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"Navigation auf dem Handy? So ein Quatsch!". Diese durchaus nicht selten getroffene Aussage basiert
in vielen Fällen darauf, dass der Bildschirm eines Mobiltelefons vermeintlich zu klein für eine lesbare
Darstellung einer Karte samt Anweisungen ist und die Rechenpower eines Smartphones nicht für eine performante
Wegführung ausreicht. Aus den Erfahrungen mit den ersten Versionen des Wayfinders auf einem SonyEricsson P900
war ich ähnlicher Auffassung.

Nachdem die ersten Microsoft Smartphones auf den Markt kamen und immer wieder die Frage nach der Vergleichbarkeit
zu einem Pocket PC zu beantworten waren, war auch hier die Navigation eines der Kernthemen. Mittlerweile haben
die Hersteller reagiert. Mit dem TomTom mobile, der mobilen Version des TomTom Navigators, ist das erste System
bereits auf dem Markt, Navigon und Destinator haben bereits Smartphone-Versionen ihrer Produkte angekündigt.
 
Eigentlich könnte man zum Test des Systems den Test des TomTom GO verwenden: Eine
Installation der Software über einen PC ist nicht nötig, die beiliegende MMC-Karte wird in den Speicherslot
des Smartphones eingelegt (das Qtek 8080 im ersten Test). Eine Freigabe für die neuen Geräte wie den
SDA, das C500, etc., gibt es noch nicht, nichts desto Trotz funktioniert es auf diesen Geräten wie weiter
unten beschrieben, die Software kann problemlos von der MMC-Karte auf eine MiniSD-Karte kopiert werden.
Ist die Karte einmal eingelegt, dann findet sich im Startmenü des Telefons eine Verknüpfung direkt auf
das Programm. Beim ersten Anklicken wird dann die tatsächliche Installation auf dem Smartphone durchgeführt.
  
Wie schon in diversen Foren zu lesen war, besteht der "Kopierschutz" des TomTom mobile aus einer Einschränkung
auf die Nutzung mit der mitgelieferten TomTom-Bluetooth-Maus. Die Software selbst muss im Gegensatz zur Pocket
PC-Version nicht extra aktiviert werden, was die Handhabung für den technisch eher unversierten Benutzer vereinfacht.
Die Kehrseite der Medaille: Wer das Paket kauft, kann trotzdem kein anderes Bluetooth-GPS nutzen, was vielleicht
bereits vorhanden ist oder bessere Empfangseigenschaften/höhere Standbyzeiten hat. Aus meiner sicht eine unkluge
Entscheidung: Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis irgendjemand ein kleines Tool anbietet, dass dem System
vorgaukelt, es sein eine TomTom-Maus, die da sendet, und dann ist der unrechtmäßigen Verbreitung des
Programms Tür und Tor geöffnet.
 
Nach dem Start der Software wird automatisch die Verbindung zum GPS aufgebaut. Dabei ist nicht mal die Kopplung
nötig, es wird automatisch erkannt und nach knappen anderthalb Minuten fordert die Software einen Neustart.
Danach wird die Verbindung zum GPS nach jedem Start des Programms automatisch aufgebaut.
Wer den TomTom Navigator von einem anderen System kennt, der hat wenig Probleme, sich in die Bedienung einzufinden:
per Joystick kann im Menü seitenweise geblättert werden, per Nummerntasten wird eine Position aufgenommen.
 
Die Zieleingabe funktioniert per Tastatur des Telefons, wobei die letzten Angaben (Stadt, innerhalb einer Stadt
die Strassen), die bereits als Ziele verwendet wurden, direkt zur Verfügung stehen. Nach Eingabe des Ziels
wird anhand der ermittelten Position der vermeintlich optimale Weg berechnet, wie bei den anderen TomTom-Systemen
ist dabei keine Auswahl möglich, ob man den schnellsten oder kürzesten Weg verwenden möchte. Eine
kleine Übersichtskarte zeigt dann die komplette Strecke an, kann aber auf Grund des Maßstabs und der
Größe des Displays wenig sinnvoll verwendet werden.
  
Ist man dann einmal unterwegs, dann stehen die gewohnten Ansichten zur Verfügung: 2D Draufsicht auf die
Strecke, 3D-Ansicht und komplette Ausblendung der Karte und damit reine Pfeildarstellung. Selbst in der doch recht
komplexen 3D-Ansicht ist eines gleichzeitig überraschend und begeisternd: Die Darstellnug ist trotz der vergleichsweise
langsamen Prozessoren absolut flüssig und ruckelfrei. Wie auch immer man die Darstellung wählt: Ist das
Telefon sichtbar platziert, dann hat man trotz des kleineren Displays subjektiv nicht weniger Informationsgehalt
als bei einem Pocket PC oder dem TomTom GO. Und noch mehr: eher durch Zufall war das Telefon in der Jackentasche
bei einer Fahrt durch fremdes Terrain und die Navigation noch aktiv: Selbst ohne Sicht auf das Display, nur durch
die Sprachanweisungen geleitet findet sich ein Ziel problemlos.
 
 
Betrieb auf einem C500/SDA:
Die Aussagen sind lange durcheinander gegangen: TomTom selber gibt natürlich nur Geräte frei, die bereits
mit der Software getestet sind, und so sind die interessanten neuen Geräte wie der T-Mobile SDA und das SPV
C500 (und die kompatiblem Ableger davon) noch nicht als geeignete Geräte aufgeführt. Im Standard machen
dazu leider auch die Bluetooth-Settings der Telefone, die von der BT-Maus auf die Software leiten müssen,
einige Probleme, wodurch die Standard-Version, die getestet wurde, nicht zu betreiben war. Einfache Abhilfe dazu
gibt es jedoch:
 
1. Löschen aller Bluetooth-GPS im Bluetooth-Manager des Telefons
2. Download des TomTom Traffic Updates für den TomTom mobile (was die entsprechenden Änderungen
in der EXE-Datei bereits beinhaltet). Dazu benötigt man einen gültigen Produktcode für den TomTom
mobile, den man als Käufer automatisch bekommt. Alternativ gibt es hier direkt die Datei.
3. Wird nur eine 256MB-MiniSD-Speicherkarte verwendet, dann müssen einige Dateien gelöscht werden,
um Platz für das Update zu machen. Dazu eignen sich vor allem diie Sprachdateien niederer Qualität: Für
ein Microsoft Smartphone werden die höherwertigen 22KHz-Dateien verwendet (dataXX.22k, xx gibt die Sprache
an). Kein Grund also, die 16kHz-Dateien für Symbian und MS Smartphones (dataXX.chk) zu behalten. Werden diese
gelöscht, dann ist Platz genug auf der Karte, um die Installation des Updates auf der Karte durchzuführen
(sonst liegt das Update im Hauptspeicher, der Link im Startmenü führt aber auf die Speicherkarte)
4. Ganz wichtig ist es, in den Bluetooth-Einstellungen des Telefons den COM7: zu DEaktivieren, sonst blockt
das System ihn und TomTom kann nicht auf ihn zugreifen.
5. Das TomTom GPS muss eingeschaltet werden, dann die Software gestartet werden. Nach einer bis anderthalb
Minuten meldet die Software, die Einrichtung sei nun fertig und das Telefon müsse neu gestartet werden. Nach
Neustart des Telefons und der Applikation wird die Verbindung zum GPS automatisch aufgebaut.
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