit integriert haben, grob gesagt also PDAs mit Telefon-Funktion. Beispiele dafür: Der HP iPAQ 6340, der T-Mobile MDAIII, etc. Wem das zu groß ist, der verwendet ein Windows Smartphone, ein Telefon in Form eines normalen Handies, das zusätzlich PDA-Funktionalität (wie Kontakte, Termine, Aufgaben, Internetzugang, Erweiterbarkeit durch Programme, etc.) bietet. Diese Geräte unterscheiden sich vor allem in der Größe und durch die Tatsache, dass sie kein Touchscreen haben, Beispiele dafür: der T-Mobile SDA, das Motorola MPx200 und MPx220.

Eines haben aber beide Gerätetypen gemeinsam: Die Integration in das Office-Umfeld. Wer Microsoft Outlook als Programm zur Verwaltung von Kontakten und Terminen verwendet, der installiert (wie bei einem Pocket PC) einfach die Zusatzkomponente ActiveSync und schließt dann sein Gerät über ein USB-Kabel oder eine Dockingstation an. Das Gerät wird erkannt, einmalig eingerichtet (was vor allen die Auswahl, was alles synchronisiert werden soll, beinhaltet), und das ist alles, was der Benutzer an Aufwand zu leisten hat. Bei jedem Anschluss des mobile Geräts werden automatisch die Änderungen in den Elementen erkannt und zwischen beiden Geräten abgeglichen. Noch bequemer ist es, wenn ein Exchange-Server verwendet wird: Jedes Gerät mit PDA-Funktion und Windows Mobile als Betriebssystem kann ohne Zusatzsoftware über eine Mobilfunkverbindung (GPRS oder CSD) direkt mit einem Exchange 2003-Server synchronisieren. Auf diesem Weg besteht direkter Zugriff auf alle relevanten Daten, ohne einen lokalen PC zu benötigen. Diese Funktion such man bei anderen Mobiltelefonen meist vergeblich, und auch die Synchronisation mit einem PC ist oft mehr Glücksspiel als verlässliche Funktionalität.

Schon Mitte diesen Jahres kamen erste Bilder des HTC Typhoon ins Internet, das u.a. in der Schweiz und anderen Ländern, die Orange als Netzbetreiber haben, als SPV C500 (oben links) vertrieben wird. Recht kurzfristig dann konnte man auf einem T-Mobile-Flyer endlich den SDA (oben rechts) entdecken... und erste Tests erkannten schnell, dass sich hinter dieser Bezeichnung und dem deutlich anderen Aussehen ein Typhoon verbarg.
Im Oktober 2004 nun ist der T-Mobile SDA auf den Markt gekommen, und in den meisten T-Punkten weit verfügbar.

Auf den ersten Blick erinnert der SDA an ein SonyEricsson T630: schwarze, glänzende Front, silberne Seitenteile, silberner Joystick, alles in allem recht hochwertig. Wer sich von der Masse abheben will (alle bisherigen Windows Mobile Smartphones waren vom Design her deutlich anders als "normale" Telefone, mit Ausnahme des MPx220), der hat schlechte Karten... aber nur von den äusseren Werten.

Im Innern wirbelt ein ARM OMAP 730-Prozessor mit 200MHz, 32MB Speicher nehmen die zusätzlich installierten Programme auf. Wer mehr an Speicher braucht, der kauft sich eine Mini-SD-Karte , die es momentan bis 512MB Kapazität gibt. ein Wechsel während des Betriebes, wie man ihn vom Pocket PC kennt, wird allerdings dadurch verhindert, dass die Karte unter dem Akku sitzt.
Im Gegensatz zum C500 hat der SDA einen echten Joystick, und der ist exakter, als jeder andere, den ich bisher getestet habe. Sowohl die Wippe des C500 als auch die diversen Joysticks von MS- und nicht-MS-Smartphones haben schnell das Problem, dass man beim Auswählen eines Elements (was durch das Drücken auf den Joystick durchgeführt wird) eben noch mal eine Zeile nach oben oder unten rutscht. Beim SDA ist mir dies bisher kein einziges Mal passiert.

T-Mobile hat dem SDA ein eigenes Design verpasst, das unter anderem in zwei zusätzlichen Tasten Audruck findet: Der obligatorische T-Zones-Key, der die T-Mobile-eigene Seite im Pocket Internet Explorer öffnet, und ein Shortcut zum Nachrichten-Posteingang. In der Konsequenz finden sich die MS-Smartphone-typischen "home" und "back"-Tasten einwenig kleiner direkt zwischen den beiden Bildschirmtasten. Gewöhnungsbedürftig vor allem für den, der bereits ein Windows-Smartphone kennt, nach kurzer Gewöhnungszeit aber kein Hindernis.

Für die Kommunikation nach aussen hat der SDA sowohl eine Bluetooth- als auch eine Infrarot-schnittstelle eingebaut, erstere erlaubt auch (wichtig für die Anwendung mit Pocket PC oder Notebook) die kabellose Anwahl ins Internet.

Ebenfalls integriert: eine Digitalkamera mit einer maximalen Auflösung von 640*480. Wer jetzt zu Recht bemängelt, dass ja mittlerweile 1.3MPix-Kameras in Mobiletelefonen verbaut werden, der hat Recht. Allerdings sollte man sich einer Tatsache bewusst sein: Sei es das MPx220 oder der FSC LOOX 720, die Qualität der Bilder dieser Kameras ist der Erfahrung nach eher schlechter als besser! Für die Aufnahme eines Schnappschusses, das Anhängen an eine Email oder SMS reicht es vollkommen, und mehr kann man nun mal nicht erwarten.

Neben den installierten Standardanwendungen finden sich im ROM noch einige nützliche Programme: Eni Java Manager, der EmailWizard, der bei der Einrichtung der Konten hilft, ein Task Manager (der ein wenig fehlübersetzt "Aufgabenmanager" heisst), ein Dateiexplorer. Versteckt auf der beiliegenden CD befindet sich noch die Clearvue Suite, die das Betrachen von Word, Excel-, Powerpoint- und PDF-Dateien erlaubt.


In der Praxis erreicht der SDA eine Laufzeit von 2-3 Tagen, wenn man ihn intensiv nutzt. auch das ist (zusammen mit allen anderen Typhoon-basierenden Geräten) eine Premiere.
PREIS: ab EUR 99,- mit Vertrag, EUR 369,- ohne Vertrag bei T-Mobile, das C500 ist beispielsweise bei fonez.de zu bekommen.
FAZIT: Nachdem ich das C500 hatte, war ich mir eigentlich sicher, dass ich den SDA als technisch baugleiches Gerät nicht brauchen würde... und doch habe ich beim ersten verfügbaren Gerät zuschlagen müssen. Das bereue ich kein Stück. Die Typhoon-Familie ist das stabilste, was bisher an Mobiltelefonen mit Microsoft-Betriebssystem auf den Markt gekommen ist. Funktionalität, Akkulaufzeit, Bedienkomfort sind top, und das Design durchaus gefällig. Wer lieber ohne Branding leben möchte, der kann sich mit dem iMate SP3i ein sehr ähnliches Gerät (aber ohne die Zusatztasten) zulegen, sobald die lieferbar sind.




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