Ein weiteres Jahr voller Ereignisse und neuer Entwicklungen liegt nun bald hinter uns. Eine Vielzahl neuer PDAs
ist auf den Markt gekommen, und viele davon haben mehr Leistungs als jemals zuvor. Sei es das neue Betriebssystem
Windows Mobile 2003 (ehemals Pocket PC 2003), sei es die immer weiter voranschreitende Verbreitung von Bluetooth
(und der damit ausgestatteten Mobiltelefone), die Möglichkeiten, über einen SD (IO)-Slot auch Kameras
oder WirelessLAN-Karten zu verwenden, die Technik schreitet in Riesenschritten voran. Eigentlich sollte man also
meinen, daß der Markt boomt und die Absatzzahlen rapide in die Höhe schnellen. Stattdessen liest man
an vielen Stellen von Stagnation oder gar Absatzrückgängen. Woher kommt das also?
Sicherlich zum einen daher, daß gerade diese Geräte im internationalen Vergleich extrem teuer sind.
Nimmt man den iPAQ 4150 als Beispiel, so kann dem verbraucher nur schwer verdeutlich werden, warum ein solches
Gerät in Deutschland zwischen EUR 599,- und dem Listenpreis von EUR 699,- liegt, das selbe Gerät (als
iPAQ 4155) in den USA für USD 449,- zu bekommen ist (knapp EUR 380,-). Für den Endverbraucher, der sich
in vielen Fällen sowieso durch englische Webseiten und Foren wühlt, ist die englische Sprachversion meist
kein Hindernis, ein Adapter für das Netzteil auf den deutschen Stecker kostet gerade mal EUR 5,-, ein deutsches
Netzteil vielleicht EUR 25,-.
Gerade bei diesem Gerät ist trotz ggf. erhobenen Zolls die Zahl der Bestellungen über Freunde/Bekannte,
die in den USA wohnen oder dort Urlaub machen, extrem hoch. Unnötig, würde man die Preise für die
lokalisierte deutsche Version moderat ansetzen, wäre das nicht der Fall.
Zweiter Faktor ist sicherlich der Kundensupport und die lückenhafte Qualitätssicherung verschiedener
Hersteller. Kaum einer der PDAs kommt auf den Markt und kann die ersten Monate bestehen, ohne daß ihm ein
erstes ROM-Update verordnet werden muß, das die Kinderkrankheiten austreibt. Und nicht selten geht damit
dann noch eine "Verschlimmbesserung" einher. Ein unschönes Beispiel dafür: Der MDA2/XDA2. Als
Über-PDA gehandelt, mit integrierter Kamera, Bluetooth, 128MB RAM, SD-Kartenslot, integriertem Telefon sicherlich
eines der interessantesten Geräte am Markt. Der Ottonormalbenutzer freut sich dann darüber, daß
er in dieser Kombination neben den Standard-PDA-Anwendungen und der Telefonie auch mit seinem Gerät navigieren
kann, und das auch noch kabellos per Bluetooth. Oder besser "... es können sollte...", denn obwohl
ein Bluetooth Headset klaglos funktioniert und ein beliebiges Bluetooth-GPS gefunden und gekoppelt werden kann,
fehlt den Geräten der serielle Dienst, der die Signale von einem Bluetooth-Gerät an die Applikation (im
Beispiel vom BT-GPS an das Navigationsprogramm) weitergibt. Natürlich gibt es in Foren wie Brighthand rasend
schnell gehackte Lösungen (in dem Fall das Kopieren des WIDCOMM-Stacks vom iPAQ auf den MDA). Der normale
Benutzer aber kennt zum einen die Quellen nicht unbedingt, ist zum anderen meist zu unbedarft oder einfach nicht
willens, bei einem Gerät von EUR 800,- Anschaffungspreis Bastellösungen ausprobieren zu müssen.
Und bis das Problem so stark kommuniziert ist, daß der Hersteller es als solche s akzeptiert und Abhilfe
schafft, gehen Wochen, oft gar Monate ins Land.
Zu guter Letzt: Die Pressearbeit, die in diesem Bereich getrieben wird, hat meiner Meinung nach in den meisten
Fällen ihr Ziel verfehlt. Schon lange ist es nicht mehr der professionelle Firmenanwender derjenige, der über
Erfolg oder Mißerfolg eines Gerätes entscheidet, sondern der technisch interessierte Privatanwender,
oft auch "Freak" genannt. Und da die einshlägigen Fachzeitschriften das Thema PDA immer noch eher
stifmütterlich behandeln, bekommt dieser vieles einfach nicht mehr mit. Die mehr privat betriebenen Informationsquellen
und Foren (zu denen die World of PPC auch gehört) werden allzu oft vollkommen übergangen und nicht ernst
genommen, sind also darauf angewiesen, sich selbst mit Informationen zu besorgen. Auf die Frage nach einer Leihstellung
oder einem wenigstensfair kalkulierten Testgerät ist oft die erste Reaktion "Was für ein Projekt
machen Sie? Welche Stückzahl werden Sie abnehmen?".
In Zeiten, in denen die Boulevardpresse die öffentliche Meinung bestimmt, in der die schwächelnde Karriere
eines US-amerikanischen Girlies durch öffentliche Zungenküsse mit einer Musikerkollegin, dem Imagewandel
zum Vamp und zweideutigen Angeboten alternder Hollywoodstars gepusht wird, ist dies bei weitem nicht mehr zeitgemäss.
Was spricht dagegen, in Serien, Soaps und Filmen PDAs zu platzieren, und damit ins Bewußtsein des sich bequem
berieseln lassenden Endverbrauchers zu bringen? Was spricht gegen ein offensives Marketing im Consumerbereich?
In Zeiten der wirtschaftlichen Stagnation reicht es einfach nicht mehr, sich zurückzulehnen und abzuwarten...
Wir werden sehen, was das kommende Jahr dem Markt bringt, es bleibt nur zu hoffen, daß man sich schnell besinnt,
dern Wert der Anwendung eines PDAs richtig zu kommunizieren....
"Microsoft steht still" oder Was bringt
Windows Mobile 2003? Oktober 2003
Manche Diskussionen sind müssig, aber wenn sie geführt werden, muss man sich manchmal trotzdem daran
beteiligen. Iat das Update auf Windows Mobile 2003 lohnenswert? Oder ist es Geldschneiderei und vollkommen sinnlos?
Und verspielt Microsoft damit gar die gute Stellung, die der Pocket PC mittlerweile gegen die Palms hat? Meine
Meinung dazu findet Ihr hier.
MS Smartphone oder Pocket
PC? Juni 2003
Nach Start der World of Smartphone und der Verfügbarkeit der Orange SPV (Schweiz,
England, Dänemark, etc.) und des HTC Tanager (Philippinen, bald auch Schweiz) kommt immer wieder die Frage
auf, ob ein Smartphone einen PDA ersetzen kann. Auf Grund der Ähnlichkeit der Betriebssysteme natürlich
mit besonderem Fokus auf die Frage, ob ein SPV/Tanager einen PocketPC ersetzen kann.
Meine Meinung: Nur bedingt, und zwar aus folgenden Gründen:
1. fehlendes Touchscreen
Die SMS-Junkies werden mir widerprechen, aber wer nicht daran gewöhnt ist, mit t9 und der Mini-Tastatur eines
Mobiltelefons zu arbeiten, und wer seine Finger nicht mit wahnwitziger Geschwindigkeit koordiniert über die
Tasten fliegen lassen kann, der ist beim Schreiben einer Mail hoffnungslos langsamer.
2. eingeschränkte Anwendungen
Ein SPV/Tanager hat keine Office-Applikationen, also weder Word noch Excel. Ersteres kann man durch Zusatzprogramme
wie das Orneta Notepad oder NotBad nachrüsten, aber mit systembedingten Einschränkungen (siehe 3.). Aktuell
gibt es für Excel noch keine Alternative.
3. keine Zwischenablage
Selbst wenn ich einen Text über einen der oben erwähnten Editors eingeben kann, ich bekomme ihn nicht
in die Systemanwendungen (z.B. Email/SMS), weil das SPV/Tanager keine Zwischenablage hat, über die das im
Standard-Windows (auch CE) laufen würde. Was nützt mir dann der schönste Text...
4. keine Dateisynchronisation
Da es keine integrierten Office-Anendungen gibt, hat man auch darauf verzichtet, bei der Synchronisation die Dateien
im Ordner "My Documents" zu synchronisieren. Eine automatische Verknüpfung mit einer Datei auf dem
PC, wo die Version auf dem Telefon und dem PC nach der Synchronisation identisch sind, ist also nicht möglich
und muss manuell gemacht werden.
5. eingeschränkte Email-Funktionalität
Bei einem SPV/Tanager kann immer nur ein email-Postfach abgefragt werden. Werden mehrere verwendet (privat, Firma,
etc.), dann muss man einen Mailsammler verwendet, der extern alle Mails in einem Postfach zusammensammelt. Und
dann kann man auf jede Mail nur mit der einen Email-Adresse antworten (z.B. Firma und privat werden per GMX-POP-Sammeldienst
in ein Postfach zusammengeholt, dies hat die email-Adresse abcd@gmx.de. Da die SPAM-Blocker der meisten Benutzer
einen authentisierten SMTP fordern, d.h. man sich am Mailserver anmelden muss, wenn man Mails verschickt, kann
das nur über eben jenbes Konto laufen. Der Empfänger bekommt also seine Antwortmail von abcd@gmx.de statt
von den dedizierten email-Adressen der Ursprungskonten).
6. eingeschränkte Anwendungen
Es gibt z.B. leider aktuell noch keine Navigationslösung für ein SPV/Tanager. Die Anschlüsse sind
die des XDA/MDA, Hardware exisitiert also, nur leider keine Software...
Zugegeben. Es sind Punkte, die nicht jeden Benutzer treffen, aber um einen Vergleich ziehen zu können, müssen
sie erwähnt werden. Meine Lösung in der Anwendung:
1. Telefonieren, Kontakte, Termine müssen da sein, Mails sollen im Notfall abgefragt werden können, die
Wahrscheinlichkeit, dass eine Mail geschrieben werden muss, ist gering (Stadtbummel, Kino, Fete, etc.): Das SPV/Tanager
alleine
2. Normalanwendung: Telefonieren, Kontakte, Termine müssen da sein und auch regelmässig geändert/neu
eingegeben werden, Mails müssen geschrieben und gelesen werden können: Ein kleiner PDA (momentan iPAQ
1915) und SPV/Tanager, Verbindung über Infrarot.
3. Heavy Use: Siehe 2., plus häufige online-Verbindung (damit Infrarot nicht oder nur schlecht anwendbar),
plus Navigation, etc.: grosser PDA (momentan iPAQ 5450) und SE T68i (wegen Bluetooth)
Nichts desto Trotz aber ist das SPV/Tanager für mich standalone eines der besten Mobiltelefone, das ich je
besessen habe....
A Canary on the Canaries
- A Sort of Homecoming.... Juni 2003
Urlaub… endlich. Nach Monaten rasanter Entwicklungen war endlich der Tag gekommen,
an dem es nach Fuerteventura gehen sollte. Und wie seit einigen Jahren konsequent umgesetzt hatte ich mir selbst
verschrieben, komplett auf Internet, emails, etc. zu verzichten. Was bringt ein Urlaub auch, wenn man sich den
selben Stress antut, wie man ihn sonst auch hat. Und die Erfahrungen aus einem Urlaub in Holland, wo das "mal
eben einmal in der Woche zwischendrin Mails abfragen" zu einer Spirale von Antworten, Antworten auf die Antworten,
am Ende knapp 350DM an "Datenübertragung im Ausland" auf der Telefonrechnung und nicht unerheblicher
Verstimmung der besten Ehefrau von allen (BEVA) geführt hatte, sprachen ebenfalls für Enthaltsamkeit.
Wie aber verargumentiert man nun, dass man ja wenigstens ein Mobiletelefon mitnehmen
will (um im Notfall erreichbar zu sein, zu festen Zeiten und mit einer Nummer, die nur die Familie kannte), und
irgendwie auch einen PDA für die Adressen auf den Urlaubskarten?
Ganz einfach: Durch ausgeklügelte männliche Logik:
Ich: "Schatz? Ich muss das SPV mitnehmen."
BEVA: "Was?"
Ich: "Das Handy mit integriertem PDA!"
BEVA: [nicht zitierbarer Aufruf von Unverständnis]
Ich: "Aber sieh mal: Wir fliegen doch nach Fuerteventura, oder?"
BEVA: "Ja, und?!"
Ich: "Zu welcher Inselgruppe gehören die?"
BEVA: "Zu den Kanaren, warum?"
Ich: [nicht unterdrückbarer Unterton des Gewinners]: "Siehst Du: Und das SPV heißt auch Canary.
Also muss es doch mal nach Hause und schauen, wie es dort ist!"
Zugegeben, so richtig akzeptiert wurde die Argumentation nicht, aber wenigstens war sie schlüssig. Oder?
Wie auch immer. Kaum auf Fuerteventura gelandet wurde das SPV eingebucht und fand
schon kurz danach ein Netz. Durch die automatische Netzwahl suchte es sich das stärkste Netz heraus, was glücklicherweise
auch die spanische Vodafone-Tochter Airtel war. Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel (in einem Minibus, der mit
6 Personen besetzt immer noch halb leer war, ein Hoch auf die Vorsaison!) änderte sich das dann auf Movistar.
Schön, wenn man dann die automatische Netzwahl ausschaltet und das Telefon überzeugen kann, immer Airtel
zu nehmen...
Es ist immer wieder faszinierend: Man ist 3000km von zuhause entfernt, aber eine Telefonverbindung ist innerhalb
von Sekunden aufgebaut und von der Qualität so gut, als wäre man nebenan.
Unklug allerdings ist es, wenn man aus seinen normalen Kontakten heraus wählt (die ja meist nicht mit internationaler
Vorwahl +49xxxxxx gespeichert sind), sich wundert, warum die Verbindung nicht zustande kommt und einen Sekundenbruchteil
später von Airtel eine SMS bekommt, man solle nach Deutschland doch +49 vorwählen...
Im Verlauf des Urlaubs konnte sich das SPV dann als Standalone-PDA beweisen: Erinnerungen an Geburtstage, Adressen
für die Urlaubskarten, all das lieferte es klaglos, wenn es denn abends den Tresor mal verlassen durfte.
Einziger Lapsus (und der auch noch selbst verursacht): Wieder zurück in Deutschland wollte und wollte es sich
nicht ins Vodafone-Netz einbuchen. Nach mehrfachem Ein- und Ausschalten dann die peinliche Auflösung: Stellt
man ein, das immer das spanische Netz Airtel gewählt werden soll, dann wird das schwierig, wenn man wieder
in Deutschland ist...
Grabenkriege und Verbohrtheit Mai 2003
Ich hatte es vermutet, aber es ist trotzdem schlimmer gekommen. Als ich den Palm
Tungsten reviewte und das so objektiv wie eben möglich, war klar, dass dies einigen nicht passen würde.
Seit jeher ist das Verhältnis von Palm-Usern zu Pocket PC-Usern von Unverständnis und Intoleranz geprägt.
Halt: Jetzt mache ich den selben Fehler: Natürlich gibt es nicht "DAS VERHÄLTNIS", sondern
nur einzelne User.
Spätestens seit die Kollegen von Microsoft im ClubPocketPC die Aufkleber "Palm Free Zone" und "Friends
don´t let friends buy Palm" verteilen, ist die Richtung klar: Man kann eigentlich nur das eine oder
andere mögen.
Das wiederum ist falsch, meiner Meinung nach und ohne Anspruch auf die übergreifende Wahrheit. Alle Systeme
haben ihr Vor- und Nachteile, ein Palm hat genauso positive Seiten wie ein Pocket PC, und er hat genauso Schwächen
wie ein Pocket PC. Genauso, wie ich sowohl Symbian- als auch Microsoft-basierte Mobiltelefone nutze, und mich bei
beiden über unschöne Eigenarten ärgere wie ich mich über Features freue.
Wenn ich dann Kommentare wie "Judas!", "Was hat ein Palm auf einer Pocket PC-Seite zu suchen"
und "Bist Du eigentlioch bescheuert?!" (Auszuge aus den negativen Feedbacks, auf der positiven Seite
fand sich dann massives Lob und Dank für die Objektivität, das nur nebenbei) lese, dann frage ich mich
wirklich, ob der Mensch im allgemeinen so vernunftbegabt ist...
Für mich sind ein Palm und ein Pocket PC selten gleichwertig, wenn man sich Einzelfeatures anschaut. Im Durchschnitt
aber sind sowohl Tungsten als auch der Pocket PC im allgemeinen hochwertige elektronische Helfer, die den Alltag
vereinfachen.
2002 - Ein Jahr geht zu Ende... Dezember 2002
Es war ein Jahr der Veränderungen. Die ersten XScale-Geräte, der Zusammenschluß
von Compaq und HP, die endgültige Etablierung des Bluetooth-Standards und die damit verbundene Flut an Geräten,
all das hat uns dieses Jahr gebracht. Aber auch die Gewißheit, daß Analysten nicht unbedingt Recht
haben müssen, wenn sie einem Markt einen Aufschwung vorhersagen. Was am Anfang diesen Jahres noch so vielversprechend
erschien, ist am Ende zum Teil nur ein schöner Traum geblieben. die Akzeptanz ist groß, die Benutzer
begeistert, aber so richtig voran geht es dem Gefühl nach nicht. Dies mag sicherlich auch daran liegen, daß
die allgemeine wirtschaftliche Situation nicht die beste ist, und damit natürlich auch viele Firmen darauf
verzichten, in die "neue Technologie" zu investieren.
Wer aber angesichts der einen oder anderen Insolvenz eines Konkurrenten freudig die Hände reibt, der irrt,
wenn er das als Wettbewerbsvorteil sieht. Denn das Signal, das das Verschwinden eines Mittbewerbers von diesem
Markt gibt, ist Einladung und Befriedigung zugleich für die Zweifler, die ja schon immer wußten, daß
ein Pocket PC ein Spielzeug ist, das überteuert und unnütz ist. Und dies nützt sicherlich niemandem!
Wie auch immer, das neue Jahr schein mit einer Vielzahl neuer Produkte vielversprechend zu beginnen, und wie immer
ist dort, wo ein Tal ist, auch ein Berg, der hinausführt.... In diesem Sinne alles Gute für 2003!!!
Der zufriedene Benutzer? November 2002
Der gängige Pocket PC-Benutzer ist undankbar. Schon aus Prinzip. Und zufrieden
zu stellen
ist er schon gar nicht. Oder?
Schaut man sich an, welche Stimmen in der letzten Zeit laut werden, dann gerät man schon ein wenig ins Grübeln.
"Die Hersteller scheren sich einen Dreck um das, was die Benutzer wollen!".
Hmmmh... gehen wir es strukturiert an: "Der Benutzer". Wer ist das? Der Hightech-Freak, der immer die
neuesten Technologien verwenden möchte? Der Manager, der seine unternehmenskritischen Daten mit sich herumträgt
und auf Sicherheit bedacht ist? Der Ottonormalverbraucher, der einfach nur sein apier-Adreßbuch ersetzen
möchte? Eine Vielzahl unterschiedlicher Charaktäre benutzt mittlerweile einen PDA, Personen, die sich
im Normalfall nicht unbedingt als "ähnlich" bezeichnen würden, geschweige denn sich einer Gruppe
zuordnen lassen. "Der Benutzer"?
"Was die Benutzer wollen"? Hier ergibt sich schon aus den vorangegangenen Ausführungen, daß
diese Gruppierung nahezu unmöglich ist. Aber selbst wenn man alle Benutzer zusammenfassen könnte, zeigen
Beispiele aus der Vergangenheit, daß die Erfüllung eines laut geäußerten Wunschs nicht gleichbedeutend
mit Zufriedenheit allüberall ist. Nehmen wir als Beispiel die Verwendung des PDAs als lernbare Infrarotferbedienung.
Seit jeher, wenn man den Äußerungen in Foren glauben darf, ein Herzenswunsch der User. Nun kommt ein
Gerät wie der iPAQ 3970 auf den Markt und hat direkt eine Applikation eingebaut, die in Verbindung mit einer
deutlich stärkeren Infrarotschnittstelle genau diesen vermeintlichen Bedarf bedient, und das Gros der Stimmen
sagt plötzlich "Wer braucht denn sowas? Technischer Schnickschnack!". Oder die Pocket PC Phone Edition:
Der Ruf nach einem kombinierten Gerät, daß den Zwang, mit PDA und Mobiltelefon zwei separate Geräte
mit sich zu führen, aufhebt. Nun sind mit dem O2 XDA, dem T-Mobile MDA und dem ETEN P600 drei Geräte
dieses Typs auf dem Markt, die ersten beiden gar kleiner als der Standard-PDA, und der Tenor der Reaktionen ist
"Viel zu groß, um den immer mitzuschleppen!", "So ein Klotz!", etc. Ein klassischer Widerspruch!?
Die Frage, die hier einfach unbeantwortet bleibt, ist: "Sind es die selben Stimmen, aber andere Aussagen?".
Ich denke nicht. Und das führt unweigerlich wieder zum Anfang zurück: Bei der Vielzahl der PDAs auf dem
Markt, ob angekündigt oder tatsächlich schon da, bei der Vielzahl der Anwendungen und Ansprüche
an Preis und Leistung gibt es keinen "besten PDA", kein Gerät, das allen Ansprüchen genügt.
Und wenn man mich fragt: Das wäre auch vollkommen langweilig...