iPAQ-Test
&
Systemvergleich


Von vielen Fachzeitschriften (connect, Windows CE-Magazin, etc. ) als das Spitzengerät im boomenden
Handheld-Markt ausgezeichnet und lange Zeit nicht oder nur sehr schwer lieferbar, hat der
Compaq iPAQ
3630
als Farb-Palm-PC viele Vorschußlorbeeren erhalten. Wie sieht es aber nun im täglichen Betrieb aus?
Der folgende Praxistest soll darüber Aufschluß geben und einen Vergleich mit Konkurrenten anderer
Betriebssysteme liefern.

Als Wandler zwischen den Welten habe ich mittlerweile viele Geräte mein eigen genannt und alle intensiv
im Alltag genutzt: Nokia Communicator 9110/9110i, Palm IIIC, Psion Serie 5mx Pro (Ericsson MC218),
Apple Newton MessagePad 2100, Ericsson Smartphone R380S. Alle haben in der Praxis viele Aufgaben
zu erledigen gehabt: Mailabfrage per Handy (Kabel oder Infrarot), Textverarbeitung, Tabellenkalkulation,
Spiele, Integration in eine bestehende MS Outlook-Installation, teilweise paralleler Abgleich verschiedener
Systeme miteinander.


Und wie immer: Alle Meinungen sind subjektiv....

Kommentare bitte an den Webmaster of i.

Der Compaq iPAQ

Vorweggenommen: Für mich auch in der täglichen Anwendung ganz klar und eindeutig der Testsieger! Nach meinen Erfahrungen mit Windows CE 2.11 (Casio E-105G, dauernde Performance Breaks mit Sanduhr, etc.) und der Gewissheit, mit dem StrongARM-Prozessor der iPAQs auf relativ verlorenem Posten im Softwarebereich zu stehen, war die Entscheidung für den iPAQ eine sehr langwierige und mit Bauchschmerzen verbunden. Sicherlich auch ein wenig aus dem Trieb des Jägers und Sammlers motiviert, dieses schwer lieferbare Gerät in den Händen zu halten, war es an einem Freitag im November 2000 soweit. Die Aufregung wich dann schnell einer leichten Enttäuschung, denn ich war zu der Zeit das kristallklare Display eines Palm IIIC gewöhnt und das hintergrundbeleuchtete Display des iPAQ scheint auf den ersten Blick ein wenig milchig (bei ausgeschalteter Hintergrundbeleuchtung ist das Display kristallklar!). Dann der Hinweis im Schnellstart-Guide (übrigens das einzige gedruckte Handbuch, was beiliegt, eine Unart, die sich die meisten Hersteller mittlerweile angeeignet haben), dass eine Gummiabdeckung den Userport des iPAQ schützen sollte, davon aber keine Spur (mittlerweile hat Compaq bekanntgegeben, dass diese Angabe noch aus der Zeit stammt, als der iPAQ "nackt" (also ohne Jacket) ausgeliefert werden sollte). Dann aber auf der anderen Seite schon die Faszination des Designs. Schönheit ist immer eine Frage des Geschmacks, für mich ist sowohl der iPAQ selbst als auch die Dockingstation in dieser Hinsicht ein Meisterwerk. Die runden Formen, die optimale Anordnung der Hardwaretasten, die Kombination aus Cursorkreuz, Aktionstaste und Lautsprecher, all das formt einen äußeren Gesamteindruck, der einfach überzeugt. Und die Unterbringung des Stifts im Gerät selbst (und die Arretierung bzw. das Lösen des Stifts durch einen Knopf an der Oberseite des Geräts) ist genial!
Der erste Versuch der Synchronisation mit meinem Outlook-Adreßbuch und -Terminkalender eine absolut positive Überraschung. Angeschlossen, die Software (ActiveSync 3.1) installiert, und schon ist der Abgleich eingerichtet und perfekt. Läßt man das System gewähren, so gleichen PC und iPAQ kontinuierlich ab, sobald auf dem PC ein Datensatz geändert, hinzugefügt oder gelöscht ist, ist er auch schon synchronisiert. Davon können sich einige andere PDA-Betriebssysteme eine Scheibe abschneiden (so z.B. Nokia mit dem Communicator, siehe Test...) Natürlich sollte das nicht anders sein, denn Windows CE 3.0 und Windows/MS Outlook stammen aus dem selben Hause, aber auch da gibt es genug Gegenbeispiele....
Ein weiterer wichtiger Aspekt (und eins der ersten Dinge, was ich bei einem neuen PDA teste) ist der Verbindungsaufbau der Geräts über die Infrarotschnittstelle und ein Handy mit T-Online zu meiner GMX-Mailbox.
Auch hier wieder: Kein Problem! Zugang eingerichtet, als Modem das vorinstallierte generische Infrarotmodem angegeben, und schon stand die Verbindung. Perfekt!
Ein großer Vorteil des ganzen: Der iPAQ öffnet am Anfang der Verbindung sowohl die Verbindung zum SMTP- (Postausgangs-) als auch zum POP3- (Posteingangs-) Server. Einige Email-Provider verlangen vor dem Versenden von Mails ein einmaliges Einloggen ins Postfach als Authentifizierung (SMTP after POP), was bei vielen PDAs ein Problem beim Versenden von offline geschriebenen Mails mit sich bringt (der SMTP-Server weist die zu versendenden Mails ab). Mit dem iPAQ kein Problem!
Der iPAQ kann Faxe versenden und empfangen, leider gehört dies nicht zur Standardausstattung, sondern muss durch Zusatzsoftware erweitert werden (Bsquare Bfax Pro, BVRP WinPhone Pocket).
Dann die Jackets: Eins der größten Marketingargumente von Compaq für den iPAQ ist die Möglichkeit, das Gerät variabel auf die Anforderungen der jeweiligen Situation anzupassen. Dies geschieht mit sogenannten Jackets, Plastikhüllen, die die verschiedensten technischen Erweiterungen enthalten sollen: Handy, MP3-Player mit Boxen, PCMCIA-Kartenslot, CF-Kartenslot, etc. Im Moment existieren nur die beiden letzteren, Compaq ist aber mit den Spezifikationen sehr offen und gibt dadurch auch Zweitanbietern die Chance, branchen- und benutzerspezifische Jackets zu entwickeln. Angekündigt sind da u.a. für Anfang 2001 eine GPS- (Global Positioning System, Satellitennavigation) Lösung.
Serienmäßig hat Compaq dem iPAQ ein leeres Jacket spendiert (was als reiner Schutz der Anschlüsse dient). Hier offenbart sich auch einer der großen Kritikpunkte, die von der Presse immer wieder angeführt wird: Der iPAQ hat in der Standardausstattung keinerlei Steckplatz für Speicherkarten, weder Compact Flash noch SmartMedia. Eben dafür gibt es das CF-Jacket (siehe separater Testbericht). Ist dies wirklich ein Nachteil? In einem Verkaufsgespräch bei den Kollegen, die der Werbung nach "doch nicht blöd" sind, habe ich dies einmal als Argument gegen den iPAQ und für einen HP Journada gehört. Meiner Meinung nach absoluter Quatsch! Ohne Jacket und mit der entsprechenden Tasche ist der iPAQ ein kleiner und eleganter PDA für unterwegs, der den dann meistens nicht nötigen Ballast eines Kartensteckplatzes eben nicht mit sich führt. Die Kernanwendungen eines PDAs sind ja nun mal im ROM, und der interne Speicher ist immer groß genug, um die wichtigsten Programme und Daten aufzunehmen.
Braucht man dann mehr Speicher, dann kann man das Gerät entsprechend erweitern. Also weniger Schwäche als Stärke. Aber diese Einschätzung mag nun wirklich subjektiv sein.
Wichtig bei einem PDA ist immer die Qualität des Displays. Wie eingangs schon erwähnt, auf den ersten Blick war ich der Meinung, schon besseres gesehen zu haben, aber dieser Eindruck bedarf nach längerer Arbeit mit dem Gerät im täglichen Gebrauch einer Revidierung. Das Display ist superscharf, durch die Reflextechnologie auch in grellstem Sonnenlicht perfekt zu lesen, und eine "Kleinigkeit" hat es allen anderen mir bekannten Displays voraus: Auf Wunsch stellt es sich automatisch auf die Außenhelligkeit ein. In den iPAQ ist ein Sensor integriert, der die Helligkeit der Umgebung misst und regelt (wenn diese Funktion eingeschaltet ist) die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung in mehreren Stufen von ganz hell bis ganz ausgeschaltet. Somit ist das Display immer optimal lesbar, der Akku des iPAQ wird aber so weit wie möglich geschont, in dem die Hintergrundbeleuchtung so wenig wie nötig eingeschaltet wird.
Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten hat der iPAQ nicht 256 (Palm IIIC) oder 65.535 Farben (Casio E105/500G), sondern 4096. Trotz dieses vermeintlichen Mankos ist die Darstellung von Fotos und Filmsequenzen einwandfrei, meines Erachtens ist das Fehlen weiterer Farbnuancen nur im direkten Vergleich zu merken.
Hier sind wir schon tief im Thema Multimedia. Ein wichtiger Faktor ist für mich die Möglichkeit, MP3-Dateien wiedergeben zu können. Warum soll man auch neben dem PDA noch einen MP3-Player mitnehmen, wenn der PDA doch in der Lage ist, MP3s wiederzugeben, und das noch in akzeptabler Klangqualität?
Der Klang des iPAQ über den Multifunktionslautsprecher ist eher dürftig (was aber bei dessen Größe nicht überraschen darf). Dafür hat Compaq ihm eine Stereo-Köpfhörer-Buchse spendiert, und was darüber an Klangqualität an die Ohren des geneigten Hörers dringt, das braucht sich hinter einem MP3-Player absolut nicht verstecken. Einziges Manko (oder Verbesserungsvorschlag): Casio hat vorgemacht, dass man zu diesem Zweck auch einen Kopfhörer mit Fernbedienung spendieren kann...
Wo wir gerade beim Thema Multimedia sind: Auch die Wiedergabe von Videosequenzen ist für den iPAQ kein Problem. Allerdings frage ich mich immer noch, wer das denn wirklich im täglichen Betrieb braucht...
Eine weitere nützliche und vom Design und der Funktionalität her sehr gut durchdachte Funktion ist der Voice-Recorder. Links oben am Gerät (auch in jedem Jacket und jeder iPAQ-Tasche zugänglich) befindet sich ein Hardware-Button, der die Sprachaufnahme einleitet. Auch bei ausgeschaltetem Gerät wird sofort der Notizblock gestartet und die Aufnahme über das interne Mikrofon läuft solange, wie der Button gedrückt bleibt. Die so erzeugten Dateien werden als WAV-Dateien synchronisiert und können auch direkt als Mailanhänge verschickt werden. Da jeder PC das WAV-Format als Windows-Standard-Audioformat hat, kann er diese Dateien auch in jedem Fall wiedergeben.
Fazit: Ein Allrounder, ein Multimediatalent und ein Designjuwel. Nichts hinzuzufügen!

Das Betriebssystem Windows CE 3.0 (Windows Powered)

Im Vergleich mit dem Release 2 des Palmtop- und Handheld-Betriebssystems auf Windows-Basis hat Microsoft einiges verändert. Meine Erfahrungen mit einem Casio E-105G und Windows CE 2.11 waren geprägt von der Instabilität des Systems. Dauernde "Hänger", also das Nicht-Reagieren der Anwendungen und das Dauerbild der Sanduhr gehörten zum täglichen Arbeiten. Dies gehört Gott sei Dank der Vergangenheit an. Windows CE 3.0 läuft sauber und stabil, Systemabstürze (oder "Fatal Exceptions" wie beim Palm IIIC) sind äußerst selten.
Früher waren die Pocket-Versionen der MS Office-Anwendungen Word und Excel den Handhelds vorbehalten, die Palm-PDAs degenerierten zu reinen Informationsassistenten. In der aktuellen Version hat sich auch dies geändert. Pocket Word und Pocket Excel sind Standard, und damit auch die Möglichkeit, Dokumente vom Desktop-PC mobil zu verwenden. Schön dabei: In Word kann man freie Zeichnungen einfügen, die auch einwandfrei in die PC-Version von Word übernommen werden.
Auf Grund der fehlenden Tastatur sollte man kein vollwertiges Textverarbeitungssystem erwarten, aber für den mobilen Einsatz bietet es alles, was man braucht.
Das mobile Excel hat neben den Grundfunktionen wie Formeln und Formatierungen nur den Nachteil, dass es keine Diagramme darstellen kann.
Ansonsten findet sich der PC-Windows-Geübte Anwender auf Anhieb mit dem System zurecht. Der Start-Button ist nicht unten links sondern oben rechts, das Startmenü ist frei konfigurierbar und große Überraschungen finden sich nicht.
Die Informationsverwaltung findet in Pocket Outlook statt, dies ist seinem großen Bruder auf dem PC ebenfalls zum Verwechseln ähnlich und damit auch intuitiv bedienbar.
Ein großes Manko ist allerdings immer noch vorhanden: Die Standard-Anwendungen bieten keine Möglichkeit, Daten auszudrucken. Hier ist man, wie schon beim Faxen, auf Software von anderen Anbietern angewiesen (FieldSoftware´s PrintPocketCE oder BSQuare´s BPrint). Nicht schön, aber eben auch problemlos behebbar.
Standard ist ebenfalls der Microsoft Reader (Leseprogramm für elektronische Bücher (eBooks), die im Internet downloadbar sind bzw. im Internet-Handel erwerbbar sind, und sogar durch Software von anderen Anbietern (ReaderWorks) aus HTML-Dateien bzw. Word- oder RTF-Dateien erzeugbar sind.
Für die unter Windows CE groß geschriebene Multimedia-Fähigkeit hat Microsoft den MediaPlayer 6.0 vorinstalliert. Dieser gibt sowohl Videos als auch MP3-Dateien wieder. Er ist wie sein großer Bruder auf dem PC durch wechselbare Skins (Hintergründe) vom Aussehen her änderbar.
Interessant ist die Speicherzuordnung. Die im Falle des iPAQ vorhandenen 32MB Arbeitsspeicher teilen sich in "Datenspeicher" (vergleichbar einer Festplatte) und "Programmspeicher" (vergleichbar dem Arbeitsspeicher). Eine bedachte Abstimmung des Verhältnisses ist ein wichtiges Tuning-Instrument!
Im Vergleich zum großen Konkurrenten Palm hat Windows CE allgemein einen Nachteil: Keine der internen Anwendungen lässt sich beenden, somit wird viel Speicher verschwendet. Erst das in der Systemsteuerung gut versteckte Tool zum Beenden von laufenden Anwendungen löst dies (unter Einstellung->System->Speicher->Ausgeführt). Konsequenz ist daraus, dass bei mehreren laufenden Anwendungen die jeweils aktuelle manchmal arg langsam läuft. Aber wie bei so vielen vermeintlichen Mankos gibt es auch für dieses Problem eine Lösung: die Programme PocketNav (Freeware-Taskswitcher) und TaskMan (Shareware-Tool mit vielen weiteren Funktionen).

Der Apple Newton MP 2100

 Der Urvater und das Gerät, das den Begriff Personal Digital Assistant (PDA) geprägt hat wie kein anderes. Groß, unförmig, eins der ersten Geräte mit Touch-Display und Stiftbedienung, der Vorreiter der Handschrifterkennung. Der Newton ist sicherlich das Gerät, was den Markt der portablen Informationssysteme geprägt hat wie kein anderes. Was die wenigsten wissen: Das System, was die Palm-Geräte als Texteingabe verwenden (Grafitti) wurde als Zusatzsoftware für den Apple Newton MP100 entwickelt, weil die Qualität der internen Handschrifterkennung nicht ausreichend war.
Als Apple-basierendes System manchmal problematisch im Abgleich mit dem PC, aber mit einem ungemein großen Softwareangebot war der Newton lange Jahre ein PDA der Spitzenklasse. Um so unverständlicher, dass Apple die Newton-Reihe sang- und klanglos auslaufen lies.
Fazit: Technisch ausgereifter Informationsdinosaurier.

Der Nokia Communicator 9110(i)

 

Der Urvater der integrierten Organisation und Telekommunikation. Das wohl vollständigste und wohldurchdachteste Gerät, was dieser Markt je gesehen hat. Und viele meinen, auch das hässlichste und klobigste...
Ich hatte lange mit mir gehadert, ob ich mir dieses "Monstrum" antun soll, aber irgendwann ließ der technische Spieltrieb mir keine Ruhe mehr.
Mein erster Eindruck: "Welch ein hässlicher Knochen!". Viele der technischen Daten sind sicherlich alles andere als zeitgemäß: das Telefon basiert auf dem Nokia 6110, dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Bestseller von Nokia, damit hat es ein relativ kleines Display, ist nur für 900MHz-Netze (D-Netze) geeignet und lässt einige Funktionen vermissen. Dazu wird es nicht mit einem Lithium-Ionen-Akku betrieben, wie es mittlerweile Standard ist, sondern mit einem Nickel-MetallHydrid-Akku, der immer noch einen Memory-Effekt hat (häufiges Aufladen eines nicht leeren Akkus verkürzt dessen Lebensdauer). Der Organizer hat weder Farben noch ein Touchdisplay, geschweige denn irgendwelche Multimediafähigkeiten. Und dann die Synchronisation mit dem PC. Wer denkt, so einfach mit einer bestehenden Outlook-Installation Daten austauschen zu können, der täuscht sich... Ohne manuelle Anpassungen der Feldzuordnungen gehen Daten ohne Ende ins elektronische Nirvana. Also nicht unbedingt was für Einsteiger, mit etwas Aufwand funktioniert es dann aber einwandfrei.
Dann aber die tägliche Anwendung: Ob hässlich oder nicht, ich kann mir keine realistische Anforderung vorstellen, die der Communicator nicht erfüllen kann. Online-Banking vom allerfeinsten (inkl. Überweisungen), Adresskartei, Termine, Notizen, Internet, Faxversand und -empfang, Email-Versand und -Empfang, und so weiter. Also die komplette Palette der Kommunikationsanwendungen, und alle Programme sind integriert, d.h. arbeiten Hand in Hand.
Auch der "alte" 9110 läßt sich durch bei Nokia erhältliche Updates auf den Stand des 9110i bringen (Erweiterung auf globales Suchen und WAP-Update inkl. 2MB-Speicherkarte), somit sind beide Modelle in ungefähr gleichwertig.
Interessant wird es, wenn im zweiten Quartal 2001 das 9210 auf den Markt kommt. Dieser wird ein Dualband-Telefon mit einem Organizer mit Farbdisplay kombinieren. Nach Veröffentlichung an dieser Stelle mehr...
.

Fazit: Etwas angestaubt, unförmig und schwer, aber trotzdem als komplette Organizer- und Kommunikationslösung genial.

Das Ericsson R380S Smartphone

Hmmm... Ich sage es gleich vorweg: Ich mag es nicht. Vom ersten Auspacken bis zum Abgeben habe ich zu diesem Gerät keinen Bezug bekommen. Ich kann meine Abneigung gut begründen, aber auf Grund dieser kategorischen Abneigung kann man kaum von einem wirklich objektiven Testbericht sprechen.
Ich hatte das Glück, eine der ersten Versionen des R380S in Deutschland zu bekommen. Noch an das Nokia 9110 gewöhnt, drängt sich der Vergleich dazu auch geradezu auf.
Das R380S ist das erste Telefon, was als "Smartphone" die Symbiose zwischen Telefon und Organizer vollzieht. Der Nokia Communicator war immer "Organizer mit integriertem Telefon", Ericsson versucht mit dem R380S das Pferd andersherum aufzuzäumen.
Auf den ersten Blick sieht das R380S dem kleineren Bruder R320S zum Verwechseln ähnlich. Ericsson-typische Stummelantenne, Display, Tasten, der Alu-Rahmen, der Akku, alles wirkt sehr bekannt. Interessant wird es, wenn man die Tastatur umklappt. Dann nämlich verwandelt sich das auf den ersten Blick so normal aussehende Telefondisplay zu einem breiten Touchscreen, der die gesamte Breite des Telefons einnimmt. Mit einem im Akku verstauten (und ziemlich wackeligen) Stift können alle Funktionen des Organizers angewählt werden, an Stelle der fehlenden Tastatur kann entweder das Äquivalent auf dem Bildschirm mit dem Stift bedient werden oder aber die integrierte Handschrifterkennung verwendet werden. Internet- und WAP-Zugang funktionieren einwandfrei (und der WAP-Zugang macht auf einem breiten Display deutlich mehr Spaß als auf einem kleinen Telefondisplay), das Abrufen der von Emails via POP3- oder IMAP-Protokoll funktioniert auch, wobei bei einem langsamen POP-Server manchmal mehrere Einwahlversuche nötig sein können (die Verbindung wird nach einer Minute ohne Kontakt abgebrochen, wenn man dieses Zeitfenster vergrößern kann, so habe ich nicht herausgefunden wo und wie, und das Handbuch gibt dazu wenig Auskunft).
Die Synchronisation mit einem PC, auf dem MS Outlook läuft, ist ebenfalls unproblematisch. Allerdings waren bei meinem System regelmäßig Aussetzer (stehender Mauszeiger, etc.) zu beobachten, wenn der Kommunikationstreiber im Hintergrund lief, ein Phänomen, das ich bisher noch nie erlebt habe.
Einige Funktionen des Telefons (Wählen aus dem Adressregister, SMS lesen, etc.) sind auch bei geschlossener Klappe verwendbar, dann allerdings mit eingeschränktem Funktionsumfang. Öffnet man dann die Klappe, schaltet das R380S direkt auf die breite Darstellung und volle Funktionalität um.
Warum mag ich das R380S nun nicht? Zum einen spricht es mich visuell nicht an. Das Design ist Plastik vom Feinsten, die Tastatur ist nicht wie beim Nokia Communicator eine eigene Einheit, sondern tippt mit Stiften auf das Touch-Display durch. Billig und klapprig!
Dann ist es für mich vollkommen unverständlich, dass Ericsson bei einem Business Phone dieser Preisklasse keinen Faxempfang vorgesehen hat. Nicht nur, dass das R380S keine Faxe intern empfangen kann, der semiprofessionelle und private Anwender wird dies sowieso eher selten nutzen, aber auch das integrierte Modem unterstützt dies nicht! Das bedeutet, dass man zwar mit einem Notebook oder PDA ohne Probleme via Infrarot ins Internet kommt oder Emails abfragen kann, aber auch extern kein Fax empfangen kann. Für mich absolut unverständlich und der Preisklasse des Geräts nicht angemessen.
Zu guter Letzt stört mich, dass das R380S im Gegensatz zu all seinen PDA-Konkurrenten weder im Hinblick auf Speicher noch im Hinblick auf Software erweiterbar ist. Die paar Anwendungen, die integriert sind, müssen für das gesamte PDA-Leben reichen. Ist das genug? Ich denke nicht....

Fazit: Halbherziger Versuch, einem Nokia Communicator Konkurrenz zu machen.
Eine andere Meinung:
Folgendes erreichte mich per Mail von Thomas Schneider aus der Schweiz, und ich finde sie als Gegenpol zu meiner Meinung sehr interessant. Danke dafür!

Ich hab mir das Ericsson gekauft, weil es eigentlich das Gerät
für jemanden ist, der sonst einen Palm und ein Handy haben würde.
Und genau so sind auch die Funktionen. Ich persönlich finde es
genial. Soll heissen, ich bin nicht ganz mit Deinem TestBericht
einverstanden, der tönt irgendwie so richtig negativ. Und dann
vergelichst Du auch noch ein Handy mit einem Totschläger, also
dem Communicator. Und das der irgendwie nicht so ganz das wahre
ist, sieht man erstens an seiner Grösse - denn wie wir wissen ist
nicht die Grösse entscheidend, sondern eigentlich die Technik -
und 2. an den 2 Displays. Ich finde es irgendwie genial, wenn man
irgendwelche Leute in irgendeinem ServerRaum sieht, in einer Hand
den Palm, in der anderen das Handy, die dann versuchen, einhändig
die Nummer zu wählen, die sie aus irgendwelchen Gründen nicht in
ihr Handy speichern wollten. Das R380S macht man auf - ich habe,
seit ich das Ding habe, nicht mehr mit dem Tastenfeld gewählt -
geht in die Inhaltsliste, klickt den Namen an, und anschliessend
auf die Nummer, die man wählen will, that's it. Das der Stift
irgendwie klapprig ist - klapprig hast Du geschrieben, oder? -
kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall hab ich
bis jezt noch keinen verloren, oder kaputt gemacht. Bei meinem
alten PSION5 ist der Stift entweder in der Tasche rausgesprungen,
oder, wenn der PSION mal irgendwo runterfiel, draufgegangen. Mein
Ericsson ist auch schon vom Auto gefallen, und es lebt immer noch.

Erweiterbarkeit, ok, da hast Du recht. Erweitern kann man es nicht.
Aber, was willst Du erweitern? Das ist ein Handy!!! Ich hab im Moment
ca. 100 Namen mit, im Schnitt 2 Telefonnummern, EMAIL-Adressen, Post-
Anschriften und Notizen drin. Ausserdem habe ich im Anrufsprotokoll
alle Anrufe seit dem 29.11.2000 drin, und auch die SMSs, die ich seit-
dem gesendet und empfangen habe. Natürlich habe ich meine Tasks und
Termine drin, ein paar EMails und ein paar Notizen. Und ich habe immer
noch 700KB von den ursprünglich 1100KB frei. Warum also soll ich mein
Handy erweitern wollen. Das beste an einem EricssonHandy ist aber die
mitgelieferte Ausstattung, also OhrHörer, VerbindungsKabel zwischen
PC und Handy, SynchronisationsSoftware, LadeStation und ErsatzStifte.
Beim Psion haben mich drei davon etwa SFr. 20.-- gekostet. Ausserdem
hatte ich vor ein paar Wochen ein Nokia6210 in den Händen, und ausser
der Software und dem Ladegerät ist dort ja gar nichts dabei.

Also ich persönlich bin mit meinem Handy zufrieden, sehr zufrieden
sogar.

Der 3COM Palm IIIC

3COM ist mit der Palm-Reihe der Dauerbrenner auf dem PDA-Markt. Minimalistische Speicherausstattung (meist 2MB), optimale Speicherausnutzung (es läuft immer nur eine Anwendung, die anderen werden speicheroptimal "geparkt"), Stiftbedienung, Touchdisplay, Handschrifterkennung mit Grafitti, etc.
1999 kam dann endlich die erste Farbversion auf den Markt. Liest man die technischen Daten, dann muten die 256 Farben fast vorsintflutlich an, schaut man sich aber vorurteilsfrei das Display an, dann ist es unglaublich scharf und kontrastreich.
Die Palms sind sicherlich die PDAs, die das größte Softwareangebot auf dem Markt hinter sich wissen. Es gibt sicherlich keine Anwendung, die man auf einem Palm nicht laufen lassen kann, und es gibt sogar eine Hardwareerweiterung, um die Infrarotschnittstelle als lernfähige Fernbedienung zu nutzen.
Ein wenig negativ erscheint immer die Tatsache, dass die internen Anwendungen eben nicht auf die Microsoft-Welt abgestimmt sind, und in sofern manchmal ungewohnt scheinen. Die Synchronisation mit dem PC wird durch sogenannte Conduits und das Palm Desktop vorgenommen und ist absolut unproblematisch.

Fazit: PDA auf Nummer Sicher: Der Standard-PDA.

Der Ericsson MC218/Psion Serie 5mx pro

Stiftbedienung und Tastatur, dazu ein ansprechendes Design und ein Betriebssystem, das absolut stabil läuft. Als Konkurrenz zu Microsofts Windows CE geplant und von Symbian lizensiert ist EPOC das Sinnbild für Stabilität. Ich habe in der ganzen Zeit mit meinem MC218 keinen einzigen Systemabsturz erlebt, und ich habe ihn wirklich intensiv genutzt!
Für die Psion-Welt gibt es massig Software, und die integrierten Programme wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sind vollkommen PC-kompatibel, die Terminverwaltung und Adresskartei sind mit gängigen PIMs (Personal Information Manager wie MS Outlook, Lotus Organizer, etc.) ohne Probleme synchronisierbar.
Manko des Geräts ist das relativ unscharfe Display. Obwohl es auf Wunsch hintergrundbeleuchtet ist, kann man es oft schwer lesen und das macht den Spaß an der Arbeit mit dem ansonsten robusten Gerät schnell zunichte. Die Infrarotschnittstelle bietet den Zugang zu Datenautobahn und Emails und rundet die Funktionsvielfalt ab.
Der Ericsson MC218 ist im Prinzip baugleich mit dem Psion 5mx pro, alle Anwendungen laufen auf beiden Maschinen. Ericsson hat seiner "Variante" noch eine Menge an telefonspezifischer Software wie Telefonbuchverwaltung, Programmierung der Funktionen des Telefons, WAP-Browser, etc. spendiert. Das macht alles in allem für Benutzer von Ericsson-Mobiltelefonen ein rundes Paket (dumm nur, dass man auf ein Mobiltelefon von Ericsson mit integrierter Infrarotschnittstelle noch wartet und stattdessen mit dem DI-27 und DI-28 Aufsteckmodems verwenden muß).

Fazit: Für Ericsson-Mobiltelefonierer genial, für alle anderen groß und klobig, aber robust.


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