27.06.2007 - Ein etwas anderer Blick auf den
MDA Ameo
Manchmal sind die Rückmeldungen von Aussen spannend. Ich hatte mich im Vorfeld einige Male mit Michael über
den MDA Ameo, den HTC Advantage und das kommende Update auf Windows Mobile 6 unterhalten. Heute kam dann eine ausführliche
Rückmeldung, die, so denke ich, symptomatisch ist für die Sicht auf Windows Mobile-Geräte, und darum
will ich Sie Euch (natürlich mit Zustimmung von Michael) inklusive meiner Rückmeldung nicht vorenthalten:
Hallo Andreas,
vielleicht interessiert Dich meine Meinung zum Ameo aka HTC Advantage X7500, den ich nach mehreren Wochen intensiver
Nutzung zu meinem "Standard" erhoben habe. Die ganz große Liebe ist es trotzdem (noch?!?) nicht
geworden:
Die beiden Geräte HP iPAQ hx4700 und das Transonic PNA 4000-Navi habe ich abgeschafft, mein Telefon QTEK 8310
vermag der Ameo aber nicht zu ersetzen. Schade, aber dazu ist die Baugröße nicht angetan, und beim Abend
im Biergarten hat der geneigte Nutzer schönere Sachen zu "heben" als den Ameo . Die Baugröße
hat mich jedoch nie wirklich gestört, da ich das bei einem "quasi-Notebook ohne Boot-Zeit" erwarten
musste und vor dem Kauf auch wusste. Ein Vergleich mit einem schlanken Telefon ist deshalb nicht angebracht.
Die Tastatur gefällt mir - trotz der ungewohnten Doppelbelegung einiger Tasten - gut, und ich nutze sie häufig.
Warum aber ist sie im Bedarfsfall nicht beleuchtbar .?!?
Der Bildschirm ist schön groß, und Auflösung und Farben sind top, da gibt es nichts. Das schnurlose
Surfen im Internet geht damit auch auf "normalen" und nicht-optimierten Seiten ordentlich vonstatten.
Bei Lichteinstrahlung ist - auch ohne Folie - aber kaum was zu erkennen. Im Auto als Navi- und Telefonzentrale
genutzt geht das in Richtung unbrauchbar und unseriös.
Sehr positiv hervorheben möchte ich die VueFLO-Funktion, die beim Surfen auf PDA-optimierten Seiten in eine
neue Dimension der Usability vorstößt. Warum aber wurde diese tolle Funktion nicht noch um zwei weitere
ergänzt? Gerät nach links kippen: "Zurück", Gerät nach rechts kippen: "Vorwärts"!
Bitte nachbessern.
Die Performance! Mir treibt's schon bei dem Gedanken die Schweißperlen auf die Stirn. Das Gerät ist
trotz Hochleistungsprozessor lahm. Dabei habe ich alle Progs auf dem internen Speicher installiert, und MN|6 ebenso
selbstredend auf mini-SD. Im Programmspeicher sind 49,26 MB belegt und 61 MB frei. Es ist mir unverständlich,
warum es bis heute nicht möglich sein soll, WM-Geräte so zu programmieren und zu konstruieren, dass sie
zu zumindest eine Performance wie ein Symbian-Gerät aufweisen. Es ist halt immer einen Tick langsamer, und
manchmal könnt ich es vor Ungeduld einfach zuklappen. Dabei habe ich keine außergewöhnlichen Bremser
drauf. Das übliche Spb-Produktportfolio, manchmal den MN|6 (dann wird's allerdings sehr brenzlig!), Resco-Explorer,
manchmal FinPocket . und das war's schon. Außerdem achte ich darauf, dass keine ungenutzten Programme im
Hintergrund laufen. Wer also bremst so? Ist es vielleicht Pocket Plus? Aber auch ohne diese Zusätze ist die
Kiste einfach lahm - ich habe alles mal runtergeworfen und verglichen, und auch nackt ist das ehrlicherweise eine
Zumutung. Man traut sich nur deshalb nicht, das auszusprechen, weil wir uns alle daran gewöhnt haben. Aber
wenn man ehrlich ist: Seit meinem ersten Compaq iPAQ 3800 (oder war's ein 3600 ?!?) hat sich in Sachen Performance
nix, nullkommanix getan. Die Kisten sind nie schneller geworden. Und das ist die eigentliche Enttäuschung!
Kann Microsoft es wirklich nicht besser? Oder wird WM6 endlich der große Performance-Knaller statt Performance-Killer
?
Und dann sind da so ein paar Nickeligkeiten, die mir nicht gefallen: Die Symbolleiste am unteren Bildschirmrand,
die offenbar nicht entfernt und schon gar nicht editiert werden kann. Beim "Original" von HTC ist das
als Plugin zwar abschalt-, aber eben auch nicht editierbar. Zumindest beim Ameo sind damit Dubletten zu Pocket
Plus zwangsläufig, und da heißt es: Unnötiger Bildschirmplatz geht verloren. Am Ameo gibt's übrigens
ein "Heute-Plugin" namens "T-Mobile@home". Keiner weiß aber, was das soll, jedenfalls
sehe ich im ein- wie im ausgeschalteten Zustand keinerlei Unterschied. Und T-Mobile selber weiß es auch nicht;
hoch lebe der Service.
Ich vermisse ferner, dass alle Tasten editiert/belegt werden können. By the way: Wozu eigentlich ist die "OK"-Taste
am linken Rand genau da? Sie verhält sich jedenfalls anders als die "OK"-Taste auf der Tastatur.
Warum ist es nicht möglich, mit einem langen Druck auf die rote "Wähltaste" das Gerät
zu sperren? Das ist bei jedem anderen Gerät usus, nur hier muss man den Stift bemühen, weil auch keine
andere Tastenbelegung möglich ist. Und last, but not least: Warum - in Gottes Namen - soll ich mich in der
Systemeinstellung vorab entscheiden, ob ich die VueFLO-Funktion mit IE oder Opera nutzen möchte? Ich möchte
sie mit IE und Opera nutzen, weil sie einfach klasse ist!
Schließlich und nur noch aktuell, so lange es kein WM6-Update gibt: Mit Microdrive und miniSD verleitet der
Ameo dazu, wichtige und vertrauliche Sachen mit sich herumzutragen. Hier fehlt mir ein Konzept, wie der geneigte
User bei Verlust des Geräts möglichst schadlos aus der Sache herauskommt . Verschlüsselung, Datensicherung
usw. Fehlanzeige. Beim hx4700 war es wenigstens simpel, die SD-Karte mit einem leichten Druck zu entfernen ...
Ansonsten bleibe ich fröhlich - und entscheide immer noch selber, wer und was mich ärgern darf.
Meine Antwort darauf:
[...]
Zu deinen Anmerkungen:
1.) Performance:
Sehe ich ein Stück weit anders. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich, wie Du es so schön geschrieben
hast, "mich daran gewöhnt habe", aber trotzdem finde ich sie akzeptabel. Ein schnellerer Prozessor
ist wie beim PC kein Garant für schnellere Performance, denn die wenigsten Programme nutzen ihn wirklich aus.
Gerade beim Ameo kommt noch ein Fakto hinzu: Die Microdrive ist per se ein Einflussfaktor: Bei Öffnen von
Menüs beispielsweise wird wegen der Verknüpfungen auf die MD zugegriffen, und wenn diese gerade im Ruhemodus
ist, dauert es einen Moment, bis sie die nötige Rotationsgeschwindigkeit erreicht hat... und das verursacht
ein Stocken. Auch der Mobile Navigator, der ja komplett auf der Speicherkarte läuft, ist davon betroffen.
Die Navigationsperformance an sich ist okay und vergleichbar mit anderen Geräten, wenn aber beipielsweise
eine Ausfahrt kommt und Sprachanweisungen und Kartendaten gleichzeitig geladen werden müssen, dann merkst
Du es. Das Ganze auf einer miniSD installiert ist deutlich performanter.
2.) Beleuchtung der Tastatur:
Ich kenne zwar keine offizielle Aussage dazu, aber bei einer so dünnen Tastatur ist es schwer, auch noch eine
Beleuchtung zu integrieren
3.) Display:
Hast Du eine Folie aufgezogen? Ich nutze den Advantage quer durch alle Anwendungs- und Lichtbedingungen... und
ich kann es auch bei Sonneneinfall prima lesen. Allerdings habe ich auch keine Folie drauf, und schon gar nicht
die beiliegende. "Billigfolien" haben oft den Effekt, dass sie den Sichtwinkel bzw. die Sichtbarkeit
bei Sonneneinfall beeinträchtigen.
4.) Verschlüsselung
Da hat Microsoft mit Windows Mobile 6 nachgelegt und Verschlüsselung von Datenträgern zum Standard erhoben.
Für den Advantage heisst das: Auf das Update warten und das Problem ist gelöst. Für den Ameo (für
den es meinen aktuellen Informationen nach immer noch kein WM6-Update geben wird), muss man auf Zusatzlösungen
zurückgreifen. Utimacos Safeguard PDA wäre eine davon: http://www.utimaco.de/C12570CF0030C00A/CurrentBaseLink/W26K9K3H200OBELDE
23.12.2006 - Ein weiteres Jahr neigt sich dem
Ende zu
Erschreckend, wie schnell dieses Jahr vergangen ist. Dies mag zum einen daran liegen, dass in meinem "wahren
Leben" (mit dem Abschluss einer fast zweijährigen SAP-Einführung, der Geburt meines zweiten Sohnes
Niklas und dem Umzug ins eigene Haus) viel geschehen ist, der Markt der
mobilen Geräte hat sich aber ebenfalls deutlich entwickelt, wenn auch weniger turbulent.
Nachdem Windows Mobile 5.0 mit seiner komplett umgekrempelten Speicherarchitektur (womit durch die Datenspeicherung
aller Daten im ROM eines Pocket PCs der Gefahr eines Datenverlusts durch leeren Akku endlich ein Riegel vorgeschoben
wurde) bereits 2005 erschien, war 2006 das Jahr des AKU2, der ersten Betriebssystem-Erweiterung von Windows Mobile
5.0 mit dem MSFP (Mail and Security Feature Pack).
Angesichts der Marktmacht von RIM und deren Blackberry-Plattform wurde hier weniger der Ottonormalbenutzer adressiert,
sondern ganz klar der Firmenanwender, der ein Windows Mobile-Gerät in einer bestehenden Exchange-Infrastruktur
betreiben möchte und dazu eine hohe Aktualität der Daten in Verbindung mit verbesserter Sicherheit wünscht.
"Email Push" ist das Schlagwort, die direkte Auslieferung geänderter Elemente im Exchange-Postfach
des Benutzers (wobei Termine, Aufgaben und Kontakte ebenfalls darunter fallen). Das AKU2 realisiert dies, indem
das mobile Gerät eine dauerhafte HTTP-Verbindung aufrecht erhält und bei Eintreffen eines neuen/geänderten
Elementes sofort aktualisiert wird.
Zum MSFP gehört aber auch, dass Geräte remote gelöscht werden können, beispielsweise im Falle
eines Verlustes durch den Anwender. Der Administrator kann über eine Management-Konsole mit einem einzigen
Knopfdruck ein komplettes Zurücksetzen eines mobilen Gerätes über die bestehende HTTP-Verbindung
auslösen. Dies schützt vertrauliche Daten, die auf jedem PDA oder Smartphone gespeichert sind, deutlich
besser, als ein Blackberry das bieten kann.
Leider setzt sich dies deutlich langsamer in Firmen durch, als es wünschenswert wäre. Es bleibt zu hoffen,
dass die offensichtlich in Entscheiderebenen vorherrschende Abneigung gegen Windows Mobile sich im kommenden Jahr
weiter abbaut.
Ein weiterer Trend hat sich in 2006 deutlich verstärkt: Die Converged Devices (PDA mit Telefon, teilweise
auch mit GPS kombiniert) sind spürbar auf dem Vormarsch. Waren früher die XDAs und MDAs Nischenprodukte,
so haben sich jetzt nicht nur T-Mobile und O2 deutlich weiter in diesen Markt gewagt, auch E-Plus und vodafone
bieten entsprechende Geräte an, und die Frequenz der neuen Modelle ist hoch wie nie.
Das mag unter anderem daran liegen, dass HTC als Marktführer der Produzenten den Markt mit neuen Modellen
förmlich überflutet. Kombiniert damit, dass HTC nicht nur Geräte produziert und für die Carrier
und Anbieter labelt, sondern auch noch als eigenständige Marke direkt an den Endkunden geht, fällt der
Überblick langsam schwer: Der HTC Excalibur (interner Modellname) findet sich als O2 XDA Cosmo ebenso im Handel
wie als HTC S620.
Nun könnte man vermuten, die Geräte der einzelnen Produktfamilien (Excalibur, Cosmo und S620 als eine
"Familie" gerechnet) würden sich kaum unterscheiden, doch weit gefehlt: Hier wird mal ein Trackball/Mauszeiger
eingebaut ("ROLLR" beim XDA Orbit/HTC Artemis), dort eine Leiste, die wie ein Touchpad funktioniert (JOGGR
beim XDA Cosmo/HTC Excalibur), dann ein wilder Wechsel zwischen integriertem GPS, UMTS, Tastatur, etc. Momentan
gibt es nur ein einziges Gerät, das fast alles hat: Der Fujitsu Siemens PocketLOOX T830, mit UMTS, Telefon,
GPS, Tastatur, Kamera, Bluetooth und WLAN... das allerdings auf Kosten des Designs. Scheinbar kann man nicht alles
haben, und der Trend geht auch für den Ottonormalbenutzer immer mehr zum Zweit- und Drittgerät. Auch
eine Marketingstrategie... :
Ebenfalls in diesem Jahr hat endlich der bei Notebooks schon lange verwendete Quasi-Standard für Wireless
LAN, 802.11g, auch bei Windows Mobile-Geräten Einzug gehalten. Auch wenn im letzten Jahr bereits die 54Mbit-Chips
verfügbar gewesen wären, hat es doch bis weit ins Jahr 2006 gedauert, bis die ersten PDAs damit auf den
Markt kamen. Und spannender weise entbrennt ebenfalls in diesem Jahr in vielen Foren und Boards die Diskussion,
ob WLAN in Zeiten deutlich gesunkener GPRS/UMTS-Kosten eigentlich wirklich noch nötig ist. Auch ich als Poweruser
bin hin- und hergerissen: Ist das Gerät im Standby-Modus, dann ist das WLAN-Modul aus Stromspargründen
ausgeschaltet. Soll nun automatisch synchronisiert werden, geht das Gerät zum definierten Zeitpunkt an, schaut
nach einer bestehenden Verbindung, findet kein WLAN (weil der Chip erst hochfahren und sich verbinden muss) und
nutzt dann doch die GPRS-Verbindung. So bleibt WLAN dann nur interessant, wenn man große Datenmengen bewegen
muss, und das ist auf einem mobilen Gerät eher selten.
Zu guter letzt: Was gutes Produktmanagement für die Produktpalette bedeuten kann, zeigt O2: Nachdem vor einiger
Zeit dort der PM gewechselt hat, bringt der Carrier aus München Gerät nach Gerät mit Alleinstellungsmerkmalen
heraus: Erst der XDA Trion als erster UMTS-PDA (mit HSDPA-Fähigkeit), dann den XDA Cosmo (das erste Smartphone
mit 240*320-Display im Querformat, Tastatur und WLAN, und zum Jahresabschluss den XDA Orbit in wunderschönem
Design und winziger Grösse, der als vollwertiger Pocket PC ein SiRFIII-GPS integriert hat. Diese Produktvielfalt
bei gleichzeitiger Durchdachtheit der Neuerungen hebt O2 als Carrier weit über die Konkurrenz, und positioniert
Windows Mobile dort, wo Geräte hingehören: Zu den Anwendern, die Design, Funktionalität und Verlässlichkeit
zu schätzen wissen.
Ich wünsche Euch ein besinnliches, ruhiges und erholsames Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in 2007!
26.11.2006 - Umgezogen ist fast abgebrannt
Ich hatte es ja schon angekündigt: Nach zweitem Kind und nicht nur daraus resultierendem immer weiter steigenden
Platzbedarf stand im November diesen Jahres der Umzug ins eigene Haus an. Ich bin ja durchaus technisch wie handwerklich
nicht ungeschickt, aber davor war mir ein wenig bange: Alleine die zweistellige Zahl kaskadierter Mehrfachsteckdosen
unter meinem Schreibtisch, die mittlerweile dem Strickmuster eines doppellagigen Norwegerpullis gleichende Vernetzung
aller Rechner, Server, DSL- und WLAN-Komponenten waren schon durchaus heftig... aber eine bisher bei jedem Umzug
als grösster Faktor aufgetretene Fraktion fehlte in der Kalkulation noch: Die Telekom. Nun hatte ich vor Monaten
in meiner unglaublichen Leichtsinnigkeit den Frevel begangen, mit meinem DSL-Anschluss zu 1&1 zu wechseln (damals
wegen des Preises, heute vor allem noch wegen der Tatsache, dass die VoIP-Telefonnummer exakt die Festnetznummer
ist, nach aussen also kein Unterschied zwischen einem echten Telefonat und einem VoIP-Telefonat besteht), nichts
desto Trotz war ich bis zu jenem Tag Mitte Oktober noch zuversichtlich... jenem Tag, an dem 1&1 klarmachen
wollte, dass ich zum 15.11. nicht nur den beantragten Umzug meines ISDN-Anschlusses, sondern gleichzeitig auch
meinen DSL-Umzug durchführen wollte.
"Sie bekommen dann von uns noch eine vorläufige Auftragsbestätigung und dann den voraussichtlichen
Schalttermin separat, das sind 7-10 Tage dazwischen." Nun gebe ich zu, in meiner Blauäugigkeit unbedarft
zu viel vorausgesetzt zu haben, antwortete mit dem Brustton der Überzeugung: "Na, das wird doch mit dem
15.11. klappen, wir haben doch jetzt noch Oktober?!". Autsch... weit gefehlt! "Nein, wir können
erst den DSL-Umzug bei der T-Com beauftragen, wenn der Telefonanschluss bereits umgeschaltet wurde!" Ich erspare
Euch jetzt meine Gedanken zu diesem Thema.... zumindest klärt sich damit das hintergründig-glucksende
Lachen der T-Com-Mitarbeiterin, als meine Frau den ISDN-Anschluss ummeldete "Ach ja, Sie haben einen DSL->Anschluss...
aber nicht bei uns.... <Laut unterdrückten Lachens>".
Gut. Manche Dinge sind halt so und lassen sich nicht ändern, ich sah also wenig Sinn darin, mit tatsächlich
weiter darüber aufzuregen. Einzig ein Vorziehen des Termins bei der T-Com auf den 7.11.war meine Reaktion
darauf. Kleiner Zeitsprung:
6.11.2006 morgens: Auf dem Weg zur Arbeit versuche ich meine Frau anzurufen und bekomme nur ein "Dieser
Anschluss ist momentan nicht erreichbar." Wundersamerweise kann meine Frau aber immer noch von zuhause telefonieren!
Ein Anruf bei der T-Com ergibt dann, dass es durchaus üblich sei, eine Richtung der Telefonie schon mal abzuschalten
(und auch durchaus einen Tag vor Umschaltung auf die neue Adresse), die andere würde dann folgen. Den ganzen
Tag über das selbe Bild: Eingehende Anrufe werden geblockt, nach aussen telefonieren geht prima. Abends zuhause
rufe ich mein eigenes Handy an, und bekomme eine Bandansage, wie ich diesen Telefonanschluss wieder aktivieren
könnte... also alles offensichtlich endlich komplett... zehn Minuten später telefoniert meine Frau über
den selben Apparat mit ihren Eltern.... kann mir das jemand erklären?! (ein Tipp vorab: Lest Euch den Anfang
nochmal durch....)
Ausgerechnet meine Frau, in technischen Dingen eher uninteressiert, kommt auf die richtige Idee: Alle ausgehenden
Telefonate gehen, wenn sie nicht in Mobilnetze gehen, per VoIP.... und wundersamerweise ist der DSL-Anschluss noch
aktiv.... obwohl kein Telefonanschluss dazu mehr existiert... und das bleibt auch so, selbst als die alte Nummer
unter der neuen Adresse am folgenden Tag (wie beauftragt, man glaubt es kaum!) geschaltet wird.
Da durch diesen Umstand mein Server noch problemlos meine Mails sammeln und an meine PDAs pushen konnte, entschied
ich dann, die komplette Infrastruktur noch in der Wohnung zu lassen und nur ein ISDN-Telefon mit ins Haus zu nehmen,
um dort erreichbar zu sein und telefonieren zu können.Am 14.11. war dann plötzlich das DSL nicht mehr
verfügbar... natürlich ohne einen Brief mit einem Schalttermin im Haus. Ein weiterer Anruf bei der 1&1
Umzugs-Hotline ergab dann "Ich habe hier einen Schalttermin am 20.11.". Auf meine Nachfrage, was denn
in der Zwischenzeit geschehe, die trockene Antwort: "Die T-Com braucht 6 Tage, um einen DSL-Port umzuschalten."
Ja müssen die denn mit Kabeln durch die Erde krabbeln und physisch Stecker umstöpseln?!
Zumindest geben diese 6 Tage "Auszeit" mir die Möglichkeit, die ganze Infrastruktur aus der Wohnung
ins Haus zu bringen und zu verkabeln. Nur steht der Server hier im Keller (wegen Brandschutz und Lautstärke),
der Anschluss des Telefons (sollte man das nicht eigentlich heutzutage in "Dataport umbenennen?) im Ergeschoss,
das Fax aber im Büro unterm Dach. Die diversen abgebrochenen Bohrer und frustrierten Gesichtsausdrücke
meines Vaters, der mit seinem Bohrhammer den Kampf gegen die stabilen Decken letztendlich gewann, sind ein weiterer
unvergesslicher Eindruck dieses Umzugs... :-D
Nach einer Nacht voller Kabelchaos, Ausrichtung der WLAN-Antenne für die optimale Ausrichtung, Anschluss
der diversen LAN- und ISDN- Leitungen an die ganzen Geräte läuft alles prima... auch ohne die sonst immer
in Anspruch genommene Hilfe meines lieben Freundes Joe. Telefonieren per ISDN, alle Geräte sehen sich im Netz,
ich kann vom Büro unterm Dach aus per WLAN auf den Server im Keller zugreifen, der per LAN-Kabel in meinem
Router im Erdgeschoss steht, Haus und Garten sind optimal per WLAN versorgt... und telefonieren kann ich auch (auch
wenn ich mangels DSL und damit VoIP immer die 99 vorwählen muss, um einen ISDN-Anruf zu erzwingen.
Am Samstag dann der endgültige Umzug.... Kisten und Möbel werden gewuchtet, und alles nimmt mehr und
mehr Gestalt an. Es fehlt nur noch, dass DSL auch wieder da ist... da kommt ein Anruf über das Handy. "Wieso
bist Du im Haus nicht telefonisch erreichbar?" Moment.... richtig, wieso?! Ein Blick auf den Router zeigt
zwei wunderbar rote ISDN-LEDs. In solchen Momenten stellt man doch alles in Frage, was man gemacht hat, oder? Mitten
im Chaos setzte ich mich (sehr zum Unwillen der besten Ehefrau von allen) vor die Telefondose (sorry: Den Dataport)
und ging Stück für Stück die komplette Verkabelung von NTBA, Splitter und Router durch... wieder
und wieder.... aber alles war richtig. Wie sollte es auch anders sein, wenn nichts geändert wurde. Ein Anruf
bei der Störungsstelle endete mit einem alle im Haus befindlichen Personen verschreckenden Urschrei: "Ach
Krefeld? Da haben wir ein grösseres Problem... bei einer Vermittlungsstelle ist der Strom ausgefallen... das
kann noch dauern."... hatte die T-Com versucht, ein Kreuzfahrtschiff durch meine DSL-Leitung zu bekommen?
:-D
31.08.2006 - Von Carriern und Wasserträgern
Der gemeine PDA- und Smartphone-Nutzer ist schon geplagt: Gerne nutzt er das
Angebot, das Gerät seiner Wahl zum günstigen Preis nicht beim normalen PDA-Händler, sondern mit
einem Vertrag (der Trend geht sowieso zum Dritt- und Viert-Handyvertrag) zu kaufen und dabei beim Kaufpreis richtig
zu sparen.
Für die Limitierungen, die er damit in Kauf nimmt, ist das Verständnis oft nicht ganz so groß.
Wer das aber als "selbst schuld" abtut, der macht es sich dann doch zu einfach.
Der SIMLock/Netlock:
SIMLock (die Einschränkung der Nutzung des Geräts auf eine bestimmte SIM-Karte und damit Rufnummer) ist
schon so alt wie Methusalem´s erstes Handy. Wir Deutschen kennen das nur von Prepaid-Handies: Günstiges
Gerät, Zwang der Nutzung der gekauften Karte und damit verordneter Umsatz für den Carrier. PDAs und Smartphones
blieben davon weitestgehend verschont.
Nicht, wie viele meinen, erst beim MDA Pro eingeführt, sondern schon beim O2 XDA: Der Netlock. Ein ähnliches
Prinzip, nur, dass die Nutzung nicht auf eine spezielle Karte, sondern das Netz des Carriers eingeschränkt
ist, der MDA Pro beispielsweise mit jeder T-Mobile-Karte genutzt werden kann, nicht aber mit vodafone, O2, E-Plus,
etc.
Beide Einschränkungen haben mehreres gemeinsam: Zum einen holt sich der Carrier die Subvention des Gerätepreises
durch die "erzwungene" Nutzung des eigenen Netzes teilweise wieder zurück, zum anderen lassen sich
beide kostenpflichtig entfernen. Beim MDA Pro beispielsweise fallen einmalig EUR 99,- an, dann ist die Limitierung
aufgehoben (Wie war das? Nichts ist teurer geworden, nur die Währung DM durch Euro ersetzt worden? Das Freischalten
des XDA kostete damals DM 99,- :).
Meiner Meinung nach erwirbt der Käufer ein Gerät mit dieser bekannten Einschränkung und nimmt den
günstigeren Preis gerne mit, ein schneller (kostenpflichtiger) Ausweg ist aber gleichermaßen bekannt
wie verfügbar. Alternativ könnte er auch beim PDA-Händler ein ungelocktes, nicht gebrandetes Gerät
wie beispielsweise von Qtek oder i-mate nehmen... nur die sind im Vergleich deutlich teurer.
Das Branding/die Carriersoftware:
Vorweg: Ich mag´s auch nicht.... : Dass ein Telefon oder ein PDA plötzlich flammend rot oder grauselig
magenta daherkommt, schmerzt oft im Auge. Zumindest bei Pocket PC Phone Edition-Geräten kann man das leicht
umgehen.
Jedes Gerät besitzt ein so genanntes "Extended ROM", einen versteckten Speicherbereich des ROMs,
in dem sich die Installationsdateien für vom Carrier gewünschte Programme befinden. Meist befinden sich
darin viele "Kleinigkeiten", die Carrier-spezifisch sind (so z.B. bei O2 das Homezone-Plugin, allgemein
die Kontoeinstellungen für WAP- und GPRS-Verbindungen, der MMS-Client, etc.), vor allem aber auch die so verhassten
Umstellungen in der Oberfläche. Während man das Heute-Thema schnell unter Start, Einstellungen, Heute
auf das Standard-Windows-Thema ("Windows-Standard") einstellen kann, ist ein Thema ein unveränderliches
Ärgernis: Das Dialpad, also die virtuellen Wähltasten. Diese sehen mit Carrier-Branding nicht wirklich
schön aus. Dies lässt sich leider nicht rückgängig machen.
Kalkuliert man noch ein, dass in vielen Fällen die Performance des Geräts unter den Einstellungen leidet,
dann ist ein Weg fast vorprogrammiert:
Beim ersten Einschalten des Geräts (oder nach einem Hardreset) kommt der Standarddialog zur Einrichtung: Stift
kalibrieren, dann das "Verschieben des Zahnarzt-Termins" und das Einrichten eines Startpassworts. Zu
diesem Zeitpunkt sollte man schon den Stift im Reset-Loch haben: Kommt die kurze Mitteilung "Ihr Gerät
wird in 3s konfiguriert", dann schnell einen Softreset durchführen. Dadurch wird der Einrichtungsvorgang
abgebrochen und das Gerät bleibt im ursprünglichen Design. Wie gezielt auf das Extended ROM zugegriffen
werden kann und einzelne Dinge nachinstalliert werden können, findet sich in diversen Foren, unter anderem
auch hier.
Die Zertifikate/der Application Lock
Dies ist eines der Themen, die wirklich ärgerlich sind und immer wieder zu Verstimmungen und Missverständnissen
führen. Integriert in Windows Mobile ist eine Sicherheitsfunktion, die optional ein- oder auszuschalten ist.
Besonders Geräte mit integriertem Telefon sind potentiell anfällig gegen Missbrauch: Ohne, dass der Benutzer
es mitbekommt, können theoretisch Daten aus dem Gerät ausgelesen werden und an einen beliebigen Server
verschickt werden, hoher (kostenpflichtiger) Traffic produziert werden, etc. Voraussetzung: Ein entsprechendes
Programm wird auf dem Gerät installiert. Programme können mit einem digitalen Zertifikat versehen werden,
das deren einwandfreie Funktionsfähigkeit garantiert und solche Funktionen ausschließt. Der Carrier
wiederum kann im Gerät festlegen, dass nur solche Programme, die das richtige Zertifikat haben, auch ausgeführt
werden können.
Bis hierhin klingt das alles ganz vernünftig. Kalkuliert man aber ein, dass die Zertifizierung kostenpflichtig
ist und diese sich gerade für Free- und Shareware-Programmierer nicht rechnet, dann wird schnell klar, dass
dies eine signifikante Einschränkung der Nutzung des Geräts bewirkt.
Bisher war es so, dass man auf verschiedenen Wegen (per Freischaltung bei Orange für deren Geräte, durch
Registry-Änderungen, etc.) eine so genannte Dezertifizierung (der Begriff an sich ist falsch, es handelt sich
nicht um ein entfernen des Zertifikats, wie der Name andeutet, sondern um ein Ausschalten der Prüfung des
Zertifikats einer Software) durchgeführt werden.
Hier werden die Carrier in den letzten Wochen leider immer rigider: die entsprechenden Registry-Bereiche werden
so geschützt, das man sie nicht mehr ändern kann, eine Dezertifizierung wird gar nicht mehr angeboten,
etc. Noch schlimmer: wer einen Exchange-Server verwendet und den Datenverkehr sinnvoller weise per SSL verschlüsselt,
der kann nicht einmal mehr ein selbst erstelltes Zertifikat verwenden... und wer leistet sich schon ein teures,
jährlich zu bezahlendes Verisign-Zertifikat?
Eines der modernsten Smartphones, das HTC Mteor, ist eines der Geräte, die so abgeschottet sind, dass viele
Benutzer schon entnervt von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht haben.
In diesem Punkt arbeiten Anbieter und Carrier vollkommen kontraproduktiv: Wer einen Pocket PC oder ein Windows
Mobile Smartphone nutzt, der ist technikbegeistert und weit anspruchsvoller als der Standard-Nokia-Kunde, der sich
schon über seinen polyphonen Klingelton freut wie ein Schneekönig. Exakt diese Kunden aber werden durch
die Einschränkungen so in der Nutzung behindert, dass sie sich schnell nach Alternativen umschauen. Genau
diese Kunden aber sind es, die durch Telefonie und vor allem die Nutzung der Datendienste Geld in die Kassen spülen.
Vielleicht aber ist das zu wenig und die netzinternen Live-Portale, Videostreams und Klingeltöne bringen mehr
als das...