Testbericht:
Yakumo PDA alpha

"Yakumo. Wer? Ach ja, PCs und Monitore. PDA? Von Yakumo?". So oder so ähnlich haben viele Leute geschaut, als der alpha Pocket PC angekündigt wurde. Und als dann der Preis mit EUR 469,- (Endkundenpreis!) angegeben wurde, war für viele schon klar, daß da entweder ein sehr interessantes Gerät oder aber ein totaler Flop auf den Markt kommen würde.
Über Design mag man sich streiten, aber in jedem Fall ist der alpha ordentlich verarbeitet, durchdacht und in jedem Fall sein Geld wert. Die metallisierte Oberfläche sieht aus und fühlt sich gut an, die perlmuttfarben schimmernden Hardwaretasten sind witzig.

1.) Display
Wie alle neuen Pocket PCs hat auch der alpha ein reflektives TFT mit 64K Farben. Die Displaygröße und die Hintergrundbeleuchtung sind ordentlich, durch die reflektiven Eigenschaften ist das Display auch bei direktem Sonnenlicht gut lesbar. Die Hintergrundbeleuchtung ist recht hell, allerdings ist das Display nur bei direkter Draufsicht wirklich gut lesbar, hat man einen anderen Blickwinkel, kann man gar nichts erkennen. Eine automatische Helligkeitskorrektur bietet der alpha nicht, die Helligkeit ist ein Einzelrasten regelbar.


2.) Erweiterbarkeit
Der erste Punkt, wo der alpha glänzt. Integriert hat er einen kombinierten SD/MMC-Slot, wie eigentlich mittlerweile jedes Gerät außer dem HP Jornada 56x. Leider noch keinen SD/IO-Slot, der auch Applikationskarten wie Wireless LAN, etc. aufnehmen kann, aber dies ist noch lange kein Standard. Wem jetzt das CF-Jacket zu eben diesem Zweck fehlt (um also z.B. eine WLAN-Karte, eine GPS-Karte oder was auch immer aufnehmen zu können), der wird beim Packungsinhalt positiv überrascht: Dort findet sich nämlich etwas ähnliches wie ein CF-Jacket, ein kleiner Aufsatz, der hinten auf den alpha aufgesetzt wird (die Kontaktleiste ist durch eine Plastikabdeckung geschützt). Formschöner wird er dadurch nicht, aber wenn man sich mal die durchschnittliche Nutzung eines PDAs anschaut, dann ist der Betrieb mit einer CF-Karte (SD als Speichermedium vorausgesetzt) meistens sowieso damit verbunden, daß eine aus dem PDA herausragende Karte eingesetzt wird, in sofern nicht entscheidend. In jedem Fall ist er immer noch weniger voluminös als ein iPAQ mit CF-Jacket!
Was mir vollkommen unverständlich bleibt, ist das Aufbohren der Zugreifbarkeit des Speichers. Obwohl der alpha laut Herstellerangaben ein 32MB Flash-ROM hat, das Betriebssystem davon bekannterweise um die 24MB benötigt, hat man keinen Zugriff auf die restlichen 8MB (die sonst als eigenes "Laufwerk" aufgeführt werden). Auch in der Speicherangabe findet sich diser Speicherplatz nicht. dafür wird aber eine SD-Karte nicht als "Speicherkarte", sondern als "SD-Karte" angezeigt.


3.) PC Connectivity und Stromversorgung
Der Yakumo alpha hat einen wechselbaren Lithum Ionen-Akku mit 1000mAh.
Man hat ihm gleich zwei Synchronisationsmöglichkeiten beigelegt: Zum einen ein USB-Sync/Ladekabel, zum anderen eine USB-Dockingstation inkl. Ladeschacht für einen zweiten Akku. Allerdings ist der Anschluß des Netzteils in den USB-Stecker integriert, d.h. also ein Laden des alpha kann nur in Verbindung mit einem der Sync-Kabel stattfinden. Der PDA selbst hat nur den seriellen Stecker an der Unterseite. Eine Wireless LAN-Karte kann natürlich über das CF-"Jacket" problemlos installiert werden, sodaß auch der Anschluß mit höherem Datendurchsatz funktioniert.
Interessant (und mir neu) ist es, daß der alpha nicht direkt von Windows erkannt wird, sondern als dem System unbekanntes USB-Device von der beiliegenden CD einen Treiber anfordert.


4.) Connectivity nach außen
Natürlich hat der alpha auch eine Infrarotschnittstelle, dies gehört nun mal zum guten Ton. Sie ist wie bei den meisten PDAs oben am Gehäuse angebracht, was Taschen wie den Airtimer in die Lage versetzt, eine Verbindung zu einem quer liegenden Mobiltelefon aufzubauen. Durch das beiliegende CF-"Jacket" kann problemlos sowohl eine Bluetooth-Karte als auch eine Wireless LAN-Karte integriert werden.


5.) Multimedia
Sowohl der Media-Player als auch der MS Reader sind fest installiert, sowohl das Hören von MP3s als auch das Lesen von eBooks ist also im Lieferzustand schon kein Problem. Der Lautsprecher allerdings ist mit der Wiedergabe von Musik ein wenig überfordert, er ist recht leise und quäkig, während das selbe Musikstück über den Kopfhöreranschluß gehört schon fast zu laut ist.
Was dem alpha vollkommen fehlt, ist eine Grundvoraussetzung für Action-/Sport-Spiele: Das Steuerkreuz. Durch die Tatsache, daß er ein Jogdial an der Seite hat, mit dem durch Optionen oder Dateien hindurchgerollt werden kann, sind die Hardwaretasten vorn nur noch als Shortcuts für die Applikationen.



6.) Lieferumfang und Ausstattung
Punktsieg für den alpha. Kein PDA bisher hatte einen so reichhaltigen Zubehörkatalog im Standard-Lieferumfang: PDA, CF-"Jacket", Akku, Teleskopstift (allerdings nur einer), USB Dockingstation, separates USB Sync-Kabel, Netzteil, hochwertige (!!!) Ledertasche mit Magnetverschluß. Also eigentlich alles, was man benötigt.
Wo gespart wurde (und da muß man sich einfach die Frage stellen, ob dies ein Problem ist), ist die Softwareausstattung. Nur die Basisapplikationen sind fest installiert, auf der beiliegenden CD finden sich Outlook 2002 und Avtivesync. Was allerdings fehlt, ist der Lizenzkey für Outlook. Dies wird momentan über die Hotline abgewickelt (0531-2188222), an einer Dauerlösung arbeitet man.
Verarbeitet ist der alpha gut, er ist kompakt, liegt gut in der Hand und läßt sich gut bedienen. Der
Benchmark-Test zeigt, daß er sich auch von den Leistungsdaten her nicht verstecken muß, in einigen Kategorien ist er der Konkurrenz gar überlegen.


Fazit:
Preis-Leistungsverhältnis: in Ordnung! Wenn man sich überlegt, daß der Abstand zum günstigsten Konkurrenten mit ebenfalls 64MB mehr als EUR 100,- beträgt, dann ist der Yakumo alpha eingeeigneter Einsteiger-PDA. Natürlich hat er Einschränkungen, aber allesamt sind diese nicht so extrem, daß man sie als echte Mängel bezeichnen kann. Wer einen günstigen PDA sucht, der sollte den alpha zumindest in seine Überlegungen mit aufnehmen. Wer andere Leistungsmerkmale bevorzugt (CF integriert, besseres Display, Eignung für alle Spiele, etc.), der muß sich halt anders orientieren. In jedem Fall ist der Yakumo alpha nicht "nur ein weiterer PDA unter vielen", sondern auf Grund des Preis-Leistungs-Verhältnisses eine Bereicherung des Marktes.

PREIS: EUR 469,-

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